16.04.2022 – Trier und Umgebung, Saarburg, Saarschleife

Der Morgen begann, oh Wunder, nicht mit Muskelkater und einem Gefühl der Zerschlagenheit, trotz der 14 gestern gelaufenen Kilometer. Mann, sind wir gut.

Für heute hatten wir uns Trier selbst auf den Plan geschrieben. In unseren Hotelfluren hingen schöne Bilder, die verschiedene Ansichten der Stadt zeigten. Daran kann man sich orientieren.

Das Frühstück war wie gestern auch sehr opulent und gut gesättigt machten wir uns auf den Weg zum ersten Ziel, zur Mariensäule.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt, einmal über die Mosel, erhebt sie sich schlank in einer Höhe von 333 Metern.  Zu erreichen ist sie mit dem Auto in ca. 10 Minuten und einem kurzen Fußweg von ungefähr 100 Metern.

Von dort aus hat man einen tollen Blick über das Moseltal, eine der Brücken und die Altstadt.

Weiter geht es. Ein weiterer Aussichtspunkt ist der Petrisberg, liegt gegenüber der Mariensäule quasi im Rücken der Altstadt. Ein großzügig angelegter Parksstreifen erlaubt das Abstellen des Autos und dann haben wir den Blick Richtung Stadt und auch Mariensäule.

Noch ein Stückchen den Berg rauf soll es eine rostige Skulptur geben, die man sogar besteigen kann. Es handelt sich um den Turm Luxemburg oder auch Turm der Träume und Sehnsüchte. Ein aus Corten-Stahl gebautes 20 m hohes Gebilde, welches der Stadt Trier von der Stadt Luxemburg im Jahr 2004 anlässlich der Landesgartenschau geschenkt wurde.

Umgeben wird es von einem Neubaugebiet, welches auf ehemaligem Kasernengelände hochgezogen wurde.

Von neu nach alt: Vor ca. 50 Jahren machte ich meine erste Klassenfahrt in das Örtchen Saarburg. Viel ist mir nicht davon in Erinnerung geblieben, aber eine Idee eines Bildes, wo hoch auf dem Berg Häuser thronen. Nur etwa eine halbe Stunde brauchte es, um uns an Mosel und Saar entlangzuschlängeln und dann schließlich auf das hübsche Städchen zu stoßen.

Wir fanden einen Parkplatz am Ufer der Saar und machten uns auf, das Dorf zu erkunden.

Unterhalb der Kirche ein Wasserfall (der seinen Namen wirklich verdient) mit Wasserrädern, die in früheren Zeiten der „Energiegewinnung“ gedient haben.

Oberhalb links und rechts vom Flussufer (es ist übrigens die Leuk, die in die Saar mündet) Kaffees und Restaurants, die um die Mittagszeit gut besucht waren. Es erinnerte mich ein wenig an Bad-Münstereifel, bevor dort die zerstörenden Fluten ihr Werk taten.

Nach der Altstadt ging es in Richtung Burg.

Wir hatten ja von gestern noch nicht genug Kletterei gehabt.

Und wenn man oben steht (der Weg in den Turm war ziemlich eng, warum haben die Burgherren damals keinen Aufzug einbauen lassen?), aber die Aussicht machte die Mühen mehr als wett.

Wieder unten angekommen noch ein kleiner Spaziergang in die andere Richtung. Meine Erinnerungen sagten mir, dass es dort eine Glockengießerei Mabilon gab, wo wir damals auch eine Führung mitmachen konnten. Die Gießerei gab es wirklich noch, allerdings heute geschlossen.

Mittlerweile war es Zeit für ein Päuschen und wir genossen den sonnigen Tag auf einer Bank an der Saar mit mitgebrachten Snacks.

Weiter auf den Spuren der Vergangenheit. Meine nächste Erinnerung führte uns zur Saarschleife bei Mettlach. Auch diese existierte noch (welch Wunder). Nur hatte dort der Tourismus kräftig Einzug gehalten. Neben dem normalen Weg zum Aussichtspunkt hatte man dort einen Baumwipfelpfad gebaut, der zu einem 40 m hohen Turm führt, der Dank des Pfades barrierefrei erreichbar ist.

Aber die Saarschleife konnte man auch so sehen.

Auf dem Weg waren uns Schilder mit den magischen Worten „Outlet Center“ aufgefallen. In Mettlach. Das liegt nur 10 min. entfernt. Auf gehts. Um es kurz zu machen: Villeroy & Boch haben sich sehr über unseren Besuch gefreut, meine Kreditkarte weniger.

Schnell wieder weg, bevor die beste Outlet-Shopperin von allen noch weitere Läden entdeckt.

Denn wir hatten ja Trier selbst bisher nur in der Abenddämmerung und bei Nacht gesehen.

Die Menschenmassen in der Fußgängerzone waren beträchtlich und wir waren froh, als wir endlich auf dem Domvorplatz standen. Foto machen, check. Dom innen geschlossen.

Weiter zur Porta Nigra. Foto. Check.

Gegenüber ein Burger King. Experiment: Plant Based Burger – also fleischlos. Urteil: Nicht schlecht. Sowohl Textur als auch Geschmack lassen einen fast vergessen, dass hier kein Tier für gestorben ist. Ob ich in einer Blindstudie den Unterschied erkennen würde? Vielleicht finden wir es irgendwann raus.

Der Rückweg zum Hotel sollte sich auch nicht durch die Menschenmassen ziehen und so zogen wir es vor, in Richtung Konstantin-Basilika zu laufen.

Richtig schön ist dieser Steinklotz ja nicht und rein konnten wir auch nicht.

Umso überraschter waren wir, als wir um die Ecke bogen und das im rechten Winkel dazu stehende Kurfürstliche Palais sahen. Kontrast pur.

Durch die schönen Gärten ging es zurück,

ein letzter Blick auf die Kaiserthermen

und wir können in Ruhe den Abend im Hotel ausklingen lassen.

Mein Schrittzähler zeigte immerhin knapp 12 km und über 17.000 Schritte an, nicht schlecht für heute.