23.05.2022 – Dana Caves

Mittlerweile haben wir uns schon gut eingegroved, was das Schlafen betrifft. Wir empfanden nicht die Notwendigkeit, ans Meer zu fahren und aufs Wasser zu starren, bis es Frühstück gibt.

Das allerdings hat uns positiv überrascht. Neben Bacon gab es auch Omelett, beides sehr lecker. Überhaupt gefällt es uns in dem Hotel sehr gut.

Das Wetter sollte erst ab Mittag in Richtung Sonne gehen, also beschlossen wir, gemütlich vorher noch andere wichtige Dinge zu erledigen. Als da wäre: Der Besuch bei Costco. Verschiedene Artikel gibt es einfach nur da: Hawaii-Hemden, vernünftige Brötchen, T-Shirts, Erdnussriegel, Vanille-Soja-Milch. Wir schlenderten gemütlich durch die Regalreihen und unser Wagen füllte sich fast automatisch.

Als wir durch waren, noch kurz zum „Fress-Stand“ und je eine Scheibe Salami- und Käsepizza sowie einen Chicken-Wrap erworben, das ist das Mittagessen.

Jetzt geht direkt nach Dana Point, die Strecke kennen wir bereits und wissen, wo wir (kostenlos) parken können. Auf einer Bank am Yachthafen machen wir Mittagspause und gut gestärkt geht es über die Steinwüste in Richtung der Dana Caves. Manchmal ist die Strecke gut zu laufen, manchmal tastet man sich an Felsen entlang oder über dicke Brocken. Nach ca. 1,25 km (das braucht seine Zeit, wir sind ja nicht mehr die jüngsten) standen wir endlich vor einem mit Wasser gefüllten Loch. Dank meiner sagenhaften Körperbeherrschung gelang es mir, mich an den Wänden entlanghangelnd trockenen Fusses in die Höhle zu bewegen.

Meiner Göttergattin war es diese Anstrengung nicht wert, sie lief einfach durchs Wasser. Geht auch. Aber wo bleibt da die Freude?

Zurück durch den Höhleneingang ging es auf die gleiche Weise, meine Schuhe waren noch trocken und sollten es auch bleiben.

Nach ein paar hundert Metern fand ich einen schönen Stein als Sitzfläche und ließ mich darauf nieder.

Um endlich mal aufs Meer zu starren. Von jeher haben mich die Wellen fasziniert, wenn sie sich in einer bestimmten Weise überschlagen. Zum ersten Mal hatte ich das auf Kauai am Ke’e Beach gesehen. Der Wellenberg der überschlagenden Welle bildet einen Bogen, der nahezu durchsichtig ist. Und wenn er dann noch von der Sonne richtig angestrahlt wird, unbeschreiblich. OK, Kalifornien bekam es nicht so gut hin. Zumindest nicht heute und an der Stelle.

Aber dafür überflogen uns von Zeit zu Zeit Schwärme von Pelikanen. Die wollte ich auch unbedingt mal auf der Platte haben.

Ihr dürft auch näher rankommen.

Danke.

Und wenn man vom in den Himmel schauen einen steifen Nacken bekommen hat, schaut man einfach mal nach unten und sieht dort Seafood en Miniature.

Müssen wir den ganzen Weg zurücklaufen?

Endlich hatten wir es geschafft. Die Straße hat uns wieder. Wir machten noch einen Abstecher ins Hafengebiet, wo hunderte (oder tausende?) Yachten auf ihrem Parkplatz schwammen. Rechts am Straßenrand plötzlich ein „Kolonie“ von Squirrels. So viele hatte ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Was ihr da seht, ist nur ein Bruchteil.

Gegenüber die Mole mit weiß bekoteten Möwenfelsen. Und dann die Sichtung des Tages. Mehrere weiße Squirrels turnten zwischen den Felsen rum. Eine Laune der Natur? Oder hatten die sich unvorsichtigerweise in der Nähe der weißen Felsen rumgetrieben?

Genug gesehen von Dana Point. Auf dem Rückweg liegt bei St. Clemente noch eine Outlet-Mall. Mich interessierte, was Columbia Sportswear zu bieten hat. Für mich nichts, also weiter…

Jetzt fahren wir erstmal nach Hause und werden die Mikrowellenkartoffeln und den Wrap vernichten. Echt lecker und mal kein Fastfood.

Mittlerweile ist es 18.45, der Himmel ist grau in grau und wir beschließen, nicht gegen unseren toten Punkt anzukämpfen und den Tag relaxend zu Ende zu bringen

22.05.2022 – Fahrt von LA nach Oceanside

Kleiner Nachtrag von gestern: Das so unnötige Käsebrötchen, welches ich in weiser Voraussicht am Morgen vor der Fahrt geschmiert hatte, wurde gegen 4 Uhr auf der Höhe von Idstein vernichtet. Und ratet mal, von wem. Jedenfalls nicht von mir.

Erster Urlaubstag, Ihr kennt das ja schon bei uns: Die Nacht ist dank Jetlag früh zu Ende und ich widme mich dem „Bürokram“, bis wir dann um 7 Uhr frühstücken können. Aber das ist eigentlich auch schon ein gutes Ergebnis. Unser Notfallplan war gewesen, zum Strand zu fahren und dort bis zum Frühstück aufs Meer zu starren.

Das Frühstück war – sagen wir mal, nicht schlecht – amerikanischer Standard halt. Nachdem wir ausgecheckt hatten, hatten wir beschlossen, der Hertz-Station noch einen Besuch abzustatten.

Denn der Infinity war definitiv nichts für uns.

Und als wir so über den Hof schlenderten, fiel sofort ein wunderschöner Truck ins Auge, ein roter Chevy Silverado. Den mussten wir haben. Mittlerweile waren wir an der Station schon bekannt und die Angestelle (Sylvia mit Namen) bemühte sich nach Kräften, uns den Wagen zukommen zu lassen. Was ihr auch gelang. Allein das Reinklettern und das Sitzen hinterließ bei mir ein Gefühl wohliger Wonne.

Was bei unserem letzten Silverado nicht so recht klappte, war die Anbindung des Handy mit Android Auto. Hier hatte Chevrolet erheblich nachgebessert und innerhalb von Sekunden erschien Google Maps auf dem Display des Autos. Alle Schalter liegen da, wo man sie erwartet, die Vertrautheit tut gut.

Gut bereift ging es jetzt nach Redondo Beach. Der Pier und der Hafen dort sind schön, um zu früher Stunde dort vorbeizuflanieren.

Die ersten Läden und Fressbuden (meistens maritim angehaucht, man riecht es) haben geöffnet und die Besucher laben sich am Fang des Meeres.

Auf dem Pier warten logischerweise noch gefiederte Freunde auf den Beifang.

Zurück am Auto überlegen wir: Wie geht es weiter? Mittlerweile dürfte ja bekannt sein, dass wir ein gewisses Faible für amerikanische Trucks haben. Und uns dort auch für die elektrischen Varianten interessieren. Am Venice Blvd. gibt es von der Firma Rivian den sg. Rivian Hub, das Navi übersetzte es mit Kulturzentrum. Was im wesentlichen auch nicht ganz falsch war, Kinder spielten, malten, tobten und dazwischen standen 2 herrlich futuristisch aussehende Pickups. Vollelektrisch.

In der Größe sind sie vermutlich etwas unter der Klasse der „large Trucks“ anzusiedeln, aber ich fand sie nicht uninteressant.

Leider sind sie preislich ausserhalb meiner Range und eine offizielle Produktion für Deutschand ist auch nicht geplant.

Nächstes Ziel war Palos Verdes.

Dies ist eine dem Festland vorgelagerte Steilküste, an deren Hängen sich alles, was Geld hat, niedergelassen hat.

Die Küste ist wunderschön, klar, dass man dort gerne wohnt.

Ein paar Meilen weiter südlich liegt der Point Vincente Leuchtturm mit seinem Interpretive Center. Ein kleiner Garten mit den beschilderten dortigen Pflanzen hilft dem Botaniker auf die Sprünge, direkt nebenan hat sich eine Gruppe Walstalker niedergelassen, die die Wanderung der riesigen Meeressäuger nachhält. Scheint nicht so recht interessant zu sein, denn auf der Tafel stand für den heutigen Tag gerade mal eine Sichtung.

Aber es müssen nicht immer Wale sein. Auf dem Weg entlang der Steilküste kommt uns eine doch recht große Schildkröte entgegen. Zuerst dachte ich, dieses Tier würde hier alleine und wild leben. Aber dann kam Herrchen dazu und es stellte sich heraus, dass die beiden ihren täglichen Spaziergang machten. Sachen gibts.

Jetzt aber weiter, wir wollen ja irgendwann im Hotel ankommen.

Nächster Anlaufpunkt war Dana Point. Bei meinen Recherchen im Netz hatte ich davon gelesen und auch, dass es dort einen sehr schönen Küstenabschnitt geben soll. Leider waren mir die Details entfallen. Also gaben wir mal Dana Point ins Navi ein und befragten Google. Dort war von den Dana Caves die Rede. Schauen wir mal, ob wir diese finden.

Dana Point selbst ist ein hübscher Küstenort mit sehr viel Bootstourismus.

Wir fanden die Stelle, wo man zu den Caves wandern konnte und machten uns auf die Socken.

Ein Rückwanderer teilte uns mit, dass es bei der auflaufenden Flut kritisch werden könnte, die Höhlen, aber vor allen Dingen den Rückweg trockenen Fußes zu erreichen. Also setzten wir das Ziel auf unsere ToDo-Liste für den nächsten Tag. Aber der Dana Point hat zum Glück noch den eigentlichen „Punkt“ in Petto, einem Aussichtspunkt über die gesamte Küste:

Jetzt müssen wir weiter. Wir setzten uns ins Auto und fuhren nach Oceanside.

Dort bekamen wir ein schönes Zimmerupgrade mit einer gut eingerichteten Küchenzeile und einem riesigen Kühlschrank.

Meiner Göttergattin war heute nach mexikanisch zumute. Kurzerhand suchten wir den nächsten Taco-Bell auf und orderten, was auf der Speisekarte am appetitlichsten aussah. Damit ging es dann zum Hafen, wo wir mit etwas langen Gesichtern die leckeren, aber kleinen Portionen beäugten. Als Entschädigung gab es die Andeutung eines Sonnenunterganges.

Auf der Übersichtskarte, die uns die Hotelbedienstete gegeben hatte, war auch ein Walmart neighborhood market verzeichnet. Kannten wir in der Form noch nicht. Aber es stellte sich heraus, dass es im Endeffekt ein Lebensmittel-Walmart war. Also genau das, was wir brauchten. Zusammen mit unserer Küchenzeile die Möglichkeit, uns selbst zu versorgen, ohne immer auf Fastfoot zurückzugreifen.

Den Bericht konnte ich demnach in der Gegenwart einer leckeren Chimmichanga und einer Portion Eis Pecan-Nuss verbringen.

Ob mich das Essen oder unser Jetlag so müde gemacht hatten, weiß ich nicht. Jedenfalls fiel ich nach ca. der Hälfte geschriebenen Berichts müde ins Bett. Rest wird morgen geschrieben.

 

21.05.2022 – Flug nach LA

Es geht endlich wieder los. Dank Corona durften wir im Jahr 2020 komplett aussetzen und 2021 ging es „nur“ nach Kanada. Aber jetzt sind die Regelungen so, dass wir wieder über den großen Teich in die USA reisen dürfen.

Aber auch dieses Jahr wurden uns ein paar Hürden in den Weg gelegt: Wir mussten am Tag vorher einen negativen Corona-Test vorlegen. Gewissermaßen eine Zitterpartie, weil man ja nie weiß, wie das ausgeht. Gut, dass diesmal „nur“ ein Antigen-Schnelltest nötig war und kein PCR-Test.

Der war am Freitag morgen zum Glück negativ und so konnte meine Göttergattin die bei United geforderten Dokumente in die United-App hochladen – travel-ready.

Ein weiteres Problemchen hatte sich schon am Donnerstag ergeben: Eigentlich sollte unser Flug ab Frankfurt um 11.35 starten. Das bedeutet incl. 3 Stunden Anfahrt und 3 Stunden vorher da sein, dass wir um 5 Uhr hätten aufstehen müssen. Für mich kein großes Problem, das ist sowieso meine übliche Zeit.

Aber am Donnerstag bekamen wir plötzlich eine Mail von United, dass aufgrund zu erwartender Schneestürme in Denver der Flug und auch seine Pünktlichkeit nicht garantiert werden könne. Bitte melden Sie sich telefonisch und legen entweder den Flug auf einen anderen Tag oder ändern sie das Routing.

Die erste Option kam für uns nicht in Frage, da dies erhebliche Mehrkosten für unseren Mietwagen bedeutet hätte. Als neues Routing wurde uns dann der Flug über Chicago vorgeschlagen. Vorteil: Wir würden ein paar Stunden früher in LA ankommen. Nachteile: Da der Flug um 8.35 Uhr startet, ist die Nacht dann schon um 2 Uhr zu Ende. Unsere guten Sitzplätze waren dann auch nicht mehr zu bekommen und in Chicago steht uns eine Umsteigezeit von 1 h 50min zur Verfügung. Aber was sollen wir machen?

Der Wecker schellt und der erste Gedanke ist, ihn mit einem Schuh zu erschlagen. Aber wir wollen ja in die USA.

Also packe ich noch die Foto- und die Computertasche in den Wagen, schmiere noch ein paar Brötchen (vorsichtshalber eines mit Käse für die Göttergattin, obwohl diese steif und fest behauptet, sie könne um die Zeit nichts essen…) und es geht auf die Piste. Erwartungsgemäß ist die A3 frei und auch die Baustellen bremsen uns nicht großartig aus. Wir sind sehr pünktlich da, stellen den Wagen in die Parkgarage und markieren unseren Weg wieder mit Brotkumen (oder so ähnlich), damit wir ihn drei Wochen auch wieder zurückfinden.

Nach einigem Suchen finden wir auch den Schalter von United Airlines mit einer Schlange von ca. 15 Leuten. Als die Mitarbeiter die Schilder aufgestellt hatten, stellte sich aber heraus, dass wir durch Karins Vorarbeit den Status „travel ready“ ergattert hatten, und nur noch zu Gepäckabgabe gehen mussten. Ich brauchte allerdings eine Bordkarte, weil man mir den Status SSSS aufgedrückt hatte. Das bedeutet, ich bin extrem unvertrauenswürdig und man sollte mich bei jeder Gelegenheit gründlich filzen. Vielleicht, weil ich einen neuen Pass bekommen habe?

Jedenfalls empfahl uns die Dame am UAL-Schalter, direkt durchzugehen, die Zeit bräuchten wir. Gut, ganz so schlimm war es nicht, man hat mir zweimal die Kameratasche saubergewischt (Suche nach Sprengstoff), aber dann waren wir auch durch. Und konnten uns an einem Tisch hinsetzen und noch ein wenig „aufarbeiten“.

Im Flugzeug große Überraschung: Dadurch, dass wir einen komplett anderen Flug bekommen hatten, waren natürlich auch unsere Sitze irgendwo im Nirwana gelandet. Karin hatte sie zwar so gut wie möglich zusammengestellt, aber wir saßen doch relativ weit hinten. Aber da in der Zeit kurz vor dem Flug höherklassige Flieger in die Polaris- und noch höhere Klasse hochgestuft wurden, wurden weiter vorne wieder Plätze frei.

Und diese ergatterte sie durch schnelle Reaktionszeit. Kurz: Wir landeten auf den Sitzen der Premium-Plus Klasse. Die Sitze sind besonders, der Bildschirm richtig groß.

Allerdings gab es auch ein paar Wehmutstropfen, die in meinen Augen zur Abwertung führen:

Es gibt einen Stromanschluß. Der liegt aber so versteckt in der Armlehne direkt an der Rückenlehne, dass man mit einem Adapter im Endeffekt nicht weiterkommt. Weiterhin gab es keinen USB-Anschluss, mit dem ich ein Handy direkt hätte laden können.

Und was in meinen Augen am schlimmsten war: Wir konnten unsere Noise-Canceling Kopfhörer nicht zum Schauen von Filmen verwenden, da sie dort halbwegs passable eigene Kopfhörer beilegen, aber das Steckersystem mal wieder nicht mit dem üblichen Steckerset kompatibel ist: Einer dicker, einer dünner. WAS SOLL DAS?

Außerdem waren von der Filmauswahl nur wenige auch deutsch synchronisiert. OK, irgendwie bekommen wir die Zeit auch rum.

So war es auch. Pünktlich landeten wir in Chicago und da beginnt dann das große Rennen. Einmal diagonal über den ganzen Flughafen mit Skytrain, Immigration, Laufen, Gepäckannahme und erneuter Security. Das alles in etwa 1,5 Stunden. Die Schlange an der Immigration war normal lang. Lag vielleicht daran, dass wir so schön weit vorne im Flieger saßen.

Der Beamte war freundlich und so schnell fertig mit uns, das hatten wir noch nie erlebt. Noch nicht einmal Fingerabdrücke wollte er nehmen.

Der Rest bis zum Abflug ging auch problemlos und wir starteten wegen technischer Probleme ca. 40 min später.

Einen Teil davon holten wir wieder auf. Versüßt wurde uns der Flug durch tolle Ausblicke auf die Schluchten

und Bergwelt in Arizona? Utah?

Nachdem wir unser Gepäck abgeholt hatten – ja, alle Koffer waren da -, ging es sehr schnell zu Hertz, um hoffentlich einen Truck zu bekommen. Leider hatte Corona dafür gesorgt, dass der Fahrzeugbestand extrem ausgedünnt war. Ein Truck war nicht zu bekommen, wir mussten uns mit einem Infinity-7-Sitzer zufrieden geben. Nicht mein Wunschauto, aber immer noch besser als laufen. Der Wagen hat noch nicht einmal Android Auto. Aber vielleicht können wir ihn morgen noch tauschen.

So langsam machte sich der lange Tag bemerkbar. Wir schafften es gerade noch, bei Food-4-Less vorbeizufahren und die nötigsten Lebensmittel einzukaufen. Und da der Magen nach den knappen Mahlzeiten im Flugzeug vernehmlich knurrte, gönnten wir uns beim nahegelegenen Panda Express eine Ladung Orange Chicken.

Jetzt fällt das Wachhalten extrem schwer. Und dann fallen gleich die Äuglein zu und Mr. Sandman kommt vorbei. Gute Nacht.

17.04.2022 – Ab nach Hause

Ja, leider ist der Kurzurlaub schon wieder zu Ende. Aber es hat gut getan, rauszukommen, fremde Sprachen zu hören (nicht nur aus den Nachbarländern, auch aus den Nachbarbundesländern), einen Blick über den Zaun zu werfen, was anderes zu sehen und das schöne Wetter zu genießen.

Für den Rückweg hatte ich mir noch eine Überraschung für meine Höhen erprobte Göttergattin ausgedacht: Die Hängeseilbrücke Geierlay bei Mörsdorf.

Der Weg führt über die Hunsrück-Höhenstraße und war trotz des Ostersonntags nur wenig befahren.

Der Parkplatz – bzw. einer der vielen kostenpflichtigen Parkplätze – ist dank guter Ausschilderung leicht zu erreichen. Und der Weg zur Brücke ist zu Anfang auch immer gut ausgeschildert. 1.7 km stand auf den Wegweisern. Wir also immer wohlgemut diesen gefolgt, bis irgendwann Wanderwege und alles mögliche andere, aber nicht mehr die Brücke angezeigt wurde. Entgegenkommende Wanderer wurden befragt und gaben uns die Auskunft, dass wir auf dem richtigen Weg seien, nur mit den 1,7 km, das würde nicht so ganz passen.

Egal, das Wetter ist schön, uns erwartet noch niemand, also stiefelten wir schnurstracks den Berg runter. Wohl vermutend, dass sich DIESE Brücke nicht im Tal, sondern auf einem Berg befindet. Irgendwann erreichten wir auch den Talgrund mit dem Mörsdorfer Bach (benannt nach der gleichnamigen Ortschaft, wo wir parkten).

Gut, von hier aus geht es jetzt immer bergauf. Die Sonne schien von oben durch die Bäume und machte das Gehen leicht.

Zwischendurch immer mal wieder Fußgänger befragt. Die Antworten waren so unterschiedlich wie die Blätter auf den Bäumen: Gleich da, noch 4 km, irgendwo dazwischen pendelten sich die Antworten ein.

Dann sahen wir die 360m lange Brücke, wie sie elegant den Talgrund überspannte. Wir mobilisierten die letzten Kräfte und schleppten uns den Berg wieder rauf.

Direkt unter der Brücke entstand dieses Foto:

Etwas von der Seite das nächste.

Oben angekommen lagerten schon Heerschaaren von Besuchern im sonnigen Gras, die sich von der Überquerung erholen mussten. Gut, es ist Ostersonntag, es ist schönes Wetter, da darf man keine leere Brücke erwarten.

Auf geht es. Meine Göttergattin hatte auch ihren Spaß, obwohl die Brücke im Wind und unter den Fußtritten schon lustig schwankte.

Drüben angekommen, ein Blick zurück mit Teleobjektiv.

Der Weg zum Parkplatz war deutlich leichter und mit 2,4km deutlich kürzer.

Rapsfelder fingen gerade an zu blühen.

Eine asphaltierte Straße mit diversen Informationsständen zum Nutzung der Windenergie säumte den Wegesrand und nach insgesamt 6.4 km hatten wir den Parkplatz erreicht.

Jetzt ab auf die Piste. An einer Moselbrücke an der A61 ein kurzer Stop für einen Fahrerwechsel und ein Foto.

Jetzt noch die Fotos auswerten. Ach ja, für die Fotoenthusiasten: Ich hatte mir letztens noch ein „Aufsteck-GPS“ zugelegt, um auch in späteren Jahren noch genau sagen zu können, wo eine Aufnahme entstanden ist. Das Teil funktionierte sehr gut, in Adobe Photoshop Lightroom wurden im Kartenmodul die genauen Positonen angezeigt. Allerdings wurden die Metadaten in LR nicht gezeigt. Muss ich wohl mal eruieren, warum. Jedenfalls hat das Teil im Gegensatz zu den kabelgebundenen Teilen, die auf den Blitzschuh gesteckt werden, den Vorteil, dass sich kein Kabel verheddern kann. Test bestanden.

Morgen noch den Ostermontag im eigenen Garten genießen und dann geht es zurück in die Tretmühle.

 

16.04.2022 – Trier und Umgebung, Saarburg, Saarschleife

Der Morgen begann, oh Wunder, nicht mit Muskelkater und einem Gefühl der Zerschlagenheit, trotz der 14 gestern gelaufenen Kilometer. Mann, sind wir gut.

Für heute hatten wir uns Trier selbst auf den Plan geschrieben. In unseren Hotelfluren hingen schöne Bilder, die verschiedene Ansichten der Stadt zeigten. Daran kann man sich orientieren.

Das Frühstück war wie gestern auch sehr opulent und gut gesättigt machten wir uns auf den Weg zum ersten Ziel, zur Mariensäule.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt, einmal über die Mosel, erhebt sie sich schlank in einer Höhe von 333 Metern.  Zu erreichen ist sie mit dem Auto in ca. 10 Minuten und einem kurzen Fußweg von ungefähr 100 Metern.

Von dort aus hat man einen tollen Blick über das Moseltal, eine der Brücken und die Altstadt.

Weiter geht es. Ein weiterer Aussichtspunkt ist der Petrisberg, liegt gegenüber der Mariensäule quasi im Rücken der Altstadt. Ein großzügig angelegter Parksstreifen erlaubt das Abstellen des Autos und dann haben wir den Blick Richtung Stadt und auch Mariensäule.

Noch ein Stückchen den Berg rauf soll es eine rostige Skulptur geben, die man sogar besteigen kann. Es handelt sich um den Turm Luxemburg oder auch Turm der Träume und Sehnsüchte. Ein aus Corten-Stahl gebautes 20 m hohes Gebilde, welches der Stadt Trier von der Stadt Luxemburg im Jahr 2004 anlässlich der Landesgartenschau geschenkt wurde.

Umgeben wird es von einem Neubaugebiet, welches auf ehemaligem Kasernengelände hochgezogen wurde.

Von neu nach alt: Vor ca. 50 Jahren machte ich meine erste Klassenfahrt in das Örtchen Saarburg. Viel ist mir nicht davon in Erinnerung geblieben, aber eine Idee eines Bildes, wo hoch auf dem Berg Häuser thronen. Nur etwa eine halbe Stunde brauchte es, um uns an Mosel und Saar entlangzuschlängeln und dann schließlich auf das hübsche Städchen zu stoßen.

Wir fanden einen Parkplatz am Ufer der Saar und machten uns auf, das Dorf zu erkunden.

Unterhalb der Kirche ein Wasserfall (der seinen Namen wirklich verdient) mit Wasserrädern, die in früheren Zeiten der „Energiegewinnung“ gedient haben.

Oberhalb links und rechts vom Flussufer (es ist übrigens die Leuk, die in die Saar mündet) Kaffees und Restaurants, die um die Mittagszeit gut besucht waren. Es erinnerte mich ein wenig an Bad-Münstereifel, bevor dort die zerstörenden Fluten ihr Werk taten.

Nach der Altstadt ging es in Richtung Burg.

Wir hatten ja von gestern noch nicht genug Kletterei gehabt.

Und wenn man oben steht (der Weg in den Turm war ziemlich eng, warum haben die Burgherren damals keinen Aufzug einbauen lassen?), aber die Aussicht machte die Mühen mehr als wett.

Wieder unten angekommen noch ein kleiner Spaziergang in die andere Richtung. Meine Erinnerungen sagten mir, dass es dort eine Glockengießerei Mabilon gab, wo wir damals auch eine Führung mitmachen konnten. Die Gießerei gab es wirklich noch, allerdings heute geschlossen.

Mittlerweile war es Zeit für ein Päuschen und wir genossen den sonnigen Tag auf einer Bank an der Saar mit mitgebrachten Snacks.

Weiter auf den Spuren der Vergangenheit. Meine nächste Erinnerung führte uns zur Saarschleife bei Mettlach. Auch diese existierte noch (welch Wunder). Nur hatte dort der Tourismus kräftig Einzug gehalten. Neben dem normalen Weg zum Aussichtspunkt hatte man dort einen Baumwipfelpfad gebaut, der zu einem 40 m hohen Turm führt, der Dank des Pfades barrierefrei erreichbar ist.

Aber die Saarschleife konnte man auch so sehen.

Auf dem Weg waren uns Schilder mit den magischen Worten „Outlet Center“ aufgefallen. In Mettlach. Das liegt nur 10 min. entfernt. Auf gehts. Um es kurz zu machen: Villeroy & Boch haben sich sehr über unseren Besuch gefreut, meine Kreditkarte weniger.

Schnell wieder weg, bevor die beste Outlet-Shopperin von allen noch weitere Läden entdeckt.

Denn wir hatten ja Trier selbst bisher nur in der Abenddämmerung und bei Nacht gesehen.

Die Menschenmassen in der Fußgängerzone waren beträchtlich und wir waren froh, als wir endlich auf dem Domvorplatz standen. Foto machen, check. Dom innen geschlossen.

Weiter zur Porta Nigra. Foto. Check.

Gegenüber ein Burger King. Experiment: Plant Based Burger – also fleischlos. Urteil: Nicht schlecht. Sowohl Textur als auch Geschmack lassen einen fast vergessen, dass hier kein Tier für gestorben ist. Ob ich in einer Blindstudie den Unterschied erkennen würde? Vielleicht finden wir es irgendwann raus.

Der Rückweg zum Hotel sollte sich auch nicht durch die Menschenmassen ziehen und so zogen wir es vor, in Richtung Konstantin-Basilika zu laufen.

Richtig schön ist dieser Steinklotz ja nicht und rein konnten wir auch nicht.

Umso überraschter waren wir, als wir um die Ecke bogen und das im rechten Winkel dazu stehende Kurfürstliche Palais sahen. Kontrast pur.

Durch die schönen Gärten ging es zurück,

ein letzter Blick auf die Kaiserthermen

und wir können in Ruhe den Abend im Hotel ausklingen lassen.

Mein Schrittzähler zeigte immerhin knapp 12 km und über 17.000 Schritte an, nicht schlecht für heute.