31.05.2018 – Red Cliffs – Cedar Breaks National Monument

Ich bin mir nicht sicher woran es lag, dass ich in der vergangenen Nacht (wie ich meine) gar nicht geschlafen habe. War es die Hitze? War es ein lautes brummendes Geräusch, was neben der Klimaanlage bis ca. 3 Uhr durchbrummte? Oder einfach nur die Kanne Kaffee, die wir uns am Abend unvernünftigerweise einverleibt hatten? Letzteres werden wir heute testen.

Tagesziel waren zwei alte Bekannte. Ca. 20 Meilen nördlich von St. George bei der Ausfahrt Leeds liegt die Red Cliff Recreation Area, etwas remote, aber mit unserem Nationalparkpass ohne weitere Kosten befahrbar. Hier hatten wir früher schon (also gerade mal 20 Jahre her) mit den Kids und dem Wohnmobil gestanden. Damals gab es eine sehr schöne Wanderung am Flussbett entlang mit netten Kletterpartien. Also das, womit man Youngster hinter dem Herd herlocken kann.

Das Tal sieht zu Anfang recht nichts sagend aus und man muss (speziell ich) sich gegen die Müdigkeit und die sich ausbreitende Erkältung durchsetzen. Fragen wie „ist es noch weit?“, „wie lange noch?“, „sind wir schon da?“ ziehen in meinem Alter bei der besten Ehefrau von allen nicht.

Aber irgendwann wurde das Tal enger und wir standen vor der interessanten Aufstiegsstelle.

Wie schon früher gab es dort ein Seil und in die Felsen gehauene Stufen. Trotzdem auch für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Das war jetzt die Bewährungsprobe für die Schuhe der besten Wanderin von allen. Gut, dass solche Wegeigenheiten per Default schon bei den Tretern einprogrammiert sind. Die können nämlich mehr, als die Besitzerin sich zutraut.

Leichtfüßig wie ein Äffchen schwang sie sich am Seil empor und weiter ging es im Sauseschritt durch den Canyon.

Weiter hinten wurde die Schlucht immer enger und wir hatten die Möglichkeit, entweder die Berge raufzuklettern oder umzukehren.

Aber da wir ja schon festgestellt hatten, dass wir mehr nach unseren Artverwandten als nach Gemsen kommen, entschieden wir uns, den wunderbaren Seiltripp zu wiederholen. Mal sehen, ob die Schuhe auch bergrunter können.

Nicht nur die Schuhe, auch die Besitzerin konnte.

Blick zurück, jetzt mal ohne Leute.

Und da ich auf dem Rückweg sowieso das Fisheye auf der Kamera hatte, mal Felsen und Landschaft etwas anders.

Jetzt noch das langweilige Stück zurück (meine oben eingangs gestellten Fragen wurden alle gleichlautend mit „gleich“ beantwortet) und dann in die Kühle des Wagens zurück.

Weiter geht es auf dem Interstate 15 bis nach Cedar City, wo schon das Cedar Breaks National Monument ausgeschildert ist.

Im Endeffekt ist das Monument das gleiche wie der Bryce Canyon, nur etwas kleiner, gemütlicher und mit viel weniger Leuten. Dafür ca. 2000 Fuß höher, also bei etwas über 10.000 Fuß. Mein GPS der Kamera zeigte 3.200 Meter an. Gut, dass ich mir heute für alle Fälle ein Hemd mit langen Ärmeln angezogen hatte. Die Temperatur war auch gleich von 100° Fahrenheit auf 60°Fahrenheit gesunken…

Beim Weg nach oben durch Birkenwälder bekommt man eindrucksvoll eine Vorstellung davon, was einen erwartet.

Wenn man sich dann umdreht und ins Tal schaut, ein komplett anderer Anblick.

Vom Hauptaussichtspunkt dann der gewohnt überwältigende Ausblick in das riesige Amphitheater.

Und mit einem Fisheye bekommt man sogar alles drauf.

Selbst den Fotografen nebst Begleitung.

Der eigentlich interessante Wanderweg links vom Visitorcenter war (wie noch viele andere Einrichtungen) geschlossen. Immerhin tummelten sich noch diverse Schneefelder am Wegesrand.

Und so blieb uns nichts anderes übrig, als gegen den Uhrzeigersinn am Rim entlang zu fahren und von den verschiedenen Aussichtspunkten aus zu fotografieren. So man denn nicht weggeweht wurde, denn es wehte stellenweise eine echt steife Brise. Gut, dass ich meine Hemdsärmel runtergekrempelt hatte…

Und dann dreht man sich um: Nichts

Da der Weg von Cedar City nach St. George zu anstrengend geworden wäre, als dass man die 40 Meilen an einem Stück hätte schaffen können, legte die beste Shopperin von allen bei Ross eine kurze Verschnaufpause ein, während ich auf dem Fahrersitz eine Runde pennte. Zu ihrer Ehrenrettung muss man sagen: Das war der erste Ross auf der ganzen Reise. Soviel Zurückhaltung ist fast noch schwerer als eine 1000-Kalorien-Diät.

Gut gestärkt und die Einkaufstüten voll ging es über die mehr oder weniger langweilige Autobahn

bis zum Costco, wo selbst ich der Meinung war, dass mal wieder getankt werden müsste. Spritpreis übrigens der billigste auf der ganzen Reise: 2,979 USD/Gallone. Logisch, dass wir auch so noch (nicht erfolglos) im Laden vorbeischauten.

Mal wieder ein toller Tag.

30.05.2018 – Snow Canyon State Park

Für heute hatten wir uns was Leichtes auf die Fahne geschrieben: Ganz in der Nähe liegt der Snow Canyon State Park. Der Name rührt weniger von dem nicht vorhandenen Schnee her, sondern wurde nach den Brüdern Lorenzo und Erastus Snow benannt, die in dieser Gegend gelebt haben.

Aber erstmal wird gemütlich gefrühstückt. Abends brennt die Sonne sehr heiß auf unseren Balkon (bis zu 100° Fahrenheit = 37°C), aber am Morgen war es genau das Richtige, dort den Tag zu beginnen. Kaffeemaschine funktioniert, Ham und Eggs laufen, alles ist gut.

Wie alle State Parks war auch der Snow Canyon nicht von unserem Nationalparkpass abgedeckt. So mussten wir in den sauren Apfel beißen und uns überlegen, entweder 6 USD für diesen und ggf. noch mehr für andere Stateparks, derer es viele in Utah gibt, anzulegen, oder wir kaufen uns für ein Jahr einen Pass, der uns Zutritt zu sämtlichen State Parks in Utah gibt. Wir entschieden uns für die im Augenblick teurere Variante mit 75 USD.

Im Park angekommen, verschafften wir uns mit der ausgehändigten Karte einen Überblick.

Ganz zu Anfang (zum Eingewöhnen für Karins neue Schuhe) ein kurzer Hike zum Jenny Canyon. Steil gehen die Wände nach oben und nach ca. 50 m ist dann Schluss.

  Der nächste Trail, schon etwas anspruchsvoller (aber nicht für Karins Schuhe) ging zu den Petrified Dunes. Zuerst geht es über versteinerte Sanddünen (in rot) nach oben, um dann wieder abzufallen und zu einem Aussichtspunkt zu führen.

Es ist schon eine fantastische Landschaft, die die Parkverwaltung hier auf so engem Raum zusammengetragen hat.

Zurück ging es dann über den Hidden Pinyon Trail, welcher zum Whiptail Trail führte, der uns zum Auto zurückbrachte.

Ganz in der Nähe legten wir dann eine Mittagspause ein, neugierig beobachtet von einem Vogel, der einer Blue Grouse nicht unähnlich sah.

Weiter geht es zum White Rocks Trail, der zum Amphitheater führt. Er erinnerte mich heftig an die Checkerboard Mesa des Zion NP.

Aber vielleicht haben die den Namen schützen lassen, so war es „nur“ ein namenloser weißer Felsen mit Mustern drin.

Wir stiegen in diesem Rund nach oben, bis wir einen Überblick durch eine Schlucht ins Tal bekamen. Unterwegs unser erster Indian Paintbrush in diesem Jahr.

Was mich am meisten verwunderte war, dass die beste Wanderin von allen nicht die geringsten Anflüge von Höhenangst zeigte. Ob das an den Schuhen liegt?

In der „Nähe“ liegt noch der Gunlock Basin State Park, den wir vor vielen Jahren mit den Kids mal im Frühjahr besucht hatten. Im Endeffekt handelt es sich um einen Staudamm mit angrenzendem Wasserreservoir, welches – so denn Wasser vorhanden ist – für den Wassersport genutzt wird. Wir legten eine kurze Pause ein, schlossen die Augen und regenerierten.

Zurück ging es durch mehr oder weniger gut bewässertes Land

und dann durch Santa Clara, welches mit einem „Historic District“ – also älteren Häusern – wirbt. Hübsch.

Zuhause angekommen labten wir uns an ein paar Maultaschen und frischem Salat.

Und eigentlich könnte der Tag hier zu Ende sein. Wenn wir nicht beide ein wenig verrückt wären (zum Glück in die gleiche Richtung). Und so beschlossen wir, den Sonnenuntergang im Sand Hollow State Park zu verbringen. Gerade mal 20 Meilen, ein Katzensprung. Der Park (Eintritt ohne Pass 15 USD) bietet allen Wasserratten ein Eldorado in jeglicher Hinsicht. Mich interessierten im wesentlichen die roten Felsen, die von der untergehenden Sonne herrlich angestrahlt wurden,

meine Göttergattin

und natürlich auch der Sonnenuntergang selbst.

Zum Schluss noch eine Runde um den See gedreht. Vielleicht schauen wir uns den nächsten Sonnenuntergang von dort an.

Zu  einem Ausflug in Richtung Sternenfotografie und Milchstraße konnten wir uns dann doch nicht durchringen…

29.05.2018 – Fahrt von Las Vegas nach St. George in Utah

Dies könnte eigentlich ein extrem kurzer Bericht werden: Losgefahren, Stunden unterwegs gewesen, angekommen. Schluss.

Aber ein bisschen können wir ja doch noch erleben. Jetzt waren wir schon so nahe am Hoover Dam, ohne mal drüberzufahren. Das können wir nachholen.

Nachdem das Jetlag freundlicherweise zurückgekehrt war (wir hatten auch die Melatonintabletten großkotzig weggelassen), hatten wir sehr früh die Gelegenheit, auf die Piste zu kommen. Vorher noch ein leckeres Self-made Frühstück: Rührei aus der Dose mit Bacon aus der Mikrowelle. Schmeckt deutlich besser als es aussieht.

Dazu aus der Hotel-Lobby ein Tässchen Kaffee, angereichert mit dem leckersten Creamer, den ich kenne: Hazelnut.

Auf dem Weg zum Hoover-Dam nahmen wir uns endlich mal die Zeit, das nette und verschlafene Nest Boulder City ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Echt hübsch.

Bevor es dann den Berg runtergeht, sieht man, welchen Ausblick die hiesigen Bewohner haben. Wow.

Der Damm selbst wird wie üblich bewacht, eine lässige Personenkontrolle winkte uns schnell durch. Am ersten Haltepunkt hat man die Gelegenheit, über die Brücke mit der Autostraße zu gehen und einen Blick auf den Damm zu werfen. Diesmal mit Fisheye, das lässt das Ganze noch imposanter aussehen.

Danach kurze Fahrt über den Damm und einen der kostenlosen Parkplätze etwas oberhalb angesteuert. Foto und Beweisfoto: Ja, wir waren da.

Dann geht es an die Planung des weiteren Weges. Nur einfach St. George ins Navi eingeben, wäre zu langweilig, da hat die beste Shopperin von allen noch bessere Ideen: Z.B. bei „The Walking Company“ vorbeifahren, bei Walmart reinschauen, Asics einen Besuch abstatten und vielleicht noch Costo mit unserer Gegenwart beehren. Also mal das schlaue Netz befragt und die Locations ins Auto-Navi eingegeben. Selbiges ist eigentlich ein tolles Teil, sagt es mir doch sogar bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von einer Meile, was die aktuell erlaubte Geschwindigkeit ist. Aber während der Fahrt eine neue Adresse eingeben? Njet.

Nebenbei mussten wir noch die Öffnungszeiten der einzelnen Läden beachten. Also erstmal zum Walmart, unter anderem einen Spanngurt für unsere Kühlbox erstanden.

Der Shop von „The Walking Company“ liegt in einer hübschen Einkaufsstraße.

Leider hatten sie die gewünschten Einlegesohlen nicht, und zum Glück auch keine weiteren passenden Schuhe.

Dann auf zum Las Vegas Strip, wo in einer Outlet-Mall ein Asics-Laden liegt. Bei der letzten Wanderung hatte die schnellste Wanderin von allen festgestellt, dass ihre Straßen- und Bürgersteig-tauglichen Treter im Gelände nicht genug Seitenhalt gaben. Soll so nicht sein. Schnell wurden wir fündig, allerdings nur mit dem gleichen Paar, nur etwas kleiner. Suboptimal. Der Verkäufer schlug uns für „Hiking-shoes“ noch REI (ein Outfitter wie z. B. Albatross in Deutschland) vor. Wir könnte die in der Auswahl stehenden Schuhe sowohl in diesem Shop als auch in der nördlich gelegenen Mall zurückgeben (ungebraucht natürlich). REI liegt – wie soll es auch anders sein – ganz im Westen von Las Vegas. Wir waren gerade etwas östlich von der Mitte. Los geht’s. Auf dem Weg durch die Mitte (Strip und Interstate 15) beschlossen wir, doch noch ein ganz klein wenig vom Glanz von Las Vegas mitzunehmen. Wie vielen bekannt sein wird, gibt es zwischen den beiden Fahrtrichtungen des Strip das Schild mit dem „Fabulous Las Vegas“-Schriftzug. Und direkt dabei auch einen Parkplatz. Mitnehmen!!! Erstmalig im Leben. Einziger Hinderungsgrund war die ca. 10 Meter lange Schlange, den die Touristen bildeten, um sich davor abzulichten. Aber man ist ja nicht dumm: Schon unser Sohn stand vor dem gleichen Problem. Er stellte sich einfach ein wenig seitlich auf, ohne den anderen Touristen im Weg zu stehen. Und dem Schild ist es herzlich egal, ob es frontal oder von der Seite fotografiert wird.

Jetzt ab nach REI. Und wir waren erfolgreich. Richtig hübsche Wanderschuhe mit sehr gutem Seitenhalt. Jetzt nur noch zum Factory Outlet im Norden und die Asics zurückgeben. Dort erwartete mich das erste Ärgernis des Tages: Die wollten doch tatsächlich 5 USD Gebühr für das Parkhaus haben. Stand jedenfalls überall angeschlagen. Zurückfahren nach Süden wäre noch anstrengender gewesen. Also einen Gang durch die Gemeinde bzw. die Mall und Asics-Schuhe zurückgegeben. Bei der Ausfahrt wurde dann doch nicht kassiert.

Fertig? So gut wie. Bitte noch bei Costco tanken (liegt zum Gück direkt um die Ecke) und dann gönnen wir uns zur Feier des Tages einmal Panda-Express. Unser Navi findet es problemlos. Nur liegt es inmitten einer riesigen Mall,

die wir erstmal durchwandern dürfen, bevor es Nudeln mit Orange Chicken und Bejing Beef für mich gab. Meine Göttergattin hatte Kung-Pao Chicken, die schärfere chinesische Variante von Fishermens Friend.

Gut gesättigt, der Wagen vollgetankt traten wir dann endlich die Reise an. Ca. 120 Meilen, kein Problem. War es auch nicht. Ein wenig Sucherei und wir hatten in der Apartmentanlage unsere Hütte gefunden, hoch oben auf dem Berg, oberstes Stockwerk und eine Randwohnung. Schöööön.

Schnell Fotos machen (bevor wir einziehen), dann Sachen ausladen und noch einmal zu Costco, um Vorräte zu bunkern. Den ganzen Tag fast nichts gemacht und trotzdem total erschlagen…

Bevor die Sonne unterging, noch ein letzter Blick auf die roten Felsen von St. George.

 

Dann, während des Schreibens dieser Zeilen, ging noch der Mond auf:

JETZT beginnt der Urlaub.

28.05.2018 – Lake Mead NRA und Valley of Fire State Park

Bevor jemand auf andere Gedanken kommt: das NRA steht nicht für die National Rifle Association (die amerikanische Waffenlobby), sondern für National Recreation Area.

Unser Jetlag ließ uns heute bis nach 6 Uhr schlafen, hat uns beide erstaunt und erfreut.

Bevor wir in den Tag starten konnten, gab es noch Verwaltungskram zu erledigen: warum kann ich mit meinem Handy nach Deuschland telefonieren, aber nicht angerufen werden? Ist doch eine ganz normale Telekomnummer. Ein Anruf bei der Hotline (das ging ja) klärte es auf: es reicht nicht, einfach nur die Handy-Nr. anzurufen, es muss ein +49 oder 0049 vorgewählt werden. Damit konnte ich dann auch eine andere Hotline veranlassen, meinen Dienstnotebook wieder ins Hausnetz zu bringen, falls es denn wirklich mal nötig sein sollte.

Da unser Hotel kein Frühstück inclusive hatte, gab es Rührei und Bacon aus der Microwelle. Auch nicht schlecht. Werden wir für Hotelnächte wieder vorsehen. Dann die Kühlbox packen – wir werden wohl viel Wasser brauchen – und auf geht es durch Boulder City in Richtung Lake Mead. Dank unseres Nationalparkpasses vom November letzten Jahres zeigte ich nur den Führerschein und den Pass vor und wir fuhren den Lakedrive entlang. Natürlich nicht, ohne einige Fotostopps zu machen.

Und wir merkten uns den Sunset Viewpoint für den Abend.

Auf dem Weg lagen noch zwei heiße Quellen, einmal die Rogers Spring mit einem sehr schönen See (allerdings ist Baden dort aufgrund der dort lebenden Amöben nicht unbedingt empfehlenswert)

und die Blue Point Hot Spring, von der außer Palmen nicht viel auf Wasser hindeutete.

Weiter ging es vorbei an den Wetlands

zum Valley of Fire Statepark, wo man uns nach Zahlung von 10 USD Eintritt gewährte.

Der Park hat sehr viele schöne Wanderwege, die man im Hochsommer wegen der mörderischen Hitze besser auslassen sollte. Auch jetzt standen schon überall Schilder mit „Heatwarning“, also zumindest viel Wasser einpacken.

Erster Hike sollte die Firewave sein. Bei einem unserer letzten Urlaube hatten wir sie im Abendlicht erwischt, diesmal waren wir noch vor dem Mittag da. Mal schauen, wie das Licht so ist. Nach kurzer Wandererung durch die roten oder auch anders kolorierten Felsen standen wir vor dieser faszinierenden Felsformation.

Und ich muss (beim Betrachten der Fotos am Rechner) sagen, dass mir das Licht am Nachmittag um Größenordnungen besser gefiel.

Zurück am Auto nochmals Wasser in mich reinlaufen lassen und weiter geht es auf der White Dome Road bis zu ihrem Ende.

Dort genehmigten wir uns an einem schattigen Picnic-Table ein leckeres Sandwich (frisch hergestellt aus Vorräten unserer Kühlbox). Zwischendurch kam ich noch mit einem Tourguide von Pink Jeep Tours ins Gespräch, der gerade ein paar europäische Touristen durch die Gegend schaukelte. Er empfahl uns den Weg rund um den White Dome zu wandern. Da wir das sowieso auf unserer ToDo-Liste hatten, gingen wir das Thema gleich an.

Man wandert zuerst zwischen weißen und gelben Felsen ins Tal hinunter, um dann durch einen Slot-Canyon

auf der anderen Seite wieder von roten uns weißen Felsen begrüßt zu werden. Eine unwirkliche und doch absolut faszinierende Landschaft.

Zwischendurch ein Kuriosum der besonderen Art. Es sieht aus wie Indian Graffiti, sind aber nur Wasserspuren. Und je nachdem, wie man es dreht und wendet, sieht man (so meine Göttergattin) entweder einen Vogel oder eine Gazelle. Was es wirklich ist, überlasse ich eurer Fantasie.

Auf dem Weg zum Auto wollte ich unbedingt noch diesen Felsen ablichten, konnte ihn aber eine ganze Zeit nicht ohne Menschen fotografieren, weil eine Gruppe von Youngstern sich mal alleine, mal zu zweit, mal zu dritt darauf verewigen wollte. Endlich fanden sie den Weg zum Auto und ich hatte meine Ruhe.

Auf dem Rückweg wollten wir noch ein paar kleinere Ziele mitnehmen: Das Petrogylphenpanel Atlatl.

Direkt nebenan hatten Künstler eine Installation aufgebaut, die mich in zweifacher Hinsicht in Erstaunen versetzte: Wie kommt man auf die Idee, ca. 100 Spiegel auf dem Boden zu verteilen und: Wo in dieser Wüste schon die kleinste Glasscherbe einen Flächenbrand hervorrufen kann, wird fröhlich mit Glasspiegeln herumexperimentiert.

Eine weitere Wanderung über den Rainbow-Vista-Trail hatte ich mir etwas aufregender vorgestellt, aber vielleicht war ich auch einfach nur abgesättigt durch soviel rot und gelb und grün und blau… Aber für eine Eidechse langt es immer noch (bin froh, dass ich eine Kamera mit 36 Megapixeln dabei habe, da ist eine Ausschnittvergrößerung immer noch gestochen scharf).

Zum guten Schluss gibt es am Eingang des State Parks noch den „Elefanten“. Eine Felsformation, in die manche Menschen – so meine Ehefrau und beste Formendeuterin von allen – den Rüssel eines Elefanten reininterpretieren. Da erstere durch die Lauferei ziemlich platt war, kletterte ich alleine rauf und hätte beinahe noch unsere Urlaubskassen durch Pärchenfotografie aufgebessert.

Es war mittlerweile 15 Uhr geworden und wir hatten noch eine lockere Stunde Fahrt vor der Nase. An der Echo Bay fuhren wir in Richtung See, parkten unseren Pickup auf einer Landzunge und genehmigten uns im Schatten unseres Autos ein kleines Picnic.

Auf dem Weg zur Hauptstraße begegneten uns noch zwei Radfahrer, Holländer, die schon ziemlich ausgetrocknet waren. Wir halfen mit Wasserflaschen aus und erfuhren, dass sie sich auf dem Weg von San Francisco nach New York befanden. Das kann man auch einfacher haben…

Als die Schatten länger wurden, fanden wir uns am Sunset Viewpoint ein, stellten unsere Stühle auf und genossen einfach nur die Stimmung und den Abend.

Als die Sonne hinter dem Berg verschwunden war und der Mond aufging,

war es Zeit, in Richtung Hotel zu fahren.

Man, sind wir kaputt. Jetzt nur noch aus den 180 Fotos die 10 schönsten raussuchen und für den Bericht hochladen…

27.05.2018 – Von Los Angeles nach Las Vegas

Die Melatonin-Tablette hat gewirkt. Erst gegen 4.30 Uhr schellte bei mir der innere Wecker. Also ganz in Ruhe Reisebericht schreiben, Fotos hochladen und dann gibt es um 6 Uhr Frühstück. Der Wetterbericht sagte für die Stadt der Engel ab ca. 9 Uhr Sonnenschein vorher und wir wollten nochmal zur Küste. Vorräte müssen wir auch einkaufen. Und beim Walmart ist es egal, ob die Wolkendecke zugezogen ist oder nicht. Wir wurden gut fündig: Campingstühle, Kühltruhe und natürlich auch massig Lebensmittel. Kühltruhe auf die Ladefläche und dann ab in Richtung Küste. Im Süden war noch die dichte Bewölkung zu sehen,

in Richtung Norden gab es nicht nur blauen Himmel im Angebot.

Wir fuhren also in Richtung Point Fermin und machten beim Korean Friendship Temple einen ersten kleinen Fotostop.

Weiter Richtung Norden war der Himmel zwar noch offen, aber dafür die direkt an der Küstel liegende Straße nicht (Wohngebiet). Was solls? Fahren wir nach Las Vegas, die Sonne putzen. Die Strecke wird nicht unbedingt durch viele Abwechselungen interessanter und so zuckelten wir gemütlich in unserem Supertruck in Richtung Las Vegas.

Auf dem Weg eine sehr interessante Installation. Ich vermute, dass es eine Art Sonnenkraftwerk ist, bei welchem die Sonnenstrahlen auf einen zentralen Brennpunkt gelenkt werden, wo sie dann durch Hitze Wasser verdampfen können.

In Primm ein erster größerer Stop. Dort gibt es ein Outlet-Center. Wer uns kennt, weiß, dass Outlet-Center eigentlich nicht (mehr) zu unseren favorisierten Shopping-Möglichkeiten gehören. Aber in diesem Fall machten wir eine Ausnahme (gnädig, nicht wahr?). Der Grund? In Primm gibt es einen Laden – Vanity Fair – wo ich mich ohne lange aufzuhalten mit Hosen eindecken kann. Und das zu vernünftigen Preisen. Da mein Bauchumfang in den letzten Monaten erheblich geschrumpft war, brauchte ich zwei Größen enger. Erste Jeans angezogen. Passt. Zweite Hose angezogen. Passt auch. Und so war ich schneller, als jede Frau auch nur EIN Kleidungsstück in die nähere Auswahl gezogen hat, mit 4 Hosen wieder aus dem Laden raus.

Nächstes Etappenziel war der Costco von Henderson (1.309 USD/Ga). Liegt quasi auf dem Weg nach Boulder City, wo wir für zwei Nächte unsere Zelte aufgeschlagen haben. Bei Costco tanken,

noch ein leckeres Brot mitnehmen und dann zum Hotel fahren. Schön groß, das Zimmer, der Kühlschrank auch.

Alle Lebensmittel werden verstaut und dann machen wir uns auf den Weg zum Damm. Am Visitor-Center fing das Sonnenuntergangsnachglühen schon an und tauchte die Felsen in ein warmes Licht.

Den zweiten Stop machten wir am Aussichtspunkt eines Hotels.

Als die Sonne schon fast verschwunden war, parkten wir unseren Pickup am Lake Mead Overlook, stellten die Stühle auf die Ladefläche und genossen unser erstes Picknik mit dem fantastischen Ausblick auf den See.

Danach wollten wir eigentlich noch in die Nähe des Damms, von dem ich mal ein beleuchtetes Foto gesehen hatte. Leider wurde der Damm zu dieser Jahreszeit noch nicht angestrahlt und zweitens wurde uns der Durchgang wegen Hangrutschungen verwehrt. OK, ab nach Hause, der Tag war lang genug.