Wie ich gestern schon erwähnte, ist Luxembourg nicht weit entfernt. Gerade mal ca. 40 Minuten mit dem Auto. Das Wetter war schön und nach einem guten Frühstück machten wir uns auf den Weg. Da uns dieser Ministaat gänzlich unbekannt war, hatte ich mich vorher informiert und ein Parkhaus nahe der Sehenswürdigkeiten rausgesucht: Parking Theatre. Sehr zentral gelegen, allerdings – wie für viele Parkhäuser üblich – ziemlich eng. Mit einem Pickup-Truck hätte wegen der Höhe zumindest Bauchgrimmen. Wegen der Größe der Plätze extreme Bauchschmerzen. Auch mit meinem kleinen Opel konnte ich in die Parklücke nur einparken, indem ich meine Beifahrerin vorher aussteigen ließ.
Draußen ging es als erstes zum Großherzoglichen Palast, zum Palais Grand Ducal. Zwei Wachen flanierten auf und ab, mit todernsten Minen. Wäre kein Job für mich.

Anschließend ging es zur Kathedrale unsere Lieben Frau, von außen so gut wie nicht zu fotografieren, weil die Straßen zu eng sind. Aber auch von innen macht sie was her.

Wieder ein paar Schritte weiter – es liegt wirklich alles sehr nah beieinander – und wir befinden uns in ville haute – in der Oberstadt – standen wir am Rande eines tiefen Tals und blickten auf die Petrusse und die das Tal überspannende Adolphe-Brücke.

Von da aus ging es quer durch die Oberstadt Richtung Osten.

Dort konnten wir ein weiteres Mal in die Tiefe schauen, diesmal in das Tal der Alzette.

Der Aussichtspunkt trägt auch den Namen Chemin de la Corniche. Ein wirklich herrliches Panorama in mehrere Richtungen.

Nachdem wir uns am Rande des Abgrundes entlang bewegt hatten, führte eine Straße nach unten ins Tal.
Von dieser Brücke über die Alzette hat man einen schönen Blick zur Oberstadt.

Und jetzt den ganzen Weg wieder rauf? Muss nicht sein. Netterweise haben die Luxembourger in der Nähe der Brücke einen Aufzug eingebaut, der einen innerhalb weniger Minuten in die Oberstadt befördert. Und, so etwas hatte ich noch nie gesehen, die Wände des Zugangstunnels waren mit Kunstwerken lokaler Künstler geschmückt. In Deutschland undenkbar.

In der Oberstadt angekommen gingen wir wieder an der „Balustrade“ entlang,

bis wir nach wenigen Metern in Richtung „Downtown“ einbiegen konnten.

Hier war es mittlerweile deutlich belebter als heute morgen. Aber wir konnten in einem Fastfood-Tempel eine sättigende Mahlzeit erstehen und draußen wie einem Straßenkaffee vernichten.
Genug City für heute. Lieber noch ein wenig Natur erleben.
Ca. eine halbe Stunde von Luxembourg liegt auf deutscher Seite die Teufelsschlucht, eine Felsenlandschaft, die meine Göttergattin immer besonders reizt. Auch von Wasserfällen war dort die Rede, die Irreler Wasserfälle.
Der Parkplatz war schnell gefunden und wir machten uns auf den Weg. Vorbei an Urzeitungetümen ging es in die Schlucht.

Es war wie in der Sächsischen Schweiz, enge Stiege, rutschige Steintreppen und interessant.

Irgendwann waren wir dann dort auch durch

und zu den Irreler „Wasserfällen“ waren es nur noch 1,1 km.

Die schaffen wir auch noch. Es ging heftig bergab. Das hätte uns eigentlich warnen sollen, denn das war kein Rundweg, wir müssen auf jeden Fall wieder rauf.
Endlich angekommen merkten wir, dass es mit dem Namen schon was auf sich hatte. Wasserfälle waren keine zu sehen, nur ein paar mäßig interessante Stromschnellen. Die darüber führende Brücke hatte sich während der Fluten im Frühjahr verabschiedet und war im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runtergegangen.

Aber es hilft ja alles nichts, den Berg müssen wir wieder rauf. Aus dem vorletzten Loch pfeifend erreichten wir den Wagen und konnten die knapp 40 Minuten zum Hotel zurückfahren.
Nach ca. 14 gelaufenen Kilometern – 20.000 Schritte hatten wir für heute genug getan uns ließen uns nur noch geschafft auf die Betten fallen.
Trotz allem: ein schöner Tag



Jetzt geht es mehr oder weniger direkt nach Montreal. Ca. 2,5 Stunden hatte das Navi gestern Abend noch ausgeworfen. Heute waren es drei Stunden. OK, Zeit haben wir genug. Vor allen Dingen, um dem Wasserfall Montmorency noch einen Besuch abzustatten. Was sich nicht ganz trivial gestaltete. Am oberen Ende – dort, wo uns das Navi hingebracht hatte – gab es einen kostenlosen Parkplatz, aber wir hätten im strömenden Regen noch weit laufen müssen. Zeitlich ein Problem. Aber es gab noch einen anderen Platz. Aber da war alles zu und man konnte überhaupt nicht weiter. Schließlich fanden wir mit Google Maps eine Stelle unterhalb des Falls, die sich eindeutig am besten für ein Foto eignete.
Jetzt aber schnell auf die Piste. Denn wir wollten zumindest ein wenig von der Altstadt von Québec sehen. Mehr durch Zufall fanden wir einen Parkplatz an einem Groschengrab – das wird teuer. Und gönnten uns eine halbe Stunde einen Run durch einen winzigen Teil der Altstadt.
Nach den bisherigen Erlebnissen mit nordamerikanischen Städten war das eine große Abwechselung.
Wir fühlten uns ein paar Jahrhunderte zurück in ein europäisches Dorf zurückversetzt. Alte Häuser aus Stein, großvolumige Burgen, die älteste Steinkirche in Nordamerika,
irgendwie hübsch. Leider blieb uns gerade mal eine halbe Stunde, da wir ja noch nach Montreal zum Flughafen wollten/mussten.
Der Regen, der zwischendurch dankenswerterweise während unseres Spazierganges aufgehört hatte, setzte wieder ein und säuberte hoffentlich unseren Wagen.
Dort wurde uns auch sofort ein leckeres Essen serviert. War heute morgen wohl doch noch nicht die Henkersmahlzeit.
Wir fanden uns dann pünktlich am Flieger ein, der leider erst mit 50 Minuten Verspätung abhob.
Da können wir unser mitgebrachtes Frühstück in Ruhe vernichten, die Beladung beginnt erst um 7.40 Uhr. Ein Bediensteter kommt vorbei und versucht unser Begehr auf Französisch zu erfragen. Als er merkt, dass er damit nicht weiterkommt, schaltet er auf Englisch um und nimmt unsere Daten auf.
Es geht los, der Blick zurück verheißt nichts Gutes.
Wir stehen gerade gemütlich auf dem Oberdeck und starren in die Erbsensuppe, als uns ein lautes Tuten fast aus den Schuhen reißt. So hört sich ein Nebelhorn an.
Das lasse ich mir an meinen neuen Truck anmontieren.
Und da liegt St. Simeon im Sonnenschein. Inzwischen hatten wir unsere Fahrt bezahlt und fuhren am Anleger mit der gleichen Routine lässig winkend vom Schiff. Auch das können wir.
Von St. Simeon aus geht es noch ein paar Kilometer nach Norden, wo uns die nächste Fährfahrt erwartet. Richtig, Karin hat nichts ausgelassen, wir nehmen sie alle mit.
Diesmal führt die Fahrt nach Tadoussac und dauert nur ca. 10 Minuten. Sie überquert den Rivière Saguenay, eine Fjord-ähnliche Bucht, die schon ein wenig an Norwegen erinnert.
Unterwegs glaube ich, einen dunklen Rücken gesehen zu haben, der nicht von einem Seelöwen stammt. Aber sicher bin ich mir nicht.
Um doch noch zu einer Walsichtung zu kommen (und damit es nicht beim Walsuchen bleibt), fahren wir noch zu den Dünen in der Nähe. Von dort aus ein toller Blick in die Landschaft, aber von Walen keine Spur. Aber wir geben nicht auf.
Auf dem Rückweg die Spielwiese der hiesigen Spielkinder, die Sanddünen, die mit Dune-Buggies durchpflügt werden.
Und noch eines der vielen hübschen Häuser, die am Straßenrand stehen.
Noch ein wenig weiter nördlich, bei Cap Bon Desir, machen wir einen kleinen Spaziergang hinter das geschlossene Tor und erfreuen uns an der wilden Felslandschaft.
Lassen uns auf den Steinen nieder und halten nach Walen Ausschau.
Und? Wieder Fehlanzeige. Ich glaube, dass die Wale nach Beendigung der Touristensaison vom Fremdenverkehrsbüro nicht mehr bezahlt werden und deshalb keinen Grund haben, sich weiter hier vor der Küste aufzuhalten.
Jetzt müssen wir aber langsam los. Bis Québec sind es noch so einige Kilometer.
und ein paar besonders schöne Blätter auf die Fotoplatte, bis es mehr oder weniger öde in die Großstadt geht.
Logisch, dass wir in Tadoussac noch einmal die Fähre nehmen mussten. 3 mal Fähre pro Tag ist zwar nicht der Rekord, aber schon ganz gut.
Was auffällt, ist, dass die Häuser, die hier am Wegesrand stehen, auch gut gepflegt und hübsch sind, aber längst nicht den Stil von New Brunswicks oder Nova Scotias Küsten aufweisen.
Zwischendurch immer mal wieder Anzeichen von Landwirtschaft.
Wobei: Eigentlich ist doch Idaho das „Land of Potatoes“. Will da jemand dem Bundesstaat in den USA den Rang ablaufen?
Immer wieder sieht man auch, dass die Leutchen hier langsam den Winter erwarten. Hier haben nicht nur die Frauen viel Holz vor der Hütte.
Dann überquerten wir den St. John River über diese imposante Brücke.
Wir kamen gerade dem Zentrum näher als die Fahrerin unseres Wagens trocken meinte: Fahr Du weiter, Du kennst Dich hier besser aus! Hä? War ich in einem früheren Leben schonmal hier?
Wir parkten unseren Wagen auf einem zentralen Parkplatz und ich wühlte mich durch diverse Menüs, bis ich für zwei Stunden ein Ticket gebucht hatte (hoffentlich).
vorbei am Leuchtturm
und dann in Richtung Fußgängerbrücke, eine alte Eisenbahntrasse.
Gut, sowas haben wir in Kupferdreh auch, aber längst nicht sooo lang.
Den Rückweg wollten wir uns durch den Anblick der vielen hübschen Häuser den Weg verschönern.
Dadurch, dass diese Gegend durch Holzindustrie vor ein paar hundert Jahren reich geworden ist,
konnte man sich derart schicke Villen leisten.
Und die Kirchen sind auch nicht ohne.
Auf dem Rückweg kamen wir dann auch noch auf der Main Street in Downtown vorbei.
Der Knochenmann wird auch wohl nur zur Nachtzeit Spaziergänger erschrecken.
Und weiter geht es wieder auf die Autobahn. Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass wir heute das beste Wetter des ganzen Urlaubs hatten? Hiermit gern geschehen.
Die Sonne ging langsam auf den Horizont zu und die Straßen waren leer wie fast immer. Und die Bäume übrigens auch. Was sich vor zwei Wochen noch farbenfroh mit Blättern gezeigt hatte, war jetzt einem zarten Grau gewichen.
Als die Sonne verschwunden war, tauchte sie den Horizont in ein herrliches purpurnes und oranges Licht.
Kurz vor Rivière du Loup mussten wir noch durch eine Baustelle durch. Und die beste Truckfahrerin von allen hat da so eine Eigenschaft: Wenn ihr die Autos auf der Stoßstange kleben, fährt sie besonders vorschriftsmäßig. Schließlich wollen wir ja nicht von den kanadischen Polizisten ein Ticket bekommen.
Das Hotel (hier gibt es kein Best Western) ist total modern und das Zimmer gefällt uns gut. Auf einen Gutschein zur Benutzung des Spaßbades verzichteten wir.