02.10.2018 – Fahrt von Lone Pine nach Topaz Lake

Aufbruchsstimmung. Wir müssen das gemütliche Nest Lone Pine mit dem tollen Blick auf die Sierra Nevada verlassen. Den morgentlichen Anblick auf dem Weg zum Frühstücksraum werde ich vermissen.  Vielleicht wird es ja nicht ganz so schlimm, weil das Unwetter „Rosa“ mittlerweile doch seinen Weg ins Owens Valley gefunden hat. Jedenfalls war unser Wagen heute morgen nass.

Aber wie um uns den Abschied zu versüßen, brach die Sonne dann doch noch durch die Wolken und strahlte die Bergkette im schönsten Licht an. WÄHREND des Frühstücks (damit ihr mal seht, was ich für die Leserschaft auf mich nehme), trabte ich immer wieder von „vor dem Hotel“ über eine vierspurige Autostraße

bis hinter das Hotel, um die Sonne auf der anderen Seite einzufangen. Ich hoffe, ihr würdigt diese sportliche und heroische Aktion.

Während unserer sehnsüchtigen Blicke in die Ferne fiel einem Nachbarn am Nebentisch (Kleidung: Wanderstiefel+eleganter Schottenrock) eine Gottesanbeterin auf, die außen an der Scheibe klebte und wohl auf eine Einladung unsererseits wartete, um am Frühstück teilhaben zu können.

Mit der Abrechnerei klappte ausnahmsweise mal alles und wir machten uns wohlgestärkt auf den Weg nach Norden.

Wir durchquerten wieder Bishop, tankten im Norden am Casino nochmal voll (Sprit war dort am billigsten) und hielten uns auf der 395, bis nördlich von Mammoth Lakes die June Lake Loop begann. Den Abzweig hatten wir schon einige Male gesehen und auch den Wunsch gehabt, dort mal reinzufahren. Aber wie das so ist, meistens fehlt die Zeit oder es ist irgendwas anderes. Diesmal passte es und wir fuhren langsam bei strömendem Regen in die Bergwelt hinein. Genaugenommen hatte ich keine bzw. eine falsche Vorstellung davon gehabt, was mich erwartet: Eine eher eintönige Fahrt durch Meadows, unterbrochen von etwas feuchtem, z.B. Seen.

Aber wir kamen in eine fantastische Bergwelt hinein, machten am Campground Halt für ein Foto:

Danach ging es weiter zur June Lake Village, auch bei Regen.

Sieht so ein bisschen aus wie ein schweizer Bergdorf, nur eben anders. Die Loop zieht sich weiter entlang an schroffen Felswänden, in denen tief der Regen hing.

Nächster See auf der Reise war der Grant Lake. Dort fuhren wir nur kurz auf einen Campground, genossen für eine 1/160 sek. die Aussicht.

Die Schleife kommt fast genau an der Stelle auf die 395, wo wir gestern schonmal nach South Tuffa abgebogen waren. Mittlerweile hatten sich die Wolken etwas gelichtet und gaben einen geradezu dramatischen Himmel frei.

Und es sah so aus, als würde der Mono Lake in der Sonne liegen. Diesmal war mein langes 200-500er Tele ja sowieso im Wagen, also hoppelten wir erneut die Straße herunter und marschierten zum See.

Mit dem Tele konnte einen dieser mundvoll Vogel einfangen,

mit einer anderen Optik die Tuffa Formationen mit dem Wolkenhimmel.

Was dort lästig werden kann, sind die vielen kleinen Schmeißfliegen, die zu Hauf am Wasser lagern.

Sattgesehen? Ja, definitiv.

Nächstes Ziel war das Visitor Center, wo wir uns Rat holten, was als nächstes zu besichtigen wäre. Empfohlen wurde uns der Lundy Canyon mit Wasserfällen in der Nähe. Fallendes Wasser hatten wir auch von oben, aber irgendwie reizt es erwachsene Menschen ja immer wieder zu beobachten, wie Wasser einen Felsen herunterfällt. Nach ca. 5 Meilen hörte die asphaltierte Straße auf

und über einen schlechtern Waldweg ging es zum Parkplatz, von wo die Wasserfälle innerhalb einer Meile zu sehen sein sollten. Wir zogen uns (zum ersten Mal in diesem Urlaub) eine Regenjacke an und schlugen uns durch die Büsche

bis zu einem kleinen See.

Immer wieder kam die Sonne durch die Wolken.

Der Blick zurück ins Tal deutete an, wie schön es mit Sonnenschein hätte sein können.

Nach dem See gabelte sich der Weg und wir fingen an zu klettern. Die Felsen waren all von Eisenoxiden durchsetzt und farblich total anders als es z.B. in Lone Pine der Fall war. Über Muränen und Felsabbrüche stiefelten wir auf und ab, bis wir schließlich dem Wasserfall ein ganzes Stück näher gekommen waren.

Wie farbenprächtig müssen diese Bäume leuchten, wenn da die Sonne reinscheint.

Wir hätten auch noch näher an den Wasserfall heranwandern können, aber vom fotografischen hätte mich das nicht viel weitergebracht. Außerdem hatten wir bis Topaz noch über eine Stunde zu fahren.

Also auf dem gleichen Weg zurück, ab auf die 395 und los geht es. Wir passierten Bridgeport, einem ähnlich großen Nest wie Bishop, danach Walker und fuhren anschließend in den Walker Canyon ein. Abgesehen davon, dass ein großes Feuer die meisten Bäume dort vernichtet hat, ist es ein unheimlich schöner Canyon, den man bei besserem Wetter gerne mal in Ruhe durchfahren möchte. Er erinnerte mich an diverse Schluchten in Idaho mit dem Snake River oder dem Salmon River.

Nach Verlassen des Canyons öffnete sich die Landschaft, wir durchfuhren hauptsächlich Ranchland. Die Sonne verschwand hinter den Bergen

und gegen 18 Uhr erreichten wir unser Hotel am Topaz Lake in Nevada. Dort wurde (ob vom Hotel oder der Stadt organisiert, weiß ich nicht) ein Regenbogen (Zitat meiner besten Ehefrau von allen: Sonnenbogen) geboten, so wie ich ihn lange nicht gesehen habe.

Perfektes Halbrund und sogar stellenweise als Doppelbogen ausgeführt. Echt Spitze, so eine Touristenattraktion.

Nach dem Einräumen unseres Zimmers (Internet dort ist grottenlangsam, deshalb wird dieser Bericht mal wieder in der Lobby geschrieben) ein letzter Blick zum Himmel, wo die Farben explodierten:

Gute Nacht zusammen.

01.10.2018 – Sabrina Lake – North Lake – Rock Creek Lake – Mono Lake

Kennt Ihr das? Nach einem fürchterlich anstrengenden Tag, an dem man körperlich total zerschlagen ist, steht man am nächsten Tag frisch, munter und ohne Beschwerden wieder auf. Nein? Ich auch nicht.

Die Wanderung gestern hatte ihre Spuren hinterlassen. Also beschlossen wir, für heute mal die über 300 Pferdchen für uns arbeiten zu lassen. Machen wir doch eine Seen-Tour.

Aus lokalen Prospekten hatten wir entnommen, dass der Sabrina Lake ein lohnendes Ziel sei. Man biegt in Bishop nach links ab und fährt dann noch ca. 19 Meilen in die Berge.

Aber halt, so weit sind wir ja noch nicht. Erstmal müssen wir nach Bishop kommen. DAVOR geht es zum Frühstück. Die Bergspitzen der Sierra sind so gerade eben noch nicht ins Sonnenlicht getaucht, was dem Gebirge ein mystisches Aussehen gibt.

Das Frühstück ist das gleiche wie gestern. Interessant für alle Westernfans die Dekoration an den Wänden.

Lohnenswert zu erwähnen sei die Tatsache, dass sie es hier schaffen, den Bacon schön knusprig zu backen. Auch erwähnenswert (aber im negativen Sinne) ist eindeutig das Personal an der Rezeption. Hatte uns die Dame gestern zugesagt, wir könnten unser Zimmer für die restlichen zwei Tage behalten, war die Kollegin heute der felsenfesten Überzeugung, wir müssten gleich erstmal ausziehen und am Abend wieder einchecken. Dann hatte sie uns auch noch für eine Nacht einen falschen Preis berechnet, was dazu führte, dass wir bei einer anderen Rezeptionistin reklamierten. Und gleichzeitig auch wegen des Zimmers (ja, ich kann den Genitiv) nochmal nachhakten. Ja, kein Problem, wir wären sowieso schon für unseren alten Raum eingetragen gewesen. WAS SOLL DAS ALSO? OK, wenn Inkompetenz und Unlust zusammen kommen, kann sowas passieren. Sollte aber nicht.

Egal, machen wir uns auf den Weg. Unsere Route führte uns durch ein kleines Nest namens Independence. Hier hat der Tourismus so gut wie nicht hingespuckt, wahrscheinlich wird alles von Lone Pine abgefangen. Aber einige hübsche Häuschen haben sie hier noch stehen:

 

Wie schon gesagt, bogen wir in Bishop nach links auf die 168 ab in die Berge. Eine gut ausgebaute Straße

führte uns höher und höher.

An einer Stelle mussten wir einfach halten, weil das Herbstlaub so wunderbar mit dem blauen Himmel und den grauen Felsen kontrastierte.

Und weil das auch einem anderen Nikonianer aufgefallen war, vertraute ich ihm mal meine Knipskommode an für ein Gruppenfoto:

Die meisten Handyfotografen hätten daraus irgendwas gemacht, aber keine schöne Aufnahme. Nebenbei verriet er uns, dass wir unbedingt noch zum Rock Creek Lake fahren sollten, dort wären die Herbstfarben noch viiiiel ausgeprägter. Schauen wir mal.

Oben angekommen begrüßte uns wirklich eine unwahrscheinliche Farbenpracht.

Der See selbst ist ganz nett (halt ein Stausee) und für Wassersport geeignet.

Von der Straße zweigt ein Weg zum sogenannten North Lake ab. Auch dieser ist malerisch in die Berge eingebettet und von vielen bunten Bäumen und Sträuchern umgeben.

Auf dem Weg auf die Hauptstraße war uns noch ein Wasserfall aufgefallen. Da gibt es logischerweise für mich kein Halten mehr. Blöd nur, dass die beste Fotografierposition auf der anderen Seite lag. Aber meine findige Göttergattin stürzte sich todesmutig auf die „Brücke“, die ihre besten Jahre schon hinter sich hatte.

Als sie wohlbehalten drüben anbekommen war und ich sicher sein konnte, dass keine Gefahr für Kamera und Objektive bestand, machte ich mich auch (bestimmt nicht weniger unelegant) auf die Reise.

Ergebnis:

Dann auf dem gleichen Weg wieder zum Auto und den Berg hinunter nach Bishop. Dort kurz tanken und im Citypark die Fliesenabteilung aufsuchen.

Bishop selbst ist eine Mischung aus Touristenstadt und Versorgungszentrum für die umliegende Gegend. Der einzige Laden, der die Bezeichnung „Supermarkt“ annähernd verdient, ist VONS. Dafür gibt es Tankstellen zu Hauf (und alle billiger als Lone Pine).

Wir hatten ja den Tip bekommen, der Rock Creek Lake wäre ja sooo toll. Von Bishop aus fährt man auf der 395 nach Norden bis Tom’s Place und von dort Richtung Westen nochmal 9 Meilen in die Berge. Die Straßen waren tatsächlich überreichlich mit gelben Blättern tragenden Bäumen gesäumt, aber fotografisch gab das nicht so wirklich viel her.

Der See selbst: Hübsch, nichts außergewöhnliches, aber für ein Picknick allemal geeignet.

Nach vollzogener Bauchbefüllung (es gab Costco-Brot mit Philadelphia und Schinken) noch ein paar andere Ecken des Sees entdecken (und immer aufpassen, dass einem kein Angler vor die Flinte bzw. die Optik läuft).

Auf dem Weg nach unten begegneten uns sogar ein paar wenige Redwoods (Mammutbäume), allerdings noch nicht ganz ausgewachsen.

Als wir den See verließen, war es gerade 15 Uhr und wir überlegten, was wir noch in diesen Tag reinpacken könnten. Das angekündigte Unwetter, welches sich durch das Owens Valley ziehen sollte, hatte sich offensichtlich verlaufen und statt Regen, Sturm und Wolken hatten wir wunderbar blauen Himmel. Ich hatte die Idee, wir könnten ja noch bis zum Mono Lake rauffahren und diesen mal bei Sonnenlicht erleben. Wer meine Reiseberichte durchgeblättert hat, weiß, dass ich am westlichen Ende beinahe eines Schuhs verlustig gegangen wäre, als ich bis zu den Oberschenkeln im Schlamm steckte.

Aus diesem Grund wählten wir einen anderen Zugang „South Tuffa“. Bitte nicht mit dem Lebensmittel „Tuffi“ verwechseln. Der Zugang dorthin ging auch über Bohlen bis zum Strand, war aber ansonsten ungefährlich, was das Einsinken betraf. Dafür lagen die Gesteinsformationen toll im warmen Abendlicht.

Auch hier hatte meine Göttergattin das Glück, dass uns ein Nikonianer über den Weg lief. Und ich hatte also keine Ausrede, um mich einem Gruppenfoto zu verweigern.

Interessant noch die winzig kleinen Wasservögel, die auf dem salzigen Wasser schwammen. Ich schätze mal, pro Vogel ist das nicht einmal ein Mund voll.

Wir wanderten weiter, so es der Trail erlaubte

und kehrten dann zum Parkplatz zurück. Ich diesmal mit sauberen Klamotten.

Auf dem Weg glänzten diese Sträucher im Gegenlicht:

Von oben auf der Höhe gab es noch eine letzte Gelegenheit, den See komplett zu sehen (und aufzunehmen) – dank Fisheye.

Bevor es auf die Hauptstraße ging, noch ein letztes Foto mit der roten Planzenwelt.

Wir hatten uns noch überlegt, den Sonnenuntergang am Mono Lake zu verbringen. Aber da unser Navi zwei Stunden Fahrzeit anzeigte, ließen wir die Vernunft siegen und fuhren in den Abend rein. Ein toller Tag geht zu Ende.

30.09.2018 – Alabama Hills – Lone Pine Lake

Oh heiliges Jetlag, wieder hast Du zugeschlagen. Aber diesmal konnten wir es brauchen, weil wir zum Sonnenaufgang in den Alabama Hills sein wollten. Das sind zwar nur ein paar Minuten Fahrt, aber ein Zuspätkommen verzeiht die Kamera nicht. Ziel war die vom vorigen Abend bekannte Moebius-Arch. Gestern war die Milchstraße der Hintergrund, heute sollte es die Sierra Nevada sein, die von der über den Bergen auftauchenden Sonne langsam aber sicher in Licht getaucht wird. Wir waren gut pünktlich da und – oh Wunder – sogar alleine. In unserer Nähe war zwar noch ein Trupp frierender Jugendlicher, aber die waren eher am Sonnenaufgang im Allgemeinen als der Arch und ihrem Loch (auch genannt Arch-Loch – Zitat Amerika-Forum) interessiert. So konnte ich in Ruhe mein Stativ aufbauen, die Kamera seelisch auf die bevorstehenen Anstrengungen vorbereiten und in Ruhe eine Banane verputzen.

So langsam wurden die Bergspitzen in magisches Rot getaucht:

Aber da mir der Bogen etwas zu dunkel erschien, flanschte ich kurzerhand mein Blitzlicht auf die Kamera und fügte etwas Licht hinzu:

 

 

Wir genossen einfach nur die Stille, den Wind und die Landschaft:

 

So langsam war die Bergkulisse dann in volles Licht getaucht

und ich konnte mich mal um die andere Seite „kümmern“:

Denn auch mit Gegenlicht kann man schöne Fotos machen (habe ich mir sagen lassen).

Noch schnell was mit Lang-Schatten

und dann machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz.

Schließlich hatten wir noch nicht gefrühstückt, denn das ist ja die wichtigste Mahlzeit des Tages (weil sie im Hotelpreis inbegriffen ist).

Was machen wir jetzt mit dem angefangenen Vormittag?

Die Alabama Hills sind (zwar nicht offiziell) in einen nördlichen Teil und – getrennt durch die Whitney Portal Road – einen südlichen Teil aufgeteilt. Letzteren haben wir bisher immer sträflich vernachlässigt bzw. waren immer nur bei Dunkelheit durchgefahren. DAS sollte sich jetzt ändern. Um dahin zu gelangen, fährt man von der Whitney Portal Road entweder in den südlichen Eingang (die Tuttle Creek Road) oder in den nördlichen Eingang (die Horseshoe Meadow Road).

Das Gebiet dort ist nicht so weitläufig wie der nördliche Teil, es wirkt kompakter und irgendwie zusammengepresst. Aber interessant ist es allemal.

Auf dem Weg dahin trafen wir noch das Maskottchen dieser Gegend, Miss Alabama.

Aber dann ging es ab in die „Berge“. Eine enge und gewundene Straße führt durch die Felsen. Im Hintergrund leuchtet der Mond:

Und weiter geht es.

Wenn man aufpasst, kann man den Mond auch noch durch ein Loch (nein, kein Arch-Loch) sehen.

Als wir davon genug gesehen hatten, ging es zu einer Mini-Verschnaufpause kurz ins Hotel.

Für danach hatten wir mal wieder eine sportliche Aktion auf den Plan gesetzt. Inspiriert durch Wegbeschreibungen im Internet und Fotos auf Instagram hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die herrliche Bergwelt der Sierra nicht nur von unten und vorne anzuschauen, sondert mal mitten rein zu wandern und einen der herrlichen Bergseen zu okularinspizieren.

Dazu hatten wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. entweder die Horseshoe Meadow Road bis zum Ende (Cottonwood Lakes Trailhead) durchzufahren und von dort eine Wanderung zu beginnen oder
  2. die Whitney Portal Road bis zum Ende zu fahren und von dort zum Lone Pine Lake zu wandern.

Beide Wanderungen versprachen einen Höhenunterschied von ca. 1500 Fuß = 500 m. Die erste Wanderung wäre eine Strecke ca. 7,4 Meilen gewesen, die zweite „nur“ 2,5 Meilen. Ihr könnt Euch denken, welche wir auswählten?

Gegen 12 Uhr standen wir am Parkplatz vom Mt. Whitney und machten uns mit 4 l Wasser auf die Socken. Die gleiche Strecke hatten wir vor zwei Jahren schon einmal angefangen, damals „um mal zu gucken, wie es da oben aussieht“. Ich schätze, wir waren ca. 1 bis 1,2 Meilen gekommen damals.

Diesmal wollten wir höher hinauf. Meine Runtastic-App hatte ich auf Meilen eingestellt und wir kämpften uns durch die dünner werdende Luft langsam nach oben (Start bei ca. 2.500 m)

Die Landschaft erschien uns wohlbekannt. Von der Temperatur her war es sehr gut zu ertragen, nur manchmal pfiff ein wirklich heftiger Wind durch die Bäume.

Auch Flussüberquerungen gehörten zu diesem Abenteuerausflug.

Und dann war es endlich geschafft. Ein Schild wies auf den Abzweig zum See hin und dann sahen wir ihn auch schon vor uns liegen – blau, klar und kalt.

Unten angekommen versuchte ich mich erstmal mit meinem 24-70, musste aber einsehen, dass diese Linse für mein Vorhaben ziemlich ungeeignet war. Also kam das 14-24 Superweitwinkel drauf.

Aber auch da kam ich schnell an die Grenzen dieser Linse. Auf der gegenüberliegenden Seite machten wir eine Pause und Mr. Fisheye durfte seine Vorzüge ausspielen. Was bin ich froh, dass ich dieses Objektiv mitgenommen habe.

OK, machen wir uns auf den Rückweg. Der Tacho (Runtastic) zeigte 2,78 Meilen an, die wir auf dem Hinweg gelaufen waren.

Noch ein letzter Blick zurück

Und auf dem Summit (unserer Tour) ein Gruppenselfie auf 3.070 m Höhe (laut GPS der Kamera)

Auf dem Weg nach unten machte ich noch einen kleinen Abstecher zu den „Wasserfällen“, die ich auf dem Hinweg gesehen hatte. Logischerweise hatte ich kein Stativ für eine ordentliche Langzeitbelichtung mitgenommen. Noch ein paar Kilo mehr, das wäre echt anstrengend geworden.

Also musste mein Fotorucksack herhalten. Hoffe, die Fotos gefallen trotzdem.

Der weitere Weg nach unten war weit weniger atemraubend als der Hinweg, aber das eine oder andere Foto musste doch sein.

Als wir dann die ca. 5.5 Meilen nach unten gelaufen waren, war ich doch froh, den Wagen zu sehen. Meine Knie dankten es mir. Und meine Göttergattin fragte mich doch glatt, ob ich sie die 10 m zum Klohäuschen fahren würde.

Es ist schon erstaunlich, wieviel leichter solche Strecken mit dem Wagen (auch runter) zu fahren sind.

Bei der Horseshoe Meadow Road bogen wir nochmal kurz nach rechts ab und fuhren die Straße durch die Südsektion der Hills erneut durch. Es war mittlerweile nach 16 Uhr und die Sonne warf schöne lange Schatten in die Felsen.

Auf der Hauptstraße mal zwei Aufnahmen aus dem „Dorf“

und dann waren wir endlich zuhause. Sonnenuntergang fotografieren heute Abend? Gestrichen. Milchstraße fotografieren? Kann ich noch nicht sagen. Dafür erstmal kurz in den Pool hüpfen (im Tal waren es immerhin noch 30°C) und dann das Abendessen genießen. Pizza von Costco war noch übrig.

 

29.09.2018 – Fahrt von Los Angeles nach Lone Pine

Oh heiliges Jetlag, hast Du wieder einmal unverhofft zugeschlagen. Und zwar um 2.15 Uhr. Trotz Melatonin-Tablette. Also von links nach rechts und zurück gewälzt, bis es einigermaßen zivil erschien, aufzustehen, so gegen 5 Uhr. Wir wollten in den Griffith Park, LA bei Nacht fotografieren. Aber irgendwie schafften wir es dann doch nicht, bei totaler Dunkelheit anzukommen, der Morgen graute bereits. Nichtsdestotrotz sieht das Observatorium mit Beleuchtung auch nett aus und die Lichter der Stadt bemühen sich redlich.

Den Sonnenaufgang selbst bekamen wir dank der Wolken nicht mit, aber dann kämpfte sich die Sonne durch und beleuchtete einige Hochhäuser mit ihren Strahlen.

Mittlerweile war es auch so spät, dass wir auf dem Rückweg zum Hotel noch beim Walmart vorbeifahren konnten, um uns mit Lebensmitteln einzudecken. So geschehen, wollten wir auch gleich noch nebenan bei Costco reinschneien, aber dort lag die Öffnungszeit bei 9.30 Uhr.

Im Hotel ließen wir uns ein opulentes Frühstück munden, um uns anschließend auf den Weg nach Nordosten zu machen. Der Ziel war Lone Pine und der Weg führte über die I5 und die 14 in Richtung der 395, welche am Ostrand der Sierra Nevada verläuft.

Als Zwischenstop hatten wir den Red Rock Canyon State Park eingeplant. Wer sich noch an unsere mündlichen Überlieferungen aus dem Jahre 1997 erinnert, weiß, dass wir dort mit den Kids schon einmal auf dem Zeltplatz mit Wohnmobil gestanden hatten, allerdings ohne die Gegend erkunden zu können.

Dieses konnten wir jetzt nachholen. Erst drehten wir eine Runde über den „Campground“, eine an der Dirtroad und vor der Felswand liegende Aneinanderreihung von Campsites.

Für danach hatte uns die Rangerin empfohlen, den Hagen-Canyon Trail zu laufen. Hatte mich schon darauf gefreut, dass es da dann das leckere Hagen-Dazs-Eis geben könnte. Aber weit gefehlt. Dafür gab es Felsen in allen Farben und Formen:

Nächstes Ziel wären eigentlich die Trona Pinnacles gewesen. Aber diese hätten uns mehrere Stunden Umweg gekostet. So entschlossen wir uns, die direkt an der 395 liegenden Fossil Falls anzusehen. Diese (zur Zeit trockenen) Wasserfälle winden sich durch ein Gewirr von schwarzen Basaltfelsen, die sie mittlerweile glatt geschliffen haben. Ein faszinierendes Wirrwarr in Schwarz.

Endlich erreichten wir dann Lone Pine mit unserem „Standardhotel“. Eines der alten Motels, wo man mit dem Auto noch vorfahren kann, es gibt auch nur eine Etage. Zimmerupgrade? Pustekuchen. Wo sich Oldtimer- und Corvette-Fahrer ein Stelldichein geben, hat ein Silverado-Truck schlechte Chancen.

Aber jetzt wird erstmal gegessen. Aus der Costco-Küche stammten eine Salatschüssel und eine Scheibe Pizza. Leckkkker.

Zum Sonnenuntergang waren wir dann etwas spät dran, die letzten Strahlen, die hinter dem Berg nach oben zeigten, konnte ich aber noch einfangen.

Dafür legte der Himmel ein Nachglühen hin, das sich gewaschen hatte. Auch die Wolkenformationen waren nicht ohne.

Wir drehten noch eine Runde durch die „Hills“ um einen schönen Platz für Milchstraßenfotos später am Abend zu bekommen.

Als wir wieder im Hotel angekommen waren, dunkelte es auch so langsam und ich spielte erstmal die Ausbeute von heute auf den Rechner.

Gegen 8.15 Uhr (es war komplett dunkel, welch Wunder), schaute ich in Richtung der Milchstraße, aber außer ein paar Sternen war nicht viel zu sehen. Vielleicht der Lichtsmog vom Dorf. Aber wir machten uns trotzdem auf den Weg in die Hügel, um am Parkplatz für die Moebius-Arch die Milchstraße zu entdecken. Das fiel in der totalen Dunkelheit nicht schwer und ich nahm zuerst mal einen normalen Felsen als „Übungsobjekt“ in den Vordergrund.

Klappte alles ganz gut, also auf zur Moebius Arch, ca. eine halbe Meile mit Stirnlampen auf dem Kopf. Dort angekommen, fanden wir schon fast ein halbes Dutzend Knipser mit ihren Stativen vor. Ich gesellte mich dazu und machte brav meine ersten Fotos. Dann holte ich mein LED-Panel heraus und fragte, ob jemand etwas dagegen hätten, wenn ich damit die Arch anleuchtete. Fanden alle gut (vermutlich, weil sie selbst keine entsprechende Lampe dabei hatten).

Dann schnell nach Hause, die Müdigkeit dringt durch. Schnell noch die Fotos sichten und dann ab ins Bett.

28.09.2018 – Flug von Düsseldorf nach Los Angeles

Es geht wieder los. Wir haben Hummeln im Hintern. Und sind durch die Eigenheiten von Eurowings anscheinend immer noch nicht genug abgeschreckt – bisher jedenfalls.

Nach dem Disaster beim letzten Flug, als am Abend vorher unser Zubringerflug nach Zürich gestrichen wurde, haben wir uns diesmal erneut auf den gleichen Carrier eingelassen. Und wie schon viele (wirklich viele) Jahre zuvor erscheinen wir zum Vorabendcheckin in Düsseldorf, um unser Gepäck (wie auch schon so oft vorher) abzugeben, um dann am nächsten Morgen eine Stunde später aufstehen zu können und mit leichtem Gepäck schnell durch die Security zu hüpfen. Am Schalter teilte man uns lapidar mit, sie könnten unser Gepäck nicht bis nach LA oder überhaupt in die USA durchchecken. Auf unseren Einwand, das hätte in den Jahren vorher und selbst im Mai noch geklappt, kam nur die stereotype Antwort, sie könne das nicht machen, wir mögen uns an den Supervisor wenden. Die Dame am entsprechenden Schalter hatte auf einmal gar keine Zeit und verwies uns an einen anderen Agenten. Der hatte genauso wenig Ahnung und es stellte sich heraus, dass er noch nicht einmal zu Eurowings gehörte.

Also zogen wir zähneknirschend mit vollem Gepäck wieder ab und fassten den Vorsatz, nie wieder mit Eurowings zu fliegen. Ich hoffe, der geneigte Leser nimmt diesen Ratschlag mit.

Um drei Uhr am nächsten Morgen schellte dann der Wecker, nach wenig Schlaf vorher. Egal, wir pennen im Flugzeug. Am Flughafen Düsseldorf hielten sich die Schlangen in Grenzen, aber das Personal von Eurowings (bzw. die Software) war nicht in der Lage, uns den TSA-Pre-Status auf die Tickets zu drucken, was uns eine schnellere Passage durch die Security ermöglicht hätte.

In der Hugo-Junkers-Lounge gab es leckere  Brötchen, Wurst und Käse, eine Neuheit in diesem Schuppen. Da wir noch reichlich Zeit hatten, legte ich die Beine ein wenig hoch und machte Augenpflege. Das schien ganz gut zu funktionieren, denn zweimal stubste mich meine Göttergattin an und meinte sehr diplomatisch: Du atmest laut – ich kann die startenden Flugzeuge nicht mehr hören.

Der Flug nach Zürich verlief störungsfrei. Am Schalter von United erlebten wir das gleiche Disaster: Der Mitarbeiter hatte noch nicht mal was von APIS gehört und wir mussten ihm umständlich erklären, was es damit auf sich hatte. Auch er schien nicht von United zu kommen, denn er war auch nicht in der Lage, uns den gewünschten Status TSA Pre auszudrucken.

Da die Primeclass-Lounge in Zürich direkt neben unserem Abflug-Gate lag, blieb uns noch die Zeit, ein wenig Essen einzuwerfen.

Kurze Zeit später ging es dann ins Flugzeug, Flugzeit 8 Stunden 15 Minuten. Um die begehrten Economy-Plus-Sitze auszuschöpfen, die wir aufgrund unseres Silver-Status kostenlos als Upgrade bekommen hatten, mussten wir auf das verfügbare Sitzkontingent zurückgreifen, und das waren zwei hintereinander liegende Mittelsitze. Ich hatte zuerst Bammel davor gehabt, aber meine Nachbarn waren zum Glück dünnen Heringe und ich hatte genug Platz. Außerdem wurde mir ab und zu von hinten der Kopf gekrault, das hatte ich bisher noch nicht.

In Newark lief die Immigration so schnell wie noch nie – 0 Wartezeit und ein freundlicher Beamter. Da gibt es doch mit Sicherheit einen anderen Haken. Den gab es auch: Unser Gepäckband blieb immer wieder zwischendurch stehen, es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, bis unsere Koffer erschienen. Danach mussten wir das Terminal wechseln, ein Lounge-Besuch entfiel mangels TSA Pre-Status, also rückten wir direkt vor zum Abflug-Gate und flogen ca. 5 Stunden nach LA.

Als Auto hatte die beste Göttergattin von allen wieder einen „large Truck“ gebucht, darin fühlen wir uns einfach wohl. Auf unserem Stellplatz stand ein roter Nissan Titan mit über 38000 Meilen auf dem Tacho und einer enorm schmutzigen Ladefläche. Abgesehen von den Meilen: Wenn, dann wollen WIR die Ladefläche einschmutzen. Direkt daneben standen zwei Schönheiten, Silverados, allerdings mit kurzer Kabine, aber sonst i.O.

Während ich auf die Autos (und unsere Koffer) aufpasste, dass sie keiner klaut, ging unsere Wagenbucherin zum Schalter, um einen der beiden Autos in Beschlag zu nehmen. Kurze Zeit später kam sie mit einem Schlüssel in der Hand wieder, der silberne von den beiden hätte sowieso nicht zur Verfügung gestanden, aber im Five-Star-Bereich stände noch ein Dodge RAM. Würde ich auch nehmen. Um so größer war meine Freude, als wir mit Gepäck dort ankamen und es sich doch um einen Silverado handelte, mit Crew-Cabin, ziemlich langer Ladefläche und gerade mal 1429 Meilen auf dem Tacho. Also mein Traumauto.

Koffer auf den Rücksitz, Hoteladresse ins Navi eingeben und durch den Stau in LA zum Hotel in Burbank quälen. Eigentlich wollte ich noch LA bei Nacht vom Griffith Observatorium fotografieren, aber plötzlich war der Ofen aus.

Kurz noch den Reisebericht schreiben und dann wachbleiben so lange wie möglich.