22.05.2019 – Page und Umgebung

Na, wie ist das Wetter heute im regnerischen Page? Oder sollte ich besser sagen: Aachen? Whatever. Der Blick aus dem Fenster offerierte ein wenig blauen Himmel bei regennasser Straße über der Glen-Canyon Area.

Nichts wie hin. Nach einem guten Frühstück setzten wir uns ins Auto und fuhren in Richtung Glen Canyon Dam.

Wie immer, wenn wir hier sind, gehört auch ein Besuch der vorgelagerten Felsenlandschaft dazu, die über eine gut erhaltene Dirt Road (wurde gerade frisch gegraded) leicht zu erreichen war.

Und wenn dort die Sonne reinscheint, wer braucht da die Wave? Eine fantastische Felsenlandschaft öffnet sich, jeder Schritt ein neuer Blick, jeder Ecke ein anderer View. Wir hätten uns den ganzen Tag dort aufhalten können.

 
 
 
 
Aber noch gibt es anderes zu tun. Der Damm wartet. Wir parkten auf der Page-Seite und machten uns auf den Weg, um den einen oder anderen Blick in die Tiefe zu werfen (das ist übrigens das einzige, was man da runter werfen darf).

Auch aus der Höhe ist dieser Damm absolut imposant. Zwischendurch kurz die Straße überquert und einen Blick in das Tal des Colorado geworfen.

Übrigens waren die Erbauer des Zauns so umsichtig gewesen, alle paar hundert Meter ein „Fenster“ einzubauen, durch das man das Objektiv der Kamera stecken konnte, ohne den Maschendrahtzaun im Vordergrund zu haben. Danke.

Vom Carl Hayden Visitor Center noch ein anderer Blick auf Damm und Brücke und diesen Punkt haben wir erstmal abgehakt.

 
 
Nächster TOP: Adventurous Antelope Canyon. Hier hatte ich eine Fototour in die Slot Canyons geschenkt bekommen und ich wollte mich über die Vorbedingungen erkundigen: Pro Person eine Bag, bleibt im Wagen, Kameras sind zwei erlaubt, Flasche Wasser, Stativ.

Natürlich regnete es auch hier und zu diesem Zeitpunkt. Hätte ich fast vergessen zu erwähnen.

Da wir annahmen, dass der Walmart ein dichtes Dach hat, fuhren wir als nächstes dorthin, um unsere Vorräte aufzufrischen. Check.

Dann hatte meine Mutter den Wunsch geäußert, mal Essen zu gehen. Das sollte möglich sein. OK, die beiden Steak-Häuser in direkter Nähe des Hotels hatten nicht geöffnet. Aber schließlich fanden wir bei einem Mexikaner einen freien Tisch. Eine so farbenfrohe Deko hatte ich noch nicht gesehen.

 
Aber da sich auch Arbeiter und andere Einheimische hier einfanden, konnte man einigermaßen sicher sein, dass es keine Touristenabzocke und authentisch war. Das Essen war auch lecker und gut gesättigt ging es wieder auf die Piste.

Wohin geht es jetzt? Die eigentliche Planung hatte vorgesehen, dass wir zum Marble Canyon und zu Lees Ferry fahren wollten. Aber die schwarzen Wolken wirkten nicht so direkt einladend. Über dem Stausee schien noch deutlich mehr die Sonne. Und der ist immer einen Besuch wert. Also überquerten wir den Damm ein weiteres Mal und fuhren auf dem Lakeshore Drive parallel zur 89 nach Norden. Wesentlich neue Einblicke eröffneten sich uns nicht.

Wieder auf der Hauptstraße, geht es über die Staatsgrenze nach Utah zum Lone Rock Campground. Einer unserer großen Favoriten. Den haben wir schon becampt, als es dort noch keine Gebühren, aber auch keine sanitären Einrichtungen gab. Auf einem Parkplatz am oberen Ende waren dann plötzlich unsere Batterien leer und wir legten alle im Auto ein kleines Nickerchen ein.

Die Sonne stahl sich immer wieder zwischendurch durch die Wolken und setzte einzelne Felsen in schönes Licht.

Dann zurück nach Page und weiter entscheiden. Es war mittlerweile 17 Uhr geworden. Auf der Straße gab es eine Stichstraße zum Wahweap Overlook. Hatten wir bisher immer außer Acht gelassen. Ein Fehler, denn von hier aus gab es einen fantastischen Überblick über die gesamte Seen- und Felsenlandschaft. Das untere Foto ist der Versuch eines Panorama-Fotos, ist anklickbar und könnte etwas länger mit dem Laden dauern..

 
Für den Marble Canyon war es inzwischen zu spät geworden und die graue Wand, die sich in Richtung Süden auftat, war nicht gerade einladend. Ob das Kraftwerk wohl was damit zu tun hat? Das Grau könnte jedenfalls passen.

OK, Feierabend, in der Lobby werden die Fotos bei ein paar Tassen Kaffee vorbereitet und der Bericht geschrieben. Und morgen geht es auf Fototour.

 

21.05.2019 – Fahrt von Moab nach Page

Auch dieses gemütliche Ferienhaus müssen wir verlassen. Besonders genossen habe ich das schnelle Internet. Ca. 50 mbit im Down- und Upload zeigte die Messung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass mir am kommenden Abend das genaue Gegenteil zur Verfügung stehen würde.

Um 9.20 Uhr waren wir schon auf der Straße. Der Himmel war leicht bläulich und wir fuhren die 191 Richtung Süden, durch Monticello durch bis nach Blanding, wo wir am Visitor Center eine kurze Pause einlegten.

Dann hätten wir eigentlich auf der 191 bleiben können, aber uns stand mehr der Sinn nach Aufregung und Abenteuer. Also bogen wir auf die 95 nach Südosten ab zum Natural Bridges National Park. Dort waren wir 1987 zum ersten Mal gewesen und hatten wegen des Umweges diesen schönen Park immer links liegen gelassen.

Die Hauptattraktionen sind drei natürliche Brücken, die Sipapu Bridge,

die Kachina  und die Owachomo Bridge. Eigentlich wollten wir alle drei bewandern, d.h. nach unten laufen. Aber schon der Trip zur ersten Brücke dauerte eine Stunde und erwies sich als Abenteuerspaziergang. Über Treppen und Leitern ging es steil hinab, bis wir ca. 160 m tiefer unter dem Bogen der Brücke standen.

 
 
 
Und leider mussten wir den gleichen Weg auch wieder rauf.

Als das geschafft war, besichtigten wir nur noch die Kachina Bridge

und die Owachomo Bridge von oben.

Anschließend ging es auf die 261, damit wir über den Moki Dugway wieder auf die 191 stießen.

Hierzu fährt man ca. 20 Meilen über plattes Land, bis man plötzlich darauf hingewiesen wird, dass es steil nach unten gehen wird.

Die asphaltierte Straße wird auf den Serpentinen zur Dirtroad. Eigentlich wollten wir vorher noch den Aussichtspunkt besichtigen, aber der herunterprasselnde Hagelschauer ließ uns im gemütlichen warmen Wagen verbleiben.

Auf dem Weg nach unten wie immer fantastische Ausblicke auf das Land, Wolkenformationen wir Türme, Wände aus Grau.

 
 
Und natürlich Straßenbau auf amerikanisch.

Unten angekommen machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Goosenecks State Park. Der San Juan River windet sich mäandernd durch die Felsen und der Schleifen wird man nur mit einem Fisheye Herr.

Nächster Fotostop der Mexican Hat

und dann geht es auf zum Monument Valley. Eigentlich wäre ich gerne die Schleife im Tal noch durchfahren, aber aufgrund der vorangeschrittenen Zeit gönnten wir uns nur von außen Blicke auf die sichtbaren Felsen.

 
 
Südlich vom Tal der Monumente geraten wir in einen Staubsturm, mal was anderes.

 
Und dann auf die langweilige Straße nach Page.

Kurz vor Page türmt sich eine weitere Wolkenwand auf. Gut, dass unser Auto dicht ist.

Das Hotel ist sehr schön, allerdings ist das Internet so grottenschlecht, wie ich es in diesem Urlaub noch nicht hatte. Auf dem Zimmer bricht die Verbindung immer wieder ab, so dass ich die paar Bilder in der Lobby Stück für Stück hochlade.

Der nette Concierge verweist auf ein Schild, auf dem sich das Hotel für die schlechte Connection entschuldigt. Sie sind nicht mit Glasfaser, sondern über Satellit angebunden. Und das ist bei schlechtem Wetter nicht unbedingt besser. Das kann ja heiter werden.

Also schreibe ich den Text erstmal offline in einen Texteditor rein und schicke ihn dann von der Lobby aus ab. Denn im Zimmer ist es noch instabiler.

Ach ja: zum Abendessen auf dem Zimmer machen wir (vermutlich erstmalig in Page) die Heizung an.

Das Schreiben des Tagesberichts erweist sich auch in der Lobby als Geduldsprobe, Frank in Alaska, ich kann Dich verstehen. Bitweise tröpfeln die Daten durch die Leitung. Da sind wir selbst in Deutschland noch besser dran.

20.05.2019 – Anticline Overlook

Nun ist es passiert: Ich laufe in Moab mit langer Hose rum. Die Temperaturen (9-11°C) außerhalb des Hauses lassen Shorts unvernünftig erscheinen. Aber die Flip-Flops (immerhin die Winter-Version) haben sie mir nicht austreiben können.

Da das Wetter weiterhin vielversprechend schlecht ist, beschließen wir, Richtung Süden zu fahren. Ob es da wohl wärmer ist? Ca. 20 Meilen auf der 191 fährt man, bis in westlicher Richtung eine Straße zum Anticline- und zum Needles Overlook abgeht. Vor vielen Jahren sind wir diese Route mit dem Wohnmobil mal gefahren. Sie führt im Endeffekt ca. 30 Meilen wieder zurück, nur zum Canyonrand.

Nach einer Gabelung, die auch zum Needles Overlook führt, sind die letzten 17 Meilen zum Anticline Overlook Gravel Road, aber in einem guten Zustand. Anticline oder Antiklinale auf Deutsch bezeichnet einen geologischen Sattel, eine Erdaufwerfung. Der erdgeschichtliche Background interessierte mich in diesem Moment eher weniger, dafür aber der Blick, den man von dort aus hatte.

Wir befinden uns auf der gegenüberliegenden Seite des Dead Horse Point State Park und auch des Canyon Land National Park.

Direkt vor uns liegt ein Bergrücken, um den eine „Straße“ herumführt. Wie die Ameisen kriechen die Autos dort entlang. Selbst auf die Entfernung kann man sehen, dass die Fahrer sehr vorsichtig unterwegs sind. Es ist der Chicken Corners Trail mit dem Hurrah Pass, der von der Kane Creek Road aus beginnt.

In der Ferne kann man das Tal des Colorado sehen, ein grüner Streifen markiert die nördlichen Ausläufer von Moab. Und wenn man auf dem ersten Bild gaaanz genau hinschaut, kann man im Hintergrund sogar das North Window der Windows Section im Arches National Park sehen.

Zur linken erkennt man die Felsen des Dead Horse Point State Park, am rechten Bildrand die Potasche-Becken.

Es geht weiter, zurück die 17 Meilen auf der Dirt Road und am Y biegen wir dann auf die asphaltierte Straße zum Needles Overlook ab.

Die Straße ist noch das beste an diesem Teil des Ausfluges, denn am Horizont sieht man neben einfachen Wolken auch Unwetter, die sich genüßlich über dem Land entladen.

 
 
Und dort, wo wir gerade einen interessierten Blick in die Needles Section werfen wollen, ist die Wolken- bzw. Regenwand so dicht, dass man von den feingezackten Bergen in rot und weiß (weiß ich von früheren Besuchen) nichts, aber auch gar nichts sehen kann.

 
Aber zumindest die Pflanzen erstrahlen in gewohnter Farbenpracht, wenn auch das sonnige Leuchten fehlt. Hier ein Indian Paintbrush.

Und natürlich lässt sich die beste Handyfotografin von allen nicht davon abhalten, ein Selfie mit Canyon zu machen.

Da sich der Tankinhalt bedrohlich seinem Ende zuneigte (es waren nur noch 170 Meilen drin), überlegten wir, wo wir die Picknickpause verbringen könnten.

Die nächste Stadt ist dann Monticello. Hier suchten wir als erstes eine Maverick-Tankstelle auf und als einziges uns im Ort bekanntes Fast-Foot-Restaurant stand hier Subway zur Verfügung. Why not? Überraschung eins des Tages: Meine Mutter war noch nie dort gewesen (obwohl wir sogar einen Subway im Ort haben).

Überraschung zwei: Wir stellten ihr einen Rindfleisch-Sub zusammen und er schmeckte ihr gut. Alle waren so einigermaßen gesättigt und es ging weiter durch den Wintersportort Monticello (was würden die Bewohner lachen, wenn sie das lesen?).

Auf der gut ausgebauten Forest Road 101 ging es dann in die Berge zum Newspaper Rock.

Ich hatte schon die Befürchtung, ich müsse Schneeketten aufziehen (die ich natürlich nicht dabei hatte). Die Temperatur sank auf 0°C und erst als wir den Pass überwunden hatten, zeigte sich in der Ferne ein wenig Sonnenlicht.

Den Newspaper Rock besuchten wir hauptsächlich aus sentimentalen Gründen. Hier hatten wir 1987 zum ersten Mal mit dem Zelt übernachtet. Im Bach wuschen wir uns die Haare, eine herrlich unbeschwerte Zeit. Der Zeltplatz ist mittlerweile geschlossen, die Natur hat übernommen, nur die indianischen Wandmalereien glänzen wie eh und je und werden hoffentlich auch noch in 1000 Jahren die alten Tweets verkünden.

Anscheinend war das halbe Sub meiner Göttergattin nicht genug, denn plötzlich stand sie auf der Ladefläche und vernichtete noch Würstchen. Gut so, da bekommen wir Platz in der Kühltruhe.

Der Weg zurück verlief wenig spektakulär. Ein paar Felsen an der 191 bekamen tätsächlich ein paar Sonnenstrahlen ab.

Und die Wilson Arch ließ sich komplett in der Sonne ablichten (ok, 1/160sek. Belichtung). Was wir noch nicht gesehen hatten, war das Seil, welches vom Bogen aus nach unten hing. Ob da wohl jemand schaukeln möchte?

Kurz bevor wir in unsere Wohnstraße einbogen, unsere Wohnanlage ebenfalls (noch) im Sonnenlicht.

Wir hatten zwischendurch überlegt, zum Sonnenuntergang nochmal in die Arches zu fahren, aber der dunkle Himmel im Hintergrund riet davon ab. Macht nichts, zuhause gibt es Pizza.

19.05.2019 – Moab und Umgebung

Nochmal die Frage: Woran merkst Du, dass Du in Moab bist?  Es steht kein Gartenzwerg vor dem Fenster wie in Deutschland. Es schaut kein Elch ins Fenster hinein wie vielleicht in Alaska. Es steht ein ATV (All Terrain Vehicle) vor dem Wohnzimmer und schaut ins Fenster hinein:

Was noch zu den modernen Errungenschaften der auf Outdoor und rustikales Leben gepolten Amerikaner gehört, ist das Pseudo-Lagerfeuer im Kamin. Nicht nur, dass die Holzscheite einfach nur beleuchtet sind, auch das Feuer dahinter kommt vermutlich von einem LED-Bildschirm. Und auf einen weiteren Knopfdruck kann man ihm auch warme Luft entlocken. Ob diese jetzt elektrisch oder per Gasflamme erzeugt wird, konnte ich nicht herausfinden.

Da die Sonne gerade mal für kurze Zeit in unser Wohnviertel schien, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Rundumfotos. Die ganzen ATV-Fahrer waren zum Sonntag morgen mit ihren Trucks wieder abgereist.

 
Was machen wir heute? Der Himmel zeigte sich in einem zarten Grau, passend zu unserer Bettwäsche. Sollte das ein Zeichen sein?

Die großen Nationalparks hatten wir abgegrast, jetzt kommen die kleineren Highlights dran. Wir nahmen die Straße nach Norden und bogen am Colorado auf die 128 ab. Von dort führen mehrere Straßen ab in die Berge. Die Gegend wurde früher für Cowboyfilme intensiv genutzt und man erwartet, dass einem ein mit Hut bewerter Kuhjunge über den Weg reitet.

Wir schafften es gerade mal bis zu den Fisher Towers, die wie die meisten anderen Berge ohne Sonne einfach nur langweilig aussehen. Aber damit müsst ihr für heute leben.

Auf dem Rückweg sahen wir dann Schilder zu den „Rapids“ = Stromschnellen. Ob uns hier etwas Action geboten wird?

Vom Parkplatz aus konnte man zumindest den Blick auf wildes Wasser werfen. Ansonsten auch langweilig. Also weiter auf der Straße Richtung Moab.

Hier sahen wir dann mutige Männer und Frauen, die den wilden Wassern des Colorados trotzten und möglicherweise bis auf die Haut durchnässt ihren Kampf gegen die Fluten bis zur Selbstaufgabe fortsetzten.

Zu pathetisch? Stimmt. Sah alles ganz harmlos aus.

Wieder an der Hauptstraße angekommen, machten wir ein kleines Picknick und stiefelten dann auf die Fußgängerbrücke über den Colorado. Von dort aus konnte man ungefähr genauso viel braunes Wasser sehen wie vom Ufer.

Aber zumindest in SW macht die Brücke was her.

Zum Zurückfahren war es noch zu früh und Karins Super-Klebe-Lauf- und Wanderschuhe juckte es an den Sohlen. Also machten wir uns auf in die entgegengesetzte Richtung auf die 279, die wir gestern in entgegengesetzter Richtung gefahren waren.

Ziel: Die Corona Arch und die Bowtie Arch. Es gibt auf der Straße einen großen Parkplatz, von wo aus es auf einem 1,5 Meilen Trail in die Berge geht.

Auf dem Weg begleiteten uns sehr viele Felder mit gelb blühenden Kakteen, so viele hatte ich noch nicht gesehen.

Der Weg führte über eine stellenweise mit Stahlseil gesicherte „Treppe“ und kurze Zeit später sahen wir die beiden Arches vor uns.

Die Corona Arch wurde früher von Jugendlichen als große Schaukelhalterung benutzt. Sie entspricht in der Größe in etwa der Delicate Arch, nur hat sie nicht ihr „Alleinstehungsmerkmal“. Nach einigen Unfällen wurde das gesamte Gebiet auch zur „non rope swinging area“ erklärt.

Damit man mal die Größenverhältnisse sieht, bat ich die beste Kletterin von allen, sich mit ihren Schuhen (hatte ich schon erwähnt, dass sie auf den Felsen gut liefen) mal unter die Arch zu stellen.

Und so sieht die Arch menschenleer aus:

Von der anderen Seite konnte man dann sogar gegen die Sonne fotografieren (wenn man den wusste, wo sie gerade war).

 
Auf dem Rückweg widmeten wir dann auch der Bowtie Arch ein Foto. Die beiden haben es schon schwer, da sie nicht Teil des Arches National Parks sind.

Hier mal beide friedlich nebeneinander vereint.

Und der Blick zurück ins Tal ist auch nicht ohne.

Habt ihr schon davon gehört, dass Trails mit sogenannten Cairns = Steinhaufen markiert sind. Üblicherweise soweit voneinander entfernt, dass man sich von Haufen zum nächsten Haufen in Sichtweite vorantasten kann.

Hier waren die Steinhaufen zu Hauf gehäuft. Warum wohl? Als Vorratsdepot für die Verwaltung, um sie später irgendwo anders aufzustellen? Oder hatte jemand die gesamten Cairns vom Weg aufgesammelt und hier wieder aufgestellt? Fragen über Fragen. Wir wissen es nicht.

Am Auto zurück fuhren wir noch ein kleines Stück auf der 279 weiter, denn unser Bedarf an Arches war für heute noch nicht gesättigt. Nahe an der Straße sollte die Jug-handle Arch liegen. Wir sahen das Schild, fanden die Einfahrt zu einer Straße und verpassten die Arch. Erst nachdem wir eine Meile die Dirtroad in Richtung Canyonrand gefahren waren, trafen wir auf ein entgegenkommendes ATV. Und deren Fahrer sagte uns, die Arch stände direkt an der Straße (also dahin, wohin das Schild zeigte). Zurück an der Einmündung sahen wir sie dann auch.

Angesichts des trüben Wetters hatten wir zu mehr Aktivitäten keine Lust und machten uns ausnahmsweise früh auf den Weg nach Hause, um dort abzuhängen.

18.05.2019 – Canyonlands National Park

Der Berg ruft. Zumindest, wenn man aus dem Fenster schaut. Die Manti La Sals leuchten.

Eine Information, die zwischendurch als Frage reinkam: Haben die denn in den USA kein vernünftiges Brot? Genau genommen bekommt man in den meisten Supermärkten Toastbrot in den verschiedensten Ausfertigungen, welches getoastet wie getoastetes Toastbrot schmeckt. In früheren Jahren haben wir auch in einem Safeway mal Lieken Urkorn gesehen.

Vor ein oder zwei Jahren wurden wir dann bei Costco fündig. Hier gibt es für 6,99 USD einen Doppelpack eine Art Körnerbrot. Das ist griffig, halbwegs knautschfest und schmeckt wie ein normales Körnerbrot.

Aber kommen wir zu unserem Tagesziel in der Überschrift. Gegenüber dem Arches National Park liegt der Canyonlands National Park. Für mich einer der schönsten Parks überhaupt. Er ist im Vergleich zum Arches groß und teilt sich in drei Teile auf: Den Needles District, die Maze und Island in the Sky. Während die Maze für Fahrzeuge nahezu unzugänglich ist und sich der Needles District hauptsächlich dem Wanderer erschließt, kann der letzt genannte Teil gut mit dem Auto befahren werden.

Nördlich von Moab biegt man nach links auf die 313 ein, lässt die Jeep-Trails links liegen und klettert in die Berge hoch. Nach kurzer Zeit kommt man zu einem Abzweig, der zum Dead Horse Point State Park führt. Den konnten wir natürlich nicht außer acht lassen und fuhren die wichtigsten Punkte an.

 
 

Danach ging es in den National Park, wo wir als erste kleine Wanderung die Mesa Arch vorgesehen hatten (sind wohl noch die Nachwirkungen vom Arches National Park, dass wir direkt wieder zu einem Bogen müssen). Auf dem Weg dahin wieder wunderschöne Kakteenblüten und dann die Arch selbst.

Sie macht bei normalem Tageslicht nicht soviel her. Aber wenn man sich die Mühe macht, zum Sonnenaufgang hierher zu kommen und sich den Platz mit 50-60 anderen Foto-Enthusiasten (-Verrückten) teilt, kann man einen Sonnenaufgang mitbekommen, der seinesgleichen sucht.

Wir begnügten uns mit der Daytime-Version und suchten uns danach ein Plätzchen für ein Picknick. Ein kleiner Zaungast wartete schon darauf, dass etwas vom Tisch herunterfiele. Zum richtigen Betteln sind diese Tierchen zu vornehm.

Weiter ging es zum Grand View Point, der, wie der Name schon sagt, einen der großartigsten Ausblick in diesen Park bietet.

 
 
Weiter geht es mit Blick auf die Berge zur Rechten, bis wir zum Green River Overlook kamen.

Diesen Aussichtspunkt habe ich für mich zum schönsten Punkt der Erde auserkoren und kein Foto kann diesem Eindruck auch nur andeutungsweise gerecht werden. Deshalb stellte ich einfach nur die Kamera aufs Stativ und ließ zwei Zeitrafferaufnahmen von je einer halben Stunde laufen, während ich einfach nur in die Landschaft starrte, sie in mich aufsog und die Stille genoss.

Mittlerweile war es 16.30 Uhr geworden und über die „Schnellstraße“ hätte es auch einige Zeit gedauert. Aber uns fehlte noch „Action“, die Butter zum Brot. Also bogen wir direkt ausserhalb des Parkeinganges auf den Shafer Trail ein. Eine Jeep Route, die direkt an der Felswand nach unten führt und meiner Mutter einiges abverlangte. Aber Aussteigen und Laufen kam auch nicht in Frage.

 
Immer wieder kamen uns andere Fahrzeuge auf dem Weg nach oben entgegen und wir warteten höflich an einer Ausweichstelle, bis sie vorbei waren. Bei der Gelegenheit stellte ich auch fest, dass sich unser F150 sehr gut in den engen Kehren machte. Scheint einen relativ kleinen Wendekreis zu haben.

Etwas tiefer im Tal erwarteten uns tolle Ausblicke, wie man sie von oben nie haben würde.

 
 

Zwischendurch sieht man immer wieder Camper, die es sich über das Wochenende bequem gemacht haben (hier klevererweise sogar direkt mit Klohäuschen).

Der Weg entsprach stellenweise dem, was man von einer Jeeproute erwartet und ich fuhr auch gaaanz vorsichtig, um meiner Mutter die Sorge zu nehmen, es könnte was am Wagen kaputt gehen.

Im Tal kommt man dann an den großen Becken zu Pottasche-Gewinnung vorbei. Aus tiefen Schichten wird die Pottasche mit Wasser aufgelöst, nach oben gepumpt und dann in den Salzbecken zum Trocken „ausgelegt“.

Das im Vordergrund ist schon auskristallisiertes Salz.

Am Colorado angekommen, ging es endlich auf einer asphaltierten Straße weiter und man hatte einen tollen Blick auf das Colorado-Tal.

Und auch, welche Outdoor-Aktivitäten noch von Moab aus angeboten werden: Klettern an den steilen Felsen. Da komme ich mir mit meiner Liebe zu Backroads noch fast normal vor.

In Moab angekommen, erstmal in den Supermarkt, diverse Lebensmittel und etwas Fleisch für den Grill.

Was ein wunderschöner Tag.