Na, wie ist das Wetter heute im regnerischen Page? Oder sollte ich besser sagen: Aachen? Whatever. Der Blick aus dem Fenster offerierte ein wenig blauen Himmel bei regennasser Straße über der Glen-Canyon Area.
Nichts wie hin. Nach einem guten Frühstück setzten wir uns ins Auto und fuhren in Richtung Glen Canyon Dam.
Wie immer, wenn wir hier sind, gehört auch ein Besuch der vorgelagerten Felsenlandschaft dazu, die über eine gut erhaltene Dirt Road (wurde gerade frisch gegraded) leicht zu erreichen war.
Und wenn dort die Sonne reinscheint, wer braucht da die Wave? Eine fantastische Felsenlandschaft öffnet sich, jeder Schritt ein neuer Blick, jeder Ecke ein anderer View. Wir hätten uns den ganzen Tag dort aufhalten können.
Aber noch gibt es anderes zu tun. Der Damm wartet. Wir parkten auf der Page-Seite und machten uns auf den Weg, um den einen oder anderen Blick in die Tiefe zu werfen (das ist übrigens das einzige, was man da runter werfen darf).
Auch aus der Höhe ist dieser Damm absolut imposant. Zwischendurch kurz die Straße überquert und einen Blick in das Tal des Colorado geworfen.
Übrigens waren die Erbauer des Zauns so umsichtig gewesen, alle paar hundert Meter ein „Fenster“ einzubauen, durch das man das Objektiv der Kamera stecken konnte, ohne den Maschendrahtzaun im Vordergrund zu haben. Danke.
Vom Carl Hayden Visitor Center noch ein anderer Blick auf Damm und Brücke und diesen Punkt haben wir erstmal abgehakt.
Nächster TOP: Adventurous Antelope Canyon. Hier hatte ich eine Fototour in die Slot Canyons geschenkt bekommen und ich wollte mich über die Vorbedingungen erkundigen: Pro Person eine Bag, bleibt im Wagen, Kameras sind zwei erlaubt, Flasche Wasser, Stativ.
Natürlich regnete es auch hier und zu diesem Zeitpunkt. Hätte ich fast vergessen zu erwähnen.
Da wir annahmen, dass der Walmart ein dichtes Dach hat, fuhren wir als nächstes dorthin, um unsere Vorräte aufzufrischen. Check.
Dann hatte meine Mutter den Wunsch geäußert, mal Essen zu gehen. Das sollte möglich sein. OK, die beiden Steak-Häuser in direkter Nähe des Hotels hatten nicht geöffnet. Aber schließlich fanden wir bei einem Mexikaner einen freien Tisch. Eine so farbenfrohe Deko hatte ich noch nicht gesehen.
Aber da sich auch Arbeiter und andere Einheimische hier einfanden, konnte man einigermaßen sicher sein, dass es keine Touristenabzocke und authentisch war. Das Essen war auch lecker und gut gesättigt ging es wieder auf die Piste.
Wohin geht es jetzt? Die eigentliche Planung hatte vorgesehen, dass wir zum Marble Canyon und zu Lees Ferry fahren wollten. Aber die schwarzen Wolken wirkten nicht so direkt einladend. Über dem Stausee schien noch deutlich mehr die Sonne. Und der ist immer einen Besuch wert. Also überquerten wir den Damm ein weiteres Mal und fuhren auf dem Lakeshore Drive parallel zur 89 nach Norden. Wesentlich neue Einblicke eröffneten sich uns nicht.
Wieder auf der Hauptstraße, geht es über die Staatsgrenze nach Utah zum Lone Rock Campground. Einer unserer großen Favoriten. Den haben wir schon becampt, als es dort noch keine Gebühren, aber auch keine sanitären Einrichtungen gab. Auf einem Parkplatz am oberen Ende waren dann plötzlich unsere Batterien leer und wir legten alle im Auto ein kleines Nickerchen ein.
Die Sonne stahl sich immer wieder zwischendurch durch die Wolken und setzte einzelne Felsen in schönes Licht.
Dann zurück nach Page und weiter entscheiden. Es war mittlerweile 17 Uhr geworden. Auf der Straße gab es eine Stichstraße zum Wahweap Overlook. Hatten wir bisher immer außer Acht gelassen. Ein Fehler, denn von hier aus gab es einen fantastischen Überblick über die gesamte Seen- und Felsenlandschaft. Das untere Foto ist der Versuch eines Panorama-Fotos, ist anklickbar und könnte etwas länger mit dem Laden dauern..
Für den Marble Canyon war es inzwischen zu spät geworden und die graue Wand, die sich in Richtung Süden auftat, war nicht gerade einladend. Ob das Kraftwerk wohl was damit zu tun hat? Das Grau könnte jedenfalls passen.
OK, Feierabend, in der Lobby werden die Fotos bei ein paar Tassen Kaffee vorbereitet und der Bericht geschrieben. Und morgen geht es auf Fototour.

Dann hätten wir eigentlich auf der 191 bleiben können, aber uns stand mehr der Sinn nach Aufregung und Abenteuer. Also bogen wir auf die 95 nach Südosten ab zum Natural Bridges National Park. Dort waren wir 1987 zum ersten Mal gewesen und hatten wegen des Umweges diesen schönen Park immer links liegen gelassen.
die Kachina und die Owachomo Bridge. Eigentlich wollten wir alle drei bewandern, d.h. nach unten laufen. Aber schon der Trip zur ersten Brücke dauerte eine Stunde und erwies sich als Abenteuerspaziergang. Über Treppen und Leitern ging es steil hinab, bis wir ca. 160 m tiefer unter dem Bogen der Brücke standen.
Und leider mussten wir den gleichen Weg auch wieder rauf.
Als das geschafft war, besichtigten wir nur noch die Kachina Bridge
Anschließend ging es auf die 261, damit wir über den Moki Dugway wieder auf die 191 stießen.
Und natürlich Straßenbau auf amerikanisch.
Unten angekommen machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Goosenecks State Park. Der San Juan River windet sich mäandernd durch die Felsen und der Schleifen wird man nur mit einem Fisheye Herr.
Nächster Fotostop der Mexican Hat
und dann geht es auf zum Monument Valley. Eigentlich wäre ich gerne die Schleife im Tal noch durchfahren, aber aufgrund der vorangeschrittenen Zeit gönnten wir uns nur von außen Blicke auf die sichtbaren Felsen.
Südlich vom Tal der Monumente geraten wir in einen Staubsturm, mal was anderes.
Und dann auf die langweilige Straße nach Page.
Das Hotel ist sehr schön, allerdings ist das Internet so grottenschlecht, wie ich es in diesem Urlaub noch nicht hatte. Auf dem Zimmer bricht die Verbindung immer wieder ab, so dass ich die paar Bilder in der Lobby Stück für Stück hochlade.
Wir befinden uns auf der gegenüberliegenden Seite des Dead Horse Point State Park und auch des Canyon Land National Park.

Die Straße ist noch das beste an diesem Teil des Ausfluges, denn am Horizont sieht man neben einfachen Wolken auch Unwetter, die sich genüßlich über dem Land entladen.
Und dort, wo wir gerade einen interessierten Blick in die Needles Section werfen wollen, ist die Wolken- bzw. Regenwand so dicht, dass man von den feingezackten Bergen in rot und weiß (weiß ich von früheren Besuchen) nichts, aber auch gar nichts sehen kann.
Aber zumindest die Pflanzen erstrahlen in gewohnter Farbenpracht, wenn auch das sonnige Leuchten fehlt. Hier ein Indian Paintbrush.
Und natürlich lässt sich die beste Handyfotografin von allen nicht davon abhalten, ein Selfie mit Canyon zu machen.
Da sich der Tankinhalt bedrohlich seinem Ende zuneigte (es waren nur noch 170 Meilen drin), überlegten wir, wo wir die Picknickpause verbringen könnten.
Auf der gut ausgebauten Forest Road 101 ging es dann in die Berge zum Newspaper Rock.
Ich hatte schon die Befürchtung, ich müsse Schneeketten aufziehen (die ich natürlich nicht dabei hatte). Die Temperatur sank auf 0°C und erst als wir den Pass überwunden hatten, zeigte sich in der Ferne ein wenig Sonnenlicht.
Den Newspaper Rock besuchten wir hauptsächlich aus sentimentalen Gründen. Hier hatten wir 1987 zum ersten Mal mit dem Zelt übernachtet. Im Bach wuschen wir uns die Haare, eine herrlich unbeschwerte Zeit. Der Zeltplatz ist mittlerweile geschlossen, die Natur hat übernommen, nur die indianischen Wandmalereien glänzen wie eh und je und werden hoffentlich auch noch in 1000 Jahren die alten Tweets verkünden.
Anscheinend war das halbe Sub meiner Göttergattin nicht genug, denn plötzlich stand sie auf der Ladefläche und vernichtete noch Würstchen. Gut so, da bekommen wir Platz in der Kühltruhe.
Der Weg zurück verlief wenig spektakulär. Ein paar Felsen an der 191 bekamen tätsächlich ein paar Sonnenstrahlen ab.
Und die Wilson Arch ließ sich komplett in der Sonne ablichten (ok, 1/160sek. Belichtung). Was wir noch nicht gesehen hatten, war das Seil, welches vom Bogen aus nach unten hing. Ob da wohl jemand schaukeln möchte?
Kurz bevor wir in unsere Wohnstraße einbogen, unsere Wohnanlage ebenfalls (noch) im Sonnenlicht.
Wir hatten zwischendurch überlegt, zum Sonnenuntergang nochmal in die Arches zu fahren, aber der dunkle Himmel im Hintergrund riet davon ab. Macht nichts, zuhause gibt es Pizza.

Da die Sonne gerade mal für kurze Zeit in unser Wohnviertel schien, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Rundumfotos. Die ganzen ATV-Fahrer waren zum Sonntag morgen mit ihren Trucks wieder abgereist.
Was machen wir heute? Der Himmel zeigte sich in einem zarten Grau, passend zu unserer Bettwäsche. Sollte das ein Zeichen sein?
Wir schafften es gerade mal bis zu den Fisher Towers, die wie die meisten anderen Berge ohne Sonne einfach nur langweilig aussehen. Aber damit müsst ihr für heute leben.
Auf dem Rückweg sahen wir dann Schilder zu den „Rapids“ = Stromschnellen. Ob uns hier etwas Action geboten wird?
Hier sahen wir dann mutige Männer und Frauen, die den wilden Wassern des Colorados trotzten und möglicherweise bis auf die Haut durchnässt ihren Kampf gegen die Fluten bis zur Selbstaufgabe fortsetzten.
Aber zumindest in SW macht die Brücke was her.
Ziel: Die Corona Arch und die Bowtie Arch. Es gibt auf der Straße einen großen Parkplatz, von wo aus es auf einem 1,5 Meilen Trail in die Berge geht.
Der Weg führte über eine stellenweise mit Stahlseil gesicherte „Treppe“ und kurze Zeit später sahen wir die beiden Arches vor uns.
Die Corona Arch wurde früher von Jugendlichen als große Schaukelhalterung benutzt. Sie entspricht in der Größe in etwa der Delicate Arch, nur hat sie nicht ihr „Alleinstehungsmerkmal“. Nach einigen Unfällen wurde das gesamte Gebiet auch zur „non rope swinging area“ erklärt.
Damit man mal die Größenverhältnisse sieht, bat ich die beste Kletterin von allen, sich mit ihren Schuhen (hatte ich schon erwähnt, dass sie auf den Felsen gut liefen) mal unter die Arch zu stellen.
Und so sieht die Arch menschenleer aus:
Auf dem Rückweg widmeten wir dann auch der Bowtie Arch ein Foto. Die beiden haben es schon schwer, da sie nicht Teil des Arches National Parks sind.
Hier mal beide friedlich nebeneinander vereint.
Und der Blick zurück ins Tal ist auch nicht ohne.
Habt ihr schon davon gehört, dass Trails mit sogenannten Cairns = Steinhaufen markiert sind. Üblicherweise soweit voneinander entfernt, dass man sich von Haufen zum nächsten Haufen in Sichtweite vorantasten kann.
Am Auto zurück fuhren wir noch ein kleines Stück auf der 279 weiter, denn unser Bedarf an Arches war für heute noch nicht gesättigt. Nahe an der Straße sollte die Jug-handle Arch liegen. Wir sahen das Schild, fanden die Einfahrt zu einer Straße und verpassten die Arch. Erst nachdem wir eine Meile die Dirtroad in Richtung Canyonrand gefahren waren, trafen wir auf ein entgegenkommendes ATV. Und deren Fahrer sagte uns, die Arch stände direkt an der Straße (also dahin, wohin das Schild zeigte). Zurück an der Einmündung sahen wir sie dann auch.
Angesichts des trüben Wetters hatten wir zu mehr Aktivitäten keine Lust und machten uns ausnahmsweise früh auf den Weg nach Hause, um dort abzuhängen.
Eine Information, die zwischendurch als Frage reinkam: Haben die denn in den USA kein vernünftiges Brot? Genau genommen bekommt man in den meisten Supermärkten Toastbrot in den verschiedensten Ausfertigungen, welches getoastet wie getoastetes Toastbrot schmeckt. In früheren Jahren haben wir auch in einem Safeway mal Lieken Urkorn gesehen.
Aber kommen wir zu unserem Tagesziel in der Überschrift. Gegenüber dem Arches National Park liegt der Canyonlands National Park. Für mich einer der schönsten Parks überhaupt. Er ist im Vergleich zum Arches groß und teilt sich in drei Teile auf: Den Needles District, die Maze und Island in the Sky. Während die Maze für Fahrzeuge nahezu unzugänglich ist und sich der Needles District hauptsächlich dem Wanderer erschließt, kann der letzt genannte Teil gut mit dem Auto befahren werden.

Sie macht bei normalem Tageslicht nicht soviel her. Aber wenn man sich die Mühe macht, zum Sonnenaufgang hierher zu kommen und sich den Platz mit 50-60 anderen Foto-Enthusiasten (-Verrückten) teilt, kann man einen Sonnenaufgang mitbekommen, der seinesgleichen sucht.
Wir begnügten uns mit der Daytime-Version und suchten uns danach ein Plätzchen für ein Picknick. Ein kleiner Zaungast wartete schon darauf, dass etwas vom Tisch herunterfiele. Zum richtigen Betteln sind diese Tierchen zu vornehm.
Weiter ging es zum Grand View Point, der, wie der Name schon sagt, einen der großartigsten Ausblick in diesen Park bietet.
Weiter geht es mit Blick auf die Berge zur Rechten, bis wir zum Green River Overlook kamen.
Diesen Aussichtspunkt habe ich für mich zum schönsten Punkt der Erde auserkoren und kein Foto kann diesem Eindruck auch nur andeutungsweise gerecht werden. Deshalb stellte ich einfach nur die Kamera aufs Stativ und ließ zwei Zeitrafferaufnahmen von je einer halben Stunde laufen, während ich einfach nur in die Landschaft starrte, sie in mich aufsog und die Stille genoss.
Mittlerweile war es 16.30 Uhr geworden und über die „Schnellstraße“ hätte es auch einige Zeit gedauert. Aber uns fehlte noch „Action“, die Butter zum Brot. Also bogen wir direkt ausserhalb des Parkeinganges auf den Shafer Trail ein. Eine Jeep Route, die direkt an der Felswand nach unten führt und meiner Mutter einiges abverlangte. Aber Aussteigen und Laufen kam auch nicht in Frage.
Immer wieder kamen uns andere Fahrzeuge auf dem Weg nach oben entgegen und wir warteten höflich an einer Ausweichstelle, bis sie vorbei waren. Bei der Gelegenheit stellte ich auch fest, dass sich unser F150 sehr gut in den engen Kehren machte. Scheint einen relativ kleinen Wendekreis zu haben.


Das im Vordergrund ist schon auskristallisiertes Salz.
Und auch, welche Outdoor-Aktivitäten noch von Moab aus angeboten werden: Klettern an den steilen Felsen. Da komme ich mir mit meiner Liebe zu Backroads noch fast normal vor.
In Moab angekommen, erstmal in den Supermarkt, diverse Lebensmittel und etwas Fleisch für den Grill.