05.05.2024 – Von Eureka nach Gold Beach

Eureka, Du hast uns eine tolle Nacht beschert. Das Upgrade auf das Luxuszimmer mit Jakuzzi (welchen ich am Vorabend sogar benutzt habe) hat uns gut getan.

Am Morgen waren auch viel Wolken weitergezogen. Auf dem Weg zu Dusche – natürlich im Adamskostüm, nur ohne Blatt – warf ich noch einen Blick aus dem Fenster. Dort tat sich ein toller Regenbogen auf. Selbstredend musste ich den vom Balkon aus fotografieren ohne störende Scheibe und Fliegengitter davor. Zum Glück war der Parkplatz nicht bevölkert.

Aber Kalifornien bietet den Touristen so einiges.

Für den heutigen Tag steht „nur“ die Fahrt nach Gold Beach in Oregon an. Reine Fahrzeit 2 h 43 min. Eureka ist bekannt für seine hübsche Oldtown und die vielen viktorianischen Häuser, welche am nordwestlichen Stadtrand stehen. Besonders hervorzuheben ist das Carson Mansion, welches zur Zeit den Ingomar Club beherbergt. Das Haus wurde 1894 vom Holzmagnaten William Carson gebaut, um während einer Holzflaute seine 100 Arbeiter zu beschäftigen. Die Türme und Türmchen, Säulenveranden, mehrere Giebel und kunstvollen Lebkuchendetails – ganz zu schweigen von der Lackierung – erinnern an jedermanns Idealvorstellung, wie ein viktorianisches Haus aussehen sollte.

Direkt gegenüber steht die Pink Lady. Sie ist eine ikonische viktorianische Villa, die für ihre markante rosa Farbe und ihre prächtige Architektur bekannt ist. Das Haus wurde im Jahr 1889 von einem wohlhabenden Holzbaron namens William Carson erbaut und gilt als eines der herausragenden Beispiele für viktorianische Architektur in der Region. Mit seinen filigranen Verzierungen, den Türmchen und Erkern strahlt das „Pink Lady“ eine anmutige Eleganz aus und zieht Besucher aus der ganzen Welt an.

Ursprünglich war das Haus in einem zurückhaltenderen Farbton gestrichen, doch in den 1950er Jahren wurde es von einem neuen Besitzer in das auffällige Rosa umgewandelt, das es heute kennzeichnet. Diese ungewöhnliche Farbwahl verlieh dem Anwesen eine zusätzliche Dimension der Einzigartigkeit und trug zur Legende des „Pink Lady“ bei.

Das „Pink Lady“ hat im Laufe der Jahre viele verschiedene Besitzer gesehen und hat eine reiche Geschichte. Es wird gesagt, dass das Haus eine Zeit lang als Bordell und später als Luxushotel gedient hat, bevor es schließlich in ein privates Wohnhaus umgewandelt wurde. Trotz seiner wechselnden Funktionen hat das „Pink Lady“ immer eine Aura des Geheimnisvollen und Faszinierenden bewahrt.

Heute ist das „Pink Lady“ ein Wahrzeichen von Eureka und ein beliebtes Ziel für Touristen, die die historische Architektur bewundern möchten. Das Haus steht auf der National Register of Historic Places und wird von lokalen Denkmalschutzorganisationen gepflegt und erhalten.

Mit seinen prächtigen Details und seiner faszinierenden Geschichte bleibt das „Pink Lady“ ein fesselndes Symbol für die vergangene Pracht und den Charme der viktorianischen Ära in Kalifornien.

Weiter geht es auf der 2nd Street, wo unter anderem dieses wunderschöne grüne Gebäude steht.

Über die Geschichte konnte ich auf die Schnelle nichts herausfinden, heute sind im Erdgeschoss Geschäfte untergebracht.

Das Visitor Center ist im historischen D.C. McDonald Building untergebracht.

Das D.C. McDonald Building in Eureka ist ein beeindruckendes Beispiel für die industrielle Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Errichtet im Jahr 1887, diente es ursprünglich als Lagerhaus für die nahe gelegene Holzindustrie. Mit seiner robusten Backsteinfassade und den markanten Fenstern strahlt das Gebäude eine zeitlose Eleganz aus. Heute beherbergt es eine Vielzahl von Geschäften und Büros und ist ein wichtiger Bestandteil des historischen Stadtbildes von Eureka. Seine Erhaltung trägt dazu bei, die reiche Geschichte und den industriellen Geist der Region zu bewahren.

Auf dem Weg über die Manila Dunes begegnete uns diese hübsche Raupe.

Geschichtlich dürfte sie nicht allzuviel hermachen, deshalb habe ich es unterlassen, danach zu suchen.

Wir machen uns – nachdem wir bei Costco noch einmal vollgetankt haben (5.60 USD/GA) auf den Weg nach Norden. Dort liegt an der Küsten das kleine Städchen Trinidad.

Trinidad ist eine malerische Küstenstadt im Humboldt County, bekannt für ihre entspannte Atmosphäre. Mit seinen zerklüfteten Küstenlinien, seinem malerischen Fischerhafen und majestätischen Redwood-Wäldern bietet Trinidad eine Fülle an Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Walbeobachtung und Kajakfahren.

Die Stadt ist auch reich an kulturellem Erbe, mit historischen Stätten wie dem Trinidad Leuchtturm und dem Cher-ai Heights Indianerkasino (hier hatten wir das Glück, für 4,6 USD/Ga zu tanken).

Weiter geht es nach Crescent Beach, wo sich der heute noch aktive Leuchtturm Battery Light House befindet. Die Besonderheit dieses Turms liegt darin, dass er bei Ebbe trockenen Fußes erreicht werden kann. Bei Flut – und erst recht bei Sturmflut dürfte es schwierig werden, mal eben um Klopapier zum Supermarkt zu fahren.

Wir jedenfalls konnten trockenen Fußes herüberwandern. Therotisch hätte man das Haus sogar betreten können. Aber da „residential area“ an der Tür stand, wollten wir die Bewohner nicht stören.

Wir hetzen weiter Richtung Norden. Nördlich von Brookings liegt der Harris Beach State Park. Einer von vielen am Samuel Boardman Corridor. Chat-GPT schreibt dazu übrigens folgenden Text:

Der Samuel Boardman Corridor in Oregon: Wo die Klippen steiler sind als deine Morgenkaffeefilter und die Aussicht schöner als dein Selfie nach einem Filter-Marathon. Hier wird Wandern zum Workout und Picknicken zum Abenteuer – vergiss den Salat, hier gibt’s Meerblick als Beilage! Wenn die Aussicht nicht atemberaubend genug ist, versuche dich am Synchron-Schauen der Seelöwen – sie nehmen ihre Rollen im Ozean-Drama sehr ernst. Und vergiss nicht, dass die Steilküsten hier nicht die einzigen sind, die Wellen machen – der Wind wird dir einen Frisurenwirbel verpassen, den du nie vergessen wirst!

Was uns am Harris Beach State Park erwartete:

Einmal ein Blick über die atemberaubende Landschaft und zum anderen endlich mal ein paar besonders interessante Blumen: Fackellilien, im amerikanischen Red Hot Poker Torch und der lateinische Name lautet: Kniphofia uvaria. So, jetzt wisst Ihr das auch.

Aber wir wären ja nicht so über den Highway gehetzt, wenn die beste Fährtensucherin von allen nicht noch einen schönen Hike in petto gehabt hätte.

Auf dem Weg zum Secret Beach lagen noch die Natural Bridges, der Name erklärt sich von selbst.

Und das Besondere am Secret Beach ist, dass er so secret ist, dass man so gut wie nicht hinfindet. Es sei denn, man hat die Alltrails-App. Und die hatten wohl so einige, mit dem Secret war es vorbei. Jedenfalls schlugen wir uns ca. 1 km bergab und bergauf durch den Dschungel, bis wir vor einer allerliebsten Bucht

mit dazu gehörigem Wasserfall standen.

Für den Weg zurück verpassten wir wohl einen Abzweig, aber der Rückweg war dadurch wesentlich kürzer.

Ziemlich durchgeschwitzt erreichten wir das Auto und wollten eigentlich nur noch ins Hotel. Aber diese Gegend legt einem immer wieder Steine in den Weg. In diesem Fall in Form des Arch Rock (warum das nicht auch eine natural Bridge ist, kann ich nicht sagen).

Als ich dann nur noch eine Aufnahme auf dem Film hatte, hatten wir unser Hotel zum Glück fast schon erreicht.

Hier fließt der Pistol River ins Meer, Gischt schäumt vom Wind getrieben an die Küste und wird vom Sonnenlicht gebrochen.

Unser Hotel hatten wir am Vormittag schon angerufen und um ein Upgrade gebeten, welches man uns auch zugesagt hatte. Und zwar von der untersten Etage mit direktem Blick auf die Düne auf ein Zimmer eine Etage höher mit Blick ÜBER die Dünen aufs Meer.

DAS klappte auch gut. Nur der Zimmerpreis, den die Dame an der Rezeption aufrief, war fast 50% höher als das, was wir gebucht hatten. Zum Glück hatte Karin die Buchungsbestätigung mit dem gebuchten Preis ausgedruckt. Hoffentlich wird das auch berücksichtigt.

Vielleicht gibt es gleich noch ein Foto vom Sonnenuntergang, mal schauen, was die Natur zu bieten hat.

04.05.2024 – Von Fort Bragg nach Eureka

Es hatte sich gestern schon angekündigt: Die Sonne hat uns verlassen. Als wir aus dem Fenster schauten, regnete es in Strömen. Kein Grund, dieses Hotel mit dem tollen Ausblick noch länger zu bewohnen.

Frühstück gab es – Touristenstadt halt – erst ab 7.30 Uhr, die dargebotenen Speisen waren durchaus in Ordnung. Wir dürfen uns auch nicht beschweren, hatten wir diese Nacht doch kostenlos mit gesammelten Best-Western-Punkten verbracht.

Die Hauptattraktion auf dem Weg nach Norden ist die sogenannte „Avenue of the Giants“. Das ist ein Korridor, der sich parallel zum Highway 101 durch viele Ansammlungen von riesigen Redwood-Bäumen schlängelt.

Wenn man sich die feuchten Flechten am Wegesrand ansieht, versteht man, dass diese Bäume an der Küste so gut gedeien.

Zuerst ging es noch an der Küste direkt nach Norden. Wolkenverhangen liegen die Berge vor einem, Flüsse führen reichlich Wasser.

Und wolkenverhangen bot das Meer nicht den attraktiven Anblick, den wir von den Vortagen gewohnt waren.

Es geht durch einen von vielen „tree tunnel“, Alleen von Zypressen gesäumt, gerade bei Regen ein mystischer Anblick.

Als nächstes müssen wir dann zum Highway 101. Und zwar über die Berge. Beim letzten Mal, als wir von Norden in Richtung Fort Bragg diese Strasse gefahren waren, wussten wir noch nicht, was uns bevorsteht. Diesmal war uns klar, dass vor uns 22 Meilen ziemlich gewundener Landstraße lagen. Endlich hatten wir die 101 erreicht. Dann überqueren wir den Eel-River, der seinen Namen vermutlich daher hat, dass er sich wie ein Aal durch die Landschaft windet. Gleichnamige Tiere konnten wir von einer der vielen Brücken nicht entdecken.

Und schließlich landeten wir auf der „Riesen-Straße“. Immer wieder haben findige Geschäftemacher die Gelegenheit genutzt, um aus Touristen ein wenig Geld rauszuquetschen. Eine davon ist ein Redwood mit einer Aushöhlung, den man gegen Bezahlung mit dem Auto durchfahren darf.

Kostenlos ist der Living Chimney, der lebende Schornstein.

Wie man sieht, kann man diesen noch im Wachsen befindlichen Redwood betreten und den Blick nach oben richten. Wie ein Schornstein zieht sich die Höhlung in die Höhe. Ob Santa Claus auch dafür eine Ausbildung erhalten hat?

Wir fahren weiter und machen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nur einmal eine kurze Pause, um wenigstens ein Foto dieser Baumriesen zu machen.

Schließlich landen wir in Eureka. Logischerweise fragen wir den freundlichen Herrn am Empfang, wie es mit einem Zimmer-Upgrade aussähe. Es tat ihm sehr Leid, aber er könne uns nur noch eines mit Jakuzzi anbieten. Nehmen wir.

Das Hotel ist sehr neu, das Zimmer riesig und wir haben von unserem Balkon auch Blick auf die Humboldt-Bay.

Auch der Innenhof ist schön gestaltet.

Aber es ist noch früh am Tag. Es gibt einen Costco mit diversen leckeren Pröbchen und vielen anderen Kleidungsstücken, die eigenartigerweise genau die Größe meiner Göttergattin haben.

Da wir auf dem Weg schon diverse andere Läden gesehen haben, die uns bisher noch nicht über den Weg gelaufen waren, beschließen wir, den Einkaufsbummel fortzusetzen.

Bei der Boot-Barn (ein Laden für Western-Wear, allerdings weniger der modische Schnickschnack als tragbare Arbeitskleidung) werde ich endlich fündig bei einem paar Cowboystiefeln. Aber keine Angst, das sind nicht die spitz zulaufenden Dinger mit 5cm Absatz, es sind tragbare „Working-Boots“.

Dann noch kurz im Walmart rein und anschließend ab ins Zimmer, vielleicht probiere ich mal den Wirlpool aus.

 

03.05.2024 – Von Rohnert Park nach Ford Bragg

Man gewöhnt sich so langsam an die Zeitumstellung. Das erste Mal war ich um 2 Uhr wach und warf eine Melatonin-Tablette ein. Die hielt dann bis 4.30 Uhr an. Rohnert Park bei Nacht hat auch seine Reize. Wenn man sich aufraffen könnte, um diese zu entdecken.

Für den heutigen Tag haben wir auf dem Plan, zuerst zur Küste zu fahren und dann diese entlang nach Norden bis nach Ford Bragg.

Es geht über satte, grüne und hügelige Weiden durch das Küstenhinterland.

Irgendwann stoßen wir dann auf das Örtchen Bodega Bay. Für die jüngeren Leser:innen: Dieser Ort war damals Schauplatz und Drehort für den Thriller „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock. Nicht nur den Zuschauern gefror das Blut in den Adern, auch die Schauspieler hatten einiges mitzumachen, da sie von wirklichen Vögeln angegriffen wurden. Elektronische Tricks wie heute gab es damals noch nicht.

Ich selbst erinnerte mich nur schwach an einige wenige Szenen aus dem Film, so dass die Wiederkennungsrate gleich Null war. Auch von den Vögeln kam mir kein einziger bekannt vor.

Bodega Bay ist ein nettes Nest, welches vom Krabbenfang und vom Tourismus lebt. Wir fuhren auf den Bodega Head, weil man von dort aus eine Wanderung rund um die Felsspitze machen konnte.

Vom Parkplatz aus bekam man einen schönen Blick auf die Mole der Hafeneinfahrt, der Jetty.

Und wenn man dann nach Süden blickt, erkennt man im Dunst die nördlichen Ausläufer der Point Reyes National Seashore.

Hinter den sanft geschwungenen Hügeln vermutet man nicht das, was uns erwartete: eine steile Küste mit zerklüfteten Felsen, an denen sich die Wellen brachen.

Über uns strahlte die Sonne, was das Zeug hielt und meine Göttergattin tat es ihr gleich.

Schließlich hatten wir den Bodega Head umrundet. Ein letzter Blick auf die wunderschöne Küste

und nach ca. 3 km hatten wir den Wagen wieder erreicht. Auf dem Rückweg noch ein Foto in den Hafen.

Dann ging es auf den Highway 1 nach Norden.

Eigentlich hätte man an fast jeder Kurve anhalten können und die schöne wilde Küste fotografieren können, wie im obigen Bild den Duncans Landing Overlook.

Oder den Shell-Beach wie im nächsten Foto.

Aber die Zeit drängte uns weiter. Aufgrund der Kurvigkeit der Küstenstraße waren manchmal nur 35 mph drin, im höchsten Fall 55 mph. Und von Bodega Bay nach Fort Bragg waren es immerhin 99 Meilen.

Aber aus Tradition mussten wir zumindest noch einen Abstecher machen: Zum Point Arena Lighthouse. Einsam steht der Leuchtturm an der Küste.

Der Weg dahin wird von einer zerklüfteten Felsenlandschaft gesäumt.

Noch ein wenig weiter nördlich liegt das Örtchen Mendocino. Hinreichend besungen von Michael Holm, erinnert in dem Städchen zum Glück nichts an diesen deutschen Sänger. Aber die Häuser sind hübsch, seit eh und je.

Gleichzeitig fand eine Art Flohmarkt dort statt, für den wir aber leider keine Zeit hatten.

Denn wir hatten noch „Großes“ vor. Ich hatte vom Russian Gulch State Park gelesen und auch Bilder einer tollen Landschaft gesehen. Manche Stateparks in Kalifornien kosten Eintritt und diese könnte man theoretisch mit einem ein Jahr gültigen Pass, dem Golden Poppy, erschlagen.

Am Büdchen des Parks fragten wir den Ranger nach dem Pass, den er leider nicht vorrätig hatte. Aber er verwies uns an das Park Headquarter, wo man uns einen verkaufen würde. Dort angekommen (war nicht weit) beriet uns die freundliche Dame, dass man nach 17 Besuchen von Parks den Preis wieder raushätte. Kurz überschlagen: Das schaffen wir nicht. UND: Senior Citizens (62+) bekommen ermäßigten Eintritt. Schon wieder diese Alterskarte. Entweder ich stehe dazu und profitiere von den Vergünstigungen oder ich lasse mich mal kräftig liften…

Jedenfalls kehrten wir unverrichteter Dinge zum Parkeingang zurück, zahlten die ermäßigte Gebühr von 7 USD (die übrigens den ganzen Tag, auch in jedem anderen State Park gelten würde) und schauten uns den Park an.

Unter der Brücke schlängelt sich das Flüsschen gen Meer.

Weiter oben (was wir nach Studium der Park-Karte herausbekamen) beginnt ein kleiner Wanderweg, der

a) einen schönen Blick auf die Küste

b) einen Blick von See-Seite auf die Brücke und

c) einen Blick auf ein Sink-Hole gewährt. Das Meer hatte vor vielen Jahren ein Loch in die Wand geschlagen, ein Teil der Erde war abgesackt und hatte diese Höhlung hinterlassen.

Da das Wetter auch nicht mehr so richtig mitspielte, legten wir die restlichen Meilen relativ zügig zurück.

Karin hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht, das Hotel kannten wir von einem früheren Besuch.

An der Rezeption wollte ich lauthals reklamieren, weil aufgrund des Nebels nicht das geringste vom Meer zu sehen sein. Aber die Dame nam es genau wie ich mit Humor und so hatten wir den Blick auf die alte Eisenbahnbrücke, die wir auch beim letzten Mal schon gut in Erinnerung hatten. Man möge mir das Moirée verzeihen, das ist das Fliegengitter vor unserem Schlafzimmerfenster.

Jetzt erstmal ein Päuschen mit mit Käse überbackenem Schinkenbaguette und dann geht es noch einmal los. Schließlich wollten wir die Brücke mit Namen „The Pudding Creek Trestle“ einmal selbst überqueren.

Die Brücke wurde mit Redwood Holz restauriert. Nur die Planken wurden mit einem Material einer modernen Plastik-Holz-Mischung verlegt.

Drüben angekommen erkundeten wir noch die Landzunge nördlich der Brücke.

Viele Squirrels hatten in dem sandigen Boden ihre Heimat gefunden.

Zurück am Parkplatz fanden wir noch die letzte Kraft, zum Noyo-Harbour im Süden der Stadt zu fahren. Stadt ist übrigens der richtige Ausdruck, immerhin gibt es hier sowohl Taco-Bell als auch McDonalds.

Der Hafen erinnert von seiner Lage an den von Depot Bay in Oregon. Geschützt in einem Flusslauf ist er von der Brücke einsichtig.

Und wenn man unten ist, gibt es ein wenig Tourismus und hauptsächlich Berufsfischerei.

Genug für heute gesehen. Wir fahren zurück ins Hotel und genießen den Abend.

Gute Nacht zusammen.

 

02.05.2024 – San Francisco und Umgebung

Es kam, wie es kommen musste: Mr Jetlag hat zugeschlagen. Um 10 Uhr ging das Licht aus, aber um 12 Uhr stand ich wieder senkrecht im Bett. Melatonin-Tablette eingeworfen, die half bis ca. 2.30 Uhr. Was solls, schreiben wir den Reisebericht. Was steht heute an?

Wir haben bei Google Maps diverse Ziele identifiziert, die auf dem Weg nach Norden interessant aussehen und die wir zum großen Teil noch nicht besucht haben.

Aber fangen wir mit dem Frühstück an. Dieses wurde ab 6.30 Uhr angeboten. Für uns ein bisschen spät, bin ich doch schon seit 3 Uhr hungrig. Aber da lassen die Hotels nicht mit sich reden.

Aber dafür gab es neben Rührei, Bacon und Würstchen zwei weitere verschiedene Sorten Omelett. Seehr lecker. Wir füllen unsere Thermoskannen auf und checken aus. Leider – und das stand in der Beschreibung des Hotels nicht auf der Webseite – werden für das Parken auf dem hoteleigenen Hof 15 USD fällig und man berechnet uns insgesamt 150 USD (incl. Tax). An der Extra-Gebühr ließ sich auch mit unserem Diamond-Select-Status nicht rütteln.

Als nächstes müssen wir noch ein wenig einkaufen. Es gibt Sachen, die man bei Costco nicht oder nicht in den für uns akzeptablen Gebinden kaufen kann. Da hält normalerweise ein Walmart her. Aber, oh Schreck und Graus, bis einschließlich zur Golden Gate Brücke und noch ein Stück weiter nördlich gibt es keinen Walmart. Der Grocery Outlet, der in Californien und auch Oregon häufiger zu finden ist, bietet zwar unschlagbar günstige Preise an, hat aber auch nicht immer das, was unser Herz begehrt. Aber es gibt Abhilfe: Auf unserer Route liegt ein Smart & Final, ein Supermarkt mit einem größeren Angebot als der Grocery Outlet, aber nicht ganz so groß wie ein Walmart.

Jedenfalls bekommen wir die meisten der Sachen, die wir vorher nicht erstehen konnten: Hazelnut Creamer, Limonaden-Pulver, Sprudel mit Zitronengeschmack und auch Cola (nicht das Original) zu einem moderateren Preis. So langsam füllt sich unsere Rückbank.

Erstes Ausflugziel für heute sind die Twin Peaks. Ca. 1 km südlich des Golden Gate Parks gelegen, bieten sie einen tollen Überblick über die Stadt. Auf der linken Seite sieht man gerade noch die Golden-Gate Brücke,

es geht weiter über eine glückliche Urlauberin

bis hin zu den Hafenanlagen, der nicht ganz so attraktive Teil dieser schönen Stadt.

Wir fahren den Berg wieder runter und cruisen durch schöne Wohngebiete mit liebevoll bemalten Häusern

bis zu unserem nächsten Ziel, den Hidden Garden Steps. Eigentlich sind es nur Treppenstufen, diese aber mit Mosaik-Arbeiten schön verziert:

Check.

Eigentlich wollten wir noch die bekanntesten dieser schönen alten Häuser, die Painted Ladies, anschauen, aber in dieser Gegend gibt es a) keine Parkplätze und b) lagen die Damen auch im Schatten hinter Bäumen verborgen. Macht nichts, auch andere Straßen haben schöne Häuser:

Das nächste Ziel auf unserer Liste ist der Japanese Tea Garden inmitten des Golden Gate Parks. In nicht allzugroßer Entfernung kann man an der Straße kostenlos parken und dann hinlaufen. Die geschäftstüchtigen Kalifornier wollen natürlich Eintritt haben, 15 USD pro Person. Aber wir können auch geschäftstüchtig und spielten die Alterskarte aus (das erste Mal übrigens, schon ein merkwürdiges Gefühl): Mit 7 USD pro Person waren wir dabei.

Und durften dann in dieser Oase der Stille und Kontemplation lustwandeln. Hätte vermutlich noch besser geklappt, wenn nicht gerade an der Hauptpagode umfangreiche Renovierungsarbeiten stattgefunden hätten.

Aber die kann man ja manchmal zumindest auf dem Foto ausblenden.

Es ging an einem Koi-Teich vorbei bis zur sogenannten Drum Bridge. Wenn man einmal oben ist, ist die Aussicht bestimmt gut. Aber der Weg darauf…

Weiter geht es nach Lands End, einem schönen Küstenabschnitt mit Aussichtspunkten nach Süden und Norden.

Was der Totempfahl zu bedeuten hat, kann ich allerdings nicht sagen.

Im Vordergrund, wir blicken in Richtung der Golden Gate Brücke, die Sutro Baths, Überreste eines historischen Schwimmbades.

An einem höhergelegenen Aussichtspunkt genossen wir jedenfalls den tollen Ausblick auf die Golden Gate Brücke und machten auf einer Bank Mittagspause.

Zu uns gesellte sich ein Spatz und machte ein beleidigtes Gesicht, weil er von uns nicht gefüttert wurde.

Auf dem Weg zum Baker Beach wurden wir einer Attraktion ansichtig, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte: Da steht in einem stinknormalen Wohngebiet plötzlich ein Cybertruck von Tesla in grünem Edelstahl. OK, in Kalifornien gibt es mehr Stromer als in jedem anderen Bundesstaat der USA, aber diese Ungetümer haben immer noch einen großen Seltenheitswert.

Am Baker Beach selbst wie schon früher ein toller Ausblick auf die Brücke

und auch ganze Felder dieser leuchtenden Carbobrotus acinaciformis, auch als Mittagsblume bekannt.

Letzter Aussichtspunkt auf dieser Seite der Brücke ist der Golden Gate Lookout, ein Punkt, der schon mehr als einmal zu den verschiedensten Tageszeiten von unzähligen Leuten fotografiert wurde.

Und in den USA gibt es ja nichts, was es nicht gibt: Ein Mini-Orchester gibt der Brücke ein Ständchen.

Wir überqueren die Brücke und biegen danach relativ schnell ab nach Sausalito, einer touristisch gut vermarkteten Stadt,

die nebenbei auch einen guten Ausblick auf die Skyline von SFO bietet.

Eigentlich wollten wir uns danach direkt auf den Weg zum Hotel machen, aber ein Abstecher in den Golden Gate Park muss sein. Hat historische Gründe: In unserem ersten USA-Urlaub 1987 hatten wir in diesem Park eine kostenlose Nacht im Zelt (und legal) in den Hügeln auf der nördlichen Seite der Brücke verbracht.

Und am Hauptaussichtspunkt hat man Anleihe bei der Kölner Deutzer Brücke genommen: Hunderte Schlösser hängen am Maschendrahtzaun, der unter dem Gewicht stellenweise schon zusammenbricht:

Danach machen wir uns endgültig auf die Piste nach Rohnert Park, wo unser Hotel auf uns wartet.

Ganz in der Nähe gibt es noch einen Costco, wo wir Kleidungs- und Benzinvorräte auffüllen.

Und dann freuen wir uns, dass wir uns auf den Betten ausstrecken dürfen. Wir haben sehr viel Schönes gesehen, das Wetter hätte nicht besser sein können. Ein perfekter Urlaubstag.

01.05.2024 – Flug nach San Francisco

Uns hat es wieder gepackt. Dieses Mal zieht es uns nach San Francisco. Von dort aus werden wir den Norden der kalifornischen Küste erkunden und uns durch Oregon bis zur Grenze von Oregon vorarbeiten. An der Columbia River Gorge geht es dann an Wasserfällen vorbei nach Osten, bis wir nach Süden einbiegen und über Bend und den Crater Lake Nationalpark langsam wieder unseren Ausgangspunkt erreichen.

Was ist diesmal anders? Auf unserer letzten Reise hatten wir extra zwei Plätze am Gang gebucht, in der Hoffnung, genügend Raum zu haben. Aber unsere Mittelmänner dehnten sich so aus, dass dies so gut wie nicht möglich war. Und die freundlichen Bediensteten kommen mit ihren Wagen vorbei, da ist ein Herauslehnen auf den Gang nicht möglich. Was also tun? Bisher hatten wir uns immer ein Upgrade auf Economy Plus gegönnt, was uns zumindest ausreichend Beinfreiheit bescherte. Dieses Mal wollten wir noch ein wenig mehr investieren und Karin schoss uns zwei Plätze in der wenig verfügbaren Premium-Economy-Klasse. Eine 2er-Reihe, dann Gang. Aber da diese Konstellation nur auf sehr wenigen Inlandsflügen angeboten wird, entschieden wir uns für einen Non-Stop-Flug von Frankfurt nach San Francisco. Ich bin gespannt, wie wir damit klar kommen.

Eine weitere Besonderheit war, dass wir diesmal die Einreise mit der sogenannten MPC-App versuchen wollten. Dabei gibt man zuhause in die App die wichtigsten Daten ein und wenn man dann am Flughafen angekommen ist, öffnet man die App erneut und macht ein Foto von sich. Daraufhin erhält man einen QR-Code, welche an speziellen Terminals (geht auch nicht an allen Flughäfen) eingelesen wird und angeblich ist die Einreise ohne Schlange stehen in Minuten erledigt. Ich lasse mich überraschen. Und werde dann eine gefühlte Ewigkeit auf das Gepäck warten… Man kann mit der App übrigens auch mehrere Personen einchecken. Wir sind experimentierfreudig und stehen auch nicht gerne in Schlangen.

Aber jetzt geht es los. Entgegen meinen Gewohnheiten hatte ich die Nacht etwas unruhig geschlafen, sollte ich etwa aufgeregt sein? Jedenfalls hatten wir nicht die geringsten Probleme, zeitig auf der Piste zu sein. Die Sonne schien, als bekäme sie es bezahlt. Warum fliegen wir eigentlich in die USA?

Die Autobahn war so frei, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Staufrei kamen wir gegen 9 Uhr am Parkhaus an und stellten uns auf Rat eines Verwandten ins Parkhaus 3. Am Ende einer Reihe, Ebene 707 (gut zu merken wegen des gleichnamigen Flugzeugtyps) fanden wir einen Eckplatz, so dass wir wenigstens auf einer Seite auch hinterher ins Fahrzeug kommen. Andere Besucher hatten deutlich weniger Platz. Ob wir mit unserem Dicken wirklich hierhin wollen?

Das Einchecken des Gepäcks ging auch sehr bequem. Da Karin in weiser Voraussicht allen „Papierkram“ vorher elektronisch erledigt hatte, wiesen unsere Bordpässe den Status „Travel ready“ auf. Vor uns gerade mal 9 Personen, die anderen Schlangen waren deutlich länger.

Jetzt geht es ganz gemütlich in die Lounge, Brühwürstchen, Kaffee, Teilchen und alles andere, was der Schuppen zu bieten hat.

Wir machen uns zeitig auf den Weg zum Gate, Security ist relativ harmlos, nicht mal meine Kameraausrüstung wird abgestaubt. Ein wenig warten wir noch am Gate, dann geht es mit Boarding-Group 2 direkt nach der Business Class in den Flieger. Wir haben nach vorne Platz ohne Ende.

Das Essen wird zwar nicht frisch für uns gekocht, aber Metallbesteck und Stoffservietten lassen schon einen Hauch von Luxus erkennen. Auch der Salat macht einen sehr frischen Eindruck.

Irgendwann übermannt uns die Müdigkeit und wir dösen vor uns hin. Kurz vor der Landung wird uns noch eine Art Käse-Teilchen serviert, war gut.

Das Aussteigen klappte aufgrund der vorne liegenden Sitzplätze ebenfalls schnell und sobald wir Verbindung zum Netz hatten, erstellten wir in der MPC (Mobile Passport Control) die obligatorischen Fotos.

An der Einwanderungsstelle erwarteten uns wie üblich lange Schlangen mit geschätzt hunderten von Menschen. Diese konnten wir aber rechts liegen lassen und reihten uns in die wesentlich kürzere mit ca. 40 Personen ein. Hier ging es recht flott durch, keine Fingerabdrücke, keine Fotos. Und ein Koffer war auch schon da. Zwar nicht auf dem Band, das zu unserem Flug gehörte. Aber unsere Koffer dürfen selbst entscheiden, mit welcher Gesellschaft sie fliegen. Hauptsache, sie sind pünktlich da.

Mit dem Skytrain ging es in kurzer Zeit zur Autovermieter-Garage. Und entgegen der Befürchtungen meiner Göttergattin stand auf dem für uns reservierten Platz ein wunderschöner Ford F150, ein Lariat, also schon recht gut ausgestattet. Einziger winziger Wehmutstropfen: Der Klappmechanismus des rechten Außenspiegels klappte nicht so ganz. Aber das werden wir überleben.

Auf geht es ins Hotel. Das El Rancho hatten wir vor ca. 30 Jahren schon einmal besucht. Im Hacienda-Stil gehalten liegt es nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt.

Wir bekamen auch ein Zimmer-Upgrade (entfernt von den Eisenbahnschienen) und machten es uns gemütlich.

Aber noch ist der Tag nicht zu Ende. Obwohl sich so langsam Müdigkeit breit machte, mussten wir zumindest noch zu Costco und nach Möglichkeit zu einem Walmart.

Ersteren fanden wir auch ganz in der Nähe, ein Walmart leider nicht. Aber ein Grocery Outlet verkaufte uns auch die allernötigsten Lebensmittel für den Start. Jetzt aber langsam ins Bett. Das Jetlag wartet schon.