Es ist so RICHTIG gemütlich, in einer Suite aufzuwachen. Ich kann am Rechner ein wenig aufräumen und unsere Kaffeemaschine bemühen, ohne die in tiefen Träumen liegenden Prinzessin zu wecken…
Kommen wir zu unserem ersten Frühstück. Von einem früheren Besuch wussten wir, dass das Frühstücksrestaurant ein langer schmaler Schlauch war, im Normalfall kein Problem, zu Corona-Zeiten schon. Deshalb mussten wir unser Essen vorbestellen, welches dann an einem Tisch bereitgestellt würde, um den Publikumsverkehr auf ein Minimum zu beschränken. Und eine Uhrzeit wurde uns auch angeboten. 7.45 Uhr + 45 Minuten.
Aber können wir nicht auch auf dem Zimmer frühstücken? Ja, aber das Tablett können sie nicht raufbringen. Kein Problem, das schaffen wir noch. Also fanden wir uns um 7.30 Uhr im Frühstücksraum ein und nahmen ein großes Tablett und ein kleineres in Empfang. In unseren riesigen Zimmern haben wir deutlich mehr Platz und wir können uns auch beliebig Zeit lassen.
Was wir dann auch taten. Das machen wir morgen wieder.
Der Himmel zeigte sich von seiner freundlichsten Seite, was uns für den Tag hoffen ließ.
Etwas später gesellte sich unser jüngster Filius hinzu, um uns die Schönheiten von Warnemünde (wir waren ja auch noch nie hier…) zu zeigen.
Auf zum Strand und am Wasser entlang bis zur Hafeneinfahrt.
Das Wetter hatte es sich doch noch anders überlegt und als wir an der Mole ankamen, nieselte es leise und beständig vor sich hin. Aber zumindest ist es nicht allzu voll, wie uns unser Sohn versicherte. Toll.
Wir flüchteten uns ins zentrale Cafe und hielten uns jeder ca. 1,5 Stunden an einem Getränk fest, während wir auf den Regen starrten. Ein Stück Kuchen gesellte sich zum Schluss auch noch dazu.
Als der Regen dann wärmer wurde, stapften wir durch den Hafen bis zur Warnow, wo die richtig großen Pötte ankamen.
Weite, Fernweh, Reise, weg von hier. Das waren so die Gedanken, die einen durchzogen.
Der Rückweg ging durch Downtown Warnemünde, hatten wir bisher noch nicht gesehen.
Zurück im Hotel wurde erstmal eine mächtige Mittagspause, verschönert durch Burger von Peter Pane, eingelegt.
Am Abend brachten wir unseren Jüngsten noch zurück nach Rostock, auch weil wir mal wieder Aldi einen Besuch abstatten mussten.
Und da ich im Wagen wartete, konnte ich ein tolles Beispiel Rostocker Parkkunst beobachten.
Der silberne VW hatte schon gut vorgelegt, was das Treffen der Parklücke betrifft.
Aber als ich sah, wie der schwarze SUV sich einfach vor den Notausgang stellte, obwohl – wie man unschwer sehen kann – drumherum reichlich Parkplätze frei sind, musste ich daran denken, dass auf einem anderen Kontinent nicht die einzigen dummen Menschen leben.
Ab ins Hotel, da ist es so gemütlich.

Als wir dann irgendwann die Autobahn verließen, ging es über schöne Alleen bis nach Anklam. Dieses Nest hatten wir in unserem vorigen Urlaub kurz von außen gesehen und wollten jetzt intensiv eintauchen.
Einige schöne Backsteingebäude zieren diese Stadt, in der Otto Lilienthal geboren wurde.
Aber wir waren schnell durch und fuhren nach Norden, nach Usedom. Der Seebrücke mussten wir einen kurzen Besuch abstatten, das Meer riechen, die Wellen sehen.
Jetzt war schon soviel Zeit vergangen, dass uns für Greifswald und Strahlsund keine Zeit mehr blieb. Abgesehen davon war der Himmel mittlerweile zugezogen. Gegen 18.30 Uhr trafen wir dann auch am Hotel ein und hatten richtig GLÜCK. Wir bekamen die Min Herzing Suite zugewiesen. Hier bleiben wir.
Nachdem wir uns von der Überraschung erholt hatten, wollten wir nochmal Seeluft schnuppern und machten uns bei Dunkelheit auf den Weg nach Downtown.
Hier ergab sich auch noch die Gelegenheit für ein paar Langzeitbelichtungen.
Zurück im Hotel werden wir richtig schön unsere Suite genießen.
Von der Langen Brücke aus hatte man einen schönen Blick über die Havel. Und wie man sehen kann, spielte das Wetter mit. Wenn Engel reisen, lacht der Himmel. Da ist doch was dran.
Wir kamen zuerst am Landtag von Brandenburg vorbei (an der Rückseite, was mir beim Betrachten der Karte jetzt erst bewusst wird).
Danach bogen wir nach rechts ab, linker Hand das Filmmuseum Babelsberg.
Bis wir vor der St. Nikolaikirche standen. Ein sehr schöner Bau, auch von innen.
Einmal kurz umgedreht und schon hatten wir den Eingang des Landtages vor uns. Wir durften sogar rein. Kurz die Adresse angeben, Hände desinfizieren, Maske zurechtrücken und schon waren wir drin. Überall „Security“, wenn man sie so nennen darf, ich würde sie eher als freundliche Hilfskräfte bezeichnen. Es müssen um die 100 gewesen sein, die an jeder Ecke maskiert herumstanden.
Richtig schön wurde es auf der Aussichtsplattform, wo man einen Blick in den Vorhof und auf die hinten liegende Kirche werfen konnte.
Wir marschierten die Friedrich-Ebert-Straße entlang, teilweise waren die Geschäfte sogar geöffnet.
Kurz vor dem Nauener Tor gehen rechts ein paar Straßen ab, die uns in eine komplett andere Welt versetzten. Hier ist das
Wir wollten als nächstes zum „kleinen Brandenburger Tor“, aber hielten das Jägertor in einem Anfall von Geistesverwirrung dafür.
Wahrscheinlich war der gefallene Blutzucker Schuld daran. Dagegen kann was getan werden. Uns stieg ein verlockender Duft von Curry in die Nase. Was nicht weiter verwunderlich war, lag doch zur rechten Hand ein Indisches Restaurant. Mit vielen leeren Tischen draußen. Wir suchten uns den am weitesten abseits liegenden (auch auf die Gefahr hin, dass wir vom Personal übersehen wurden) und bekamen ein sehr schmackhaftes Curry-Huhn serviert.
Zurück ging es über die Lindenstraße mit vielen kleinen süßen Geschäften und Läden bis zur Havel, wo wir auch unser Auto wiederfanden, welches brav auf uns gewartet hatte.
Letztes Ziel: Die Glienicker Brücke mit Blick auf Schloss Babelsberg. Wir waren schon x-mal daher gefahren, konnten aber nie auch nur andeutungsweise in der Nähe einen legalen Parkplatz ergattern. Diesmal hatten wir Glück. Schon nach gefühlt 5km Fußmarsch zurück hatten wir den Blick auf das Schloss Babelsberg. Diesmal allerdings waren die Wolken hereingezogen. Wie war das mit den Engeln?
Noch einen Schuss auf die Brücke selbst und es geht zurück zum Hotel, zur letzten Nacht dort.
Morgen geht es weiter Richtung Norden, immer gerade aus, bis zum Bommerlunder – oder bis Warnemünde. Je nachdem, was wir zuerst sehen.
Aber wie schon bei einem anderen Ziel – Bielatal – fuhren wir kilometerweit über landschaftlich schöne Strecken, herrliche Baumalleen, alles total einsam und standen plötzlich mal wieder auf einem vollen Parkplatz.
Dieses ist mittlerweile mehr als 100 Jahre alt, aber noch immer in Betrieb. Aber nicht mehr lange. Direkt angrenzend steht bereits ein neues, welches ca. 30 m längere Schiffe transportieren kann.
Zur Zeit noch im Testbetrieb wird es demnächst das alte Hebewerk ersetzen. Eine Besichtigungstour durch das Hebewerk schenkten wir uns angesichts der Besuchermassen.
Das eine Foto zeigt das Hebewerk mit leerer „Wanne“ und dann sah man diese innerhalb von ca. 10 Minuten langsam runterschweben. Und das zum Transport von ein paar Kanuten.
Da gerade Zeit für die Mittagspause war, schlenderten wir ein wenig am Kanal entlang und machten auf einem Steg gemütlich Mittagspause.
Auf dem Rückweg gab es noch einen Fotostop an der Niederfinower Hebebrücke. Holland, wie bist Du so nah.
Etwas Zeit blieb noch bis zur Heimfahrt. Im Besucherzentrum gab man uns ein paar Tipps, unter anderem die Klosterruine Chorin. Nur unweit entfernt erreichten wir sie nach kurzer Zeit. Logischerweise war auch hier der Parkplatz kostenpflichtig. Ich habe langsam den Eindruck, dass die größten Gewinner der Vereinigung die Hersteller von Parkscheinautomaten sind.
Für das Kloster selbst wurde logischerweise auch ein Eintritt fällig, aber ich war der Meinung, dass man von außen auch schon gut was sehen kann. Konnte man auch.
Auf dem Rückweg zum Parkplatz noch ein Blick auf die Ruine des alten Wasserpumpwerks, dann hatten wir für heute genug gesehen.
Wieder ein toller Tag, das Wetter hat klasse mitgespielt.
Danach kommt das Lingnerschloss.
Aber wir hatten noch reichlich Zeit und schauten in unsere Übersichtskarte von Dresden. Da wurde südöstlich von Dresden und ein wenig südwestlich von Pirna der Barockgarten Groß-Sedlitz angeboten. Why not?
Meine Göttergattin konnte ich nur mit Mühe abhalten, die Blumen und was dazugehörte, komplett mitzunehmen. Und mich zwangszuverpflichten, jedes einzelne Pflänzchen abzulichten. Puh, Glück gehabt.
Was gibt es noch in der Ecke, wenn wir schonmal hier sind?
Jetzt aber auf die Piste, Berlin ruft. Und wir hörten zu.
Aber wer A sagt, muss auch F wie Führung sagen.
Langsam kletterten wir zuerst auf Treppen nach oben. Da unser Führer die meiste Zeit redete, fiel es nicht großartig auf, dass meine Göttergattin immer stiller wurde.
Während des Vortrages erfuhren wir auch, dass ich mit meiner Bezeichnung „Braunkohlebagger“ total falsch lag. Dieses Riesengerät (Länge über 500m) dient NICHT dazu, irgendwelche Braunkohle zu fördern oder befördern. Es handelt sich bei der F60 (es gibt noch drei weitere, die noch aktiv sind) um eine Abraumförderbrücke, die nur dazu dient, die Erde ÜBER der Braunkohle abzutransportieren, damit die Braunkohlebagger selbst die eigentliche Förderung übernehmen. Auf der einen Seite wird die Erde mit Schaufeln abgekratzt und am anderen Ende der Brücke auf große Haufen geworfen.
In luftiger Höhe hatten wir dann einen herrlichen Überblick über den Bergheider See.
Dort stand übrigens vor Beginn des Tagebaus das Dorf Bergheide. Dieses wurde logischerweise abgerissen und die Bewohner in damals übliche hübsche Plattenbauten umgezogen.
Langsam ging es wieder hinab, auf der gegenüberliegenden Seite, frischer Wind fuhr durchs Haar und man konnte die wunderbare Aussicht genießen.
Unten angekommen musste ich mein Fisheye aufmontieren und trotzdem noch ein ganzes Stück zurückgehen, um dieses Biest komplett draufzubekommen.
Dann war die Führung auch schon zu Ende. Ein wirkliches Erlebnis, was seine 12,50 Euro durchaus wert war.
Jetzt noch schnell nach Berlin (-Mahlow im Süden). Hier bekamen wir ein schönes Zimmer. Da morgen Feiertag ist, deckten wir uns noch kurz mit ein paar Lebensmitteln ein und ließen den Abend ausklingen.