05.06.2018 – Fahrt zum Bryce Canyon – Red Canyon

Nun dürfen wir unsere gemütliche Hütte in St. George verlassen. Wir haben uns sehr daran gewöhnt und es hat uns gut gefallen. Besonders positiv zu vermerken war die sehr dezente und doch effektive Klimaanlage, die die Vermieter auf ca. 25°C eingestellt hatten und wo es keiner Nachregelung bedurfte. Auch die Einrichtung war genau das, was man in einer gut ausgestatteten Ferienwohnung erwartet. Nicht ganz optimal war der Internet-Anschluss. Speziell die Upload-Geschwindigkeit schwankte zwischen 580kb/sek und 5kb/sek. Es ließ sich auch nicht herausfinden, woran es lag. Da das Problem auch nur temporär auftauchte, war unsere Vermietungsfirma leider nicht in der Lage, den Engpass zu lokalisieren und zu beseitigen. Und die Bestuhlung auf dem Balkon und am Esstisch war zwar hochmodern, aber unter „bequem“ stellte ich mir etwas anderes vor.

Bevor wir St. George verließen, machten wir noch zwei letzte Stopps im Walmart und bei Costco, um wirklich frisches Gemüse und Obst zu bunkern und den Tank noch einmal randvoll zu machen (2,97 USD/Ga). Dann ging es über die übliche Strecke in Richtung Zion. Über Cedar City wäre es laut Google Maps schneller gewesen, aber wir wollten auch die Landschaft genießen.

In Rockville auf der 9 musste ich noch einmal anhalten, um endlich dieses wunderschöne Häuschen zu fotografieren.

Als wir mal wieder vor dem Tunnel im Zion Nationalpark standen, nötigte mich meine Gattin, doch noch eiiiiin Foto zu schießen.

Nach dem Tunnel blieb es nicht bei einem Foto. Man kommt auf rotem Teer durch eine wunderschöne Felsenlandschaft, der das Fotografenherz einfach nicht widerstehen kann. Immer wieder mal zwischendurch stoppen war einfach unabdingbar.

Außerhalb des Parks wurde es dann wesentlich weniger spektakulär, aber nicht unbedingt unschöner.

Wir durchquerten die Stadt Hatch (wer kennt sie nicht?)

und irgendwann kamen die roten Felsen des Bryce Canyon in Sicht. Zuvor gelagert ist ja der Red Canyon mit ganz besonders intensiven roten Farben. Hier werden wir auf jeden Fall mal ein bisschen mehr Zeit verbringen. Immerhin haben wir sechs Nächte im Best Western Rubys Inn gebucht. Allerdings in einer außergewöhnlichen Konstellation: Die ersten 3 Nächte verbringen wir (gegen Geld) in einer 2-Bedroom-Suite, ordentlich, großer Kühlschrank, schon ein bisschen abgewohnt, aber OK. Die weiteren drei Nächte verbringen wir mit Best-Western Punkten im Haupthaus direkt am Pool.

Nachdem unsere komplette Eiskiste aus- und der Kühlschrank damit eingeräumt war, ließen wir die Kaffeemaschine Marathon laufen (ist ja erst 16 Uhr) und legten ein kleines Päuschen ein.

Jetzt noch zum Event des Abends. Schon soooo oft waren wir auf dem Weg von und zum Bryce Canyon durch den Red Canyon gefahren, der ca. 10 Meilen westlich vom Bryce liegt. Wunderschöne rote Felsen, die Lust auf den Bryce machen. Und wir hatten nie die Zeit, diese Gegend näher in Augenschein zu nehmen. Aber heute konnten wir. Das Visitorcenter der Forest-Verwaltung hatte bis 18 Uhr geöffnet und die freundliche Dame empfahl uns einen ca. 2,4 Meilen langen Roundtrip. Zu Anfang war dieser auch noch leidlich ausgeschildert, aber das verlief dann mehr oder weniger im Sande.

Manchmal kamen wir total ab von der Route, um uns in einem wunderschönen Felsengewirr wiederzufinden.

Who needs Bryce Canyon? Schön vor allen Dingen auch, weil uns während der ganzen Wanderung insgesamt vier Leutchen über den Weg liefen. Das schafft man im Bryce locker innerhalb von 4 Minuten.

Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu und tauchte die roten Felsen in ein warmes Licht.

Doch halt, was ist das? Lädt Smokey the Bear meine Göttergattin zum Tanzen ein? Gut, dass sie ihre Tanzschuhe gerade nicht dabei hatte.

Wir machten uns auf den Weg zum Hotel,

um vor dem hauseigenen See auf der Ladefläche des Pickups das Abendessen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Nicht viel gemacht, aber trotzdem ein toller Tag.

04.06.2018 – Angels Landing

Nachdem nach unserem ersten Besuch schon zarte Andeutungen gekommen waren, warum wir noch nicht auf „Angels Landing“ raufgekrabbelt waren, beschlossen wir, dieses Ziel für den heutigen Tag in Angriff zu nehmen. Wenn ich den Schauergeschichten meiner Göttergattin trauen durfte, war der Trail mordsmäßig gefährlich und schon hunderte waren dort abgestürzt. Ich ziehe mal das übliche Jägerlatein ab, die Parkstatistik sprach von 7 Menschen seit 2004. Was meine mich liebende Gattin aber nicht davon abhielt, mir die ganze Fahrt gute Ratschläge mit auf den Weg zu geben: Halt Dich gut fest, kehr um, wenn es zu gefährlich wird, schubs niemanden runter mit Deiner Fototasche, schmeiß keine Felsen runter, nimm keine größeren Felsen mit, lass die Squirrels in Ruhe und so weiter.

Ihre eigenen Ratschläge und vor allen Dingen ihre Höhenangst (sie muss sich normalerweise an einer Laterne festhalten, wenn sie auf den Bürgersteig tritt) in den Wind schlagend machten wir uns trotzdem auf den Weg.

Wir waren – wie wir meinten – sehr früh auf der Straße und bekamen trotzdem nur das Schild zu sehen: Parking Lot full – park in town. Das war logischerweise das einzige, was wir nicht wollten und wir stellten uns in bewährter Manier auf einen Seitenstreifen. Nach kurzem Spaziergang über den angrenzenden Campground standen wir vor einer ewig langen Schlange.

Das, was man auf dem Foto zu sehen bekommt, ist ca. nur die Hälfte. Ungefähr 40 Minuten später saßen wir dann doch im Bus und fuhren bis zur Haltestelle „Grotto“. Auf der Fahrt hatte ich die Gelegenheit, die schon früher erwähnten unförmigen Treter fürs Canyoneering etwas näher in Augenschein zu nehmen. Sie heißen Adidas Terrex Hydro Lace, kosten regulär ca. 130 USD und dürfen anscheinend nur mit einem ähnlich hässlichen Fusskleid getragen werden.

Aber wenn man sich mal im Internet umschaut, wird man begründet bekommen, warum man nicht mehr ohne auskommt, sobald die erste größere Pfütze kommt. Vielleicht sollte ich mir bei dem ständigen Regenwetter in Deutschland auch mal welche bestellen.

Der Weg zu Angels Landing beginnt mit einem Gang über eine Brücke über den Virgin River, um dem West-Rim oder auch Kayenta Trail ca. eine Meile relativ flach am Fluss entlang zu folgen.

Schließlich geht es in Serpentinen ein paar hundert Meter höher, um schließlich in den Refrigerator Canyon zu münden.

Um diese Uhrzeit kann man den Namen nachvollziehen, es scheint kaum Sonne rein und es ist angenehm kühl. Nachdem man den Canyon mit sehr steil aufragenden Felswänden durchlaufen hat, geht es wieder in Serpentinen,

diesmal kürzer und steiler, hoch bis zu einer Weggabelung, dem Scout Point. Hier trennt sich der West Rim Trail ab. Weiter führt der Trail zu Angels Landing, 0,5 Meilen steht auf dem Schild.

Ob allerdings nach oben oder nach vorne gemeint ist, steht dort nicht. Jedenfalls wurde es jetzt richtig knusprig. Meine Göttergattin hatte mich schon im Canyon vorgeschickt, weil sie nicht wusste, wie weit ihre Höhenangst ihr einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Der „Weg“ führt jetzt mehr oder weniger am Hang entlang nach oben, an manchen Stellen durch massive Metallketten als Railing gesichert.

Und diese Haltetaue braucht man auch. Meine Kamera hatte ich – ausnahmsweise – mal in die Fototasche gepackt, um beide Hände freizuhaben. Zwischendurch kamen immer mal wieder Absteiger entgegen. Und es sich auf der ganzen Strecke um eine einspurige Piste handelte, musste ich (und die anderen Aufsteiger mit mir) immer wieder eine Pause einlegen. Natürlich kann man diese Gelegenheit auch für ein Foto in die Umgebung nutzen.

Die Pausen war mir speziell im ganz oberen Stück nicht unlieb, litt ich doch immer schneller unter Atemnot. Und hoffte, dass sie oben ein Sauerstoffzelt aufgebaut hätten. In diesem Punkt war der Hike schon eine Enttäuschung für mich. Es gab keines. Aber auch in einem anderen Punkt musste ich in die Röhre gucken: Ich sah keinen Engel, der gelandet wäre. Dafür ein paar Dutzend Leute aller Nationen, die die Aussicht genossen. Zuzüglich der Squirrels und Skipmunks, die auf Lebensmittelreste lauerten.

Aber da ich ja nicht wegen der Aussicht, sondern zum Fotografieren hochgekommen war, erledigte ich erstmal diesen Job,

ließ ca. einen Liter Flüssigkeit in mich reinlaufen und genoss doch den Ausblick.

Und damit man mir auch glaubt, dass ich oben war, mit Fisheye ein Selfie:

Da ich meine Felsenkletterin aber nicht bis ultimo alleine lassen wollte, machte ich mich auf den Rückweg, diesmal die Kamera vor dem Bauch.

Diesmal war es wesentlich leerer und ich kam auch zu ein paar Fotos.

Doch was war das? Ich hatte noch nicht mal die Hälfte der „Todesstrecke“ hinter mich gebracht, als mir ein grünes T-Shirt mit rotem Rucksack, getragen von meiner Göttergattin, entgegenkam. Sie hatte einen Teil ihrer Höhenangst überwunden und wollte sehen, wie weit sie kommt.

Wir vereinbarten, dass ich am Scout Point auf sie warten würde und sie versuchte so weit zu kommen, wie es ging. Da sie nicht sofort wiederkam, musste sie noch ein ganzes Stück weitergeklettert sein. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Mut (aber vielleicht haben ja die neuen Schuhe auch einen kleinen Beitrag geleistet).

Zusammen marschierten wir gen Tal, ich hatte etwas Angst, dass meine Knie irgendwann nicht mehr mitmachen würden. Aber sie hielten durch bis fast ganz unten. An der Haltestelle Grotto füllten wir unsere Wasserflaschen nach und ließen uns das kühle Nass über Kopf und Körper laufen. Tat das GUUUT.

Kurze Bustour zum Visitor Center, danach in den Wagen, Klimaanlage an (die Temperaturanzeige zeigte 110° Fahrenheit = 43°C) und gemütlich Richtung St. George gedackelt. Dort gönnten wir uns zur Belohnung einen Besuch bei Panda Express, den wir sehr genüsslich in der guten Stube verputzten.

03.06.2018 – Red Hills Desert Garden – Virgin River Gorge

Wir gehen es wieder gemütlich an. Letztens waren wir am Red Hills Desert Garden vorbeigekommen, der am Red Hills Parkway liegt und kostenlos einen Ausflug in die Botanik der Umgebung bietet – mit dem Vorteil einer exakten Beschilderung einer jeden Pflanze. Ein sehr liebevoll angelegter Park, wenn ihr Zeit habt, geht mal durch.

Man durchläuft auch einen „Slot Canyon“ und kann sich dann – so die Jahreszeit es zulässt – an vielen blühenden Pflanzen erfreuen.

Die Tatsache, dass sich meine beste Kartenleserin von allen langsam der Erholung hingibt, lässt sich daran messen, dass sie nicht darauf bestand, dieses Ziel ins Navi einzugeben, sondern darauf vertraute, dass der beste Fährtensucher von allen (also ICH) diese Location allein durch Studium der Karte und den angeborenen Ortssinn sowie eingebautes Navi (wie bei den Tauben) ohne große Irrfahrten findet. Das hatte gestern schon bei Ross funktioniert, warum nicht heute wieder. Wenn man den Garten verlässt, kann man auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf einen Parkplatz fahren und hat einen schönen Überblick über St. George.

Übrigens ein nettes Feature des Navis unseres Autos: Es erkennt das ST unserer Stadt nicht als Saint George, sondern macht aus ST das übliche Street, also fahren wir demnächst nach „street George“. Nächstes Ziel für den Vormittag: Costco und Walmart (ebenfalls ohne Navi). Hier mussten wir unsere Vorräte besorgen, die wir in den nächsten Wochen benötigen. Sechs Tage im Bryce Canyon, da gibt es keinen (preiswerten) Supermarkt. Zwei Tage in Page, da gibt es immerhin einen Walmart und dann neun Tage in Kanab, keine Ahnung, welche Shops sie dort haben. Also gehen wir vom schlimmsten = teuersten aus.

Bei Costco hatten sie schöne Probierständchen (endlich mal wieder) und so kamen wir mit halbwegs vollem Magen und einem gut gefüllten Einkaufswagen wieder raus:

Zuhause ausladen und alles in die Kühlung bzw. wenn möglich einfrieren. Dann noch einen leckeren Salat verputzen und ein wenig Siesta einlegen.

Gegen 15 Uhr sollte es dann wieder auf die Piste gehen. Die Virgin River Gorge mit dem Interstate 15 hatten wir ja schon einige Male durchfahren und dabei immer sehnsüchtig auf den Campground geschielt, der durch eine Ausfahrt zu erreichen war (auf der anderen Straßenseite hatten wir sogar schonmal mit dem Wohnmobil geboondockt, aber das zählt nicht). Jetzt hatten wir mal die Zeit, uns dort umzuschauen. Von der Picnic-Area ging ein Trail runter zum Fluss und ein weiterer mit zwei Meilen Länge in die Gorge. Zum Fluss schafften wir es noch, auf den längeren Weg verzichteten wir angesichts von 108° Fahrenheit großzügig.

Wieder zurück im Auto – nach einem kleinen Ausflug in die Fauna –

ging der Überraschungsteil der Tour los. Bei Google Maps hatte ich gesehen, dass von dieser Ausfahrt aus eine „Straße“ durch die Berge bis zum Highway 91 führen sollte. Dieser wurde, als die Gorge durch Erdrutsche im letzten Jahr gesperrt war, als Umgehung für die Verbindung zwischen St. George und Las Vegas verwendet. Auf diese Straße wollten wir stoßen, ohne die geringste Ahnung, ob die Dirt Road überhaupt durchgängig ist und was uns erwartet. Hier zeigt uns die Karte auf der 91 die „Joshua Tree National Landmark“, ein Ziel, was uns lohnenswert erschien.

Wie sagte schon Hägar der Schreckliche so schön? Ignorance is the mother of adventure. Also los. Schon nach ein paar Meilen über mäßig zu fahrende Piste stießen wir auf eine tolle Canyonlandschaft mit einer der schönsten Ansammlungen von Joshua Trees, die ich seit langem gesehen hatte.

Wir wühlten uns weiter über die Dirt Road, bis wir irgendwann links Littlefield am Interstate Highway liegen sahen und stießen dann auf die 91. Super, soweit hat der Plan funktioniert. Auf dem Weg nach Norden stießen wir dann auf einen Abzweig, der besagte: Joshua Tree Road Scenic Backway. Ob das das gewünschte Ziel ist? Versuch macht kluch. Es ging wieder ins Gelände, diesmal ja sogar auf einem offiziellen Backway. Aber das, was wir vorher an Vegetation gesehen hatten, war nicht mehr zu toppen. Abgesehen davon haben wir – wie wir hinterher auf der Karte sahen, die National Landmark verpasst.

Aber unser Auto-Navi kannte die Strecke zumindest und so ließen wir uns auf fast direktem Weg (die Schlange mussten wir umfahren)

bei Shivits auf die 91.

Mittlerweile waren die Schatten länger geworden und wir in der Nähe des Snow Canyon. Eine gute Gelegenheit, auch hier noch ein paar Fotos zu schießen.

Jetzt aber schnell nach Hause, morgen geht es (vermutlich) früh auf die Straße, geplant haben wir einen kleinen Ausflug nach Angels Landing im Zion National Park. Zumindest so hoch es die Schwindelfreiheit erlaubt.

02.06.2018 – Kolob Section – Yant Flat

Nachdem der gestrige Tag für einen alten Mann wie mich ja doch schon anstrengend war, beschlossen wir, für heute etwas mehr in den Urlaubsmodus zu schalten. Was zur Folge hatte, dass wir erst gegen 13 Uhr auf die Piste kamen. Unter dem Motto „something old, some new“ starteten wir in Richtung Kolob Reservoir und angrenzendem Lava Point Campground und Overlook. Speziell dieser Punkt hat in vergangenen Urlauben bleibende Erinnerungen hinterlassen. So werde ich auch heute noch (nach 31 Jahren) darauf angesprochen, dass um unser Zelt herum in der Nacht ein Stinktier herumgekrochen sei. Was man am Tapsen der Pfoten auch so wahnsinning gut erkennen kann. Aber die beste Stinktierkennerin besteht darauf, dass es kein anderes Viech war. OK, ich belasse sie in dem Glauben. Ein weiterer Urlaub blieb deshalb unvergessen, weil auf dem letzten Stück Dirtroad das Wohnmobil so hoppelte, dass der Glasteller der Mikrowelle raussprang und sich in viele Kleinteile zerlegte.

Das Kolob Reservoir und den Lava Point erreicht man, wenn man auf auf der 9 von La Verkin aus kommend Richtung Norden auf die Kolob Terrace Road abbiegt. Die Straße selbst ist schon ein Highlight. Sie führt zuerst durch Farmland, aber auch durch Felsenlandschaften, die durch Wanderwege erschlossen wird.

Kolob Reservoir Kolob ReservoirDer Name Kolob kommt (laut Wikipedia) übrigens von den Mormonen, für die das der Stern ist, der dem Aufenthaltsort Gottes am nächsten liegt.

Die Straße führt immer wieder über Nationalpark-Gelände, um diesen dann wieder zu verlassen.

Kolob Reservoir  
Meistens erkennt man dies auch daran, dass innerhalb des Parks ein rötlicher Teer auf der Straße verwendet wurde, ein besonderes Feature dieses Parks.

Zwischendurch sehr hübsche Farmen oder auch einfach „nur“ Wohnhäuser. Karin meinte beim Anblick dieser Hütte: Die würde ich schon nehmen.

Kolob ReservoirOK, der Weg zum Einkaufen ist schon ziemlich weit. Aber der Blick, frei nach Visa: Unbezahlbar.

Kolob ReservoirIrgendwann, nach ca. 20 Meilen biegt dann eine Schotterpiste zum Lava-Point ab. Wohnmobilisten heute sollten ihre Gerätschaften schon festschnallen, obwohl die Qualität der Straße erheblich zugenommen hat. Wir drehten eine Runde über den Campground und fanden alles so vor, wie wir es 1987 verlassen hatten. Ein Stinktier oder auch nur Fuß- oder Geruchsspuren davon konnten wir allerdings nicht entdecken. Dann ein kurzer Trip zum Overlook. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über den Zion-Nationalpark.

Lava Point Zion National Park Lava Point Zion National Park

Weiter geht es zum Kolob Reservoir. Dieses hatten wir (in Unkenntnis seiner Schönheit) bei den letzten Urlauben ausgelassen und waren nicht wenig erstaunt, was es hier oben alles gab. Unter anderem fuhren wir durch Birkenwälder (die im Gegenlicht glänzten)

Kolob Reservoiran diversen Ranches vorbei. Ein Schild lockte zum Kauf von Landflächen an, ein weiteres zur Vermietung von Kanus und Standup-Paddleboards. Und das auf 2478 m Höhe. Der See und die Umgebung hat sich zu einem kleinen Touristenmagnet entwickelt, was angesichts der angenehmeren Temperaturen (es sind lockere 5-7 Grad kälter als im Tal) nicht verwunderlich ist.

Kolob Reservoir

Genug Touristenluft geschnuppert. Es war mittlerweile kurz nach 17 Uhr geworden und wir hatten noch ein „hidden secret“ – zumindest bis jetzt – vor der Nase: Yants Flat.

Es ging die gleiche Straße wieder den Berg runter und dann in Richtung Interstate.

Kolob Reservoir

Kurz davor bogen wir auf die 17 nach Toquerville ab. Dieses Nest ist eigentlich ganz hübsch mit alten Steinhäusern, bekommt aber eigenartigerweise vom ganzen Touristenrummel um Zion nichts ab.

Von Toquerville aus kann man dann auf den Interstate 15 Richtung Süden fahren, um ihn in Leeds wieder zu verlassen (gleiche Ausfahrt wie Red Cliffs). Von dort aus fährt man auf die Silver Reef Road (die hinterher zur Oak Grove Road wird). Man bleibt eine Weile auf der 032, um dann auf die 031 (namenlos) abzubiegen. Dieser folgt man ca. 5 Meilen, bis auf der rechten Seite eine Straße mit Nummer 903 abbiegt. Gegenüber davon startet eine alte Jeep-Route, der man zu Fuß ca. 1,2 Meilen (etwa 25-30 Minuten Fußmarsch) folgt. Wenn man ein Stück „Düne“ mit tiefem Sand raufgekrabbelt ist, hat man fast das Ziel erreicht. Eine unwirkliche, wahnsinnig schöne Felsenlandschaft tut sich auf.

 

Über diese Felsen (die übrigens ein sehr interessantes Muster aufweisen: Mal rechteckig, mal sechseckig wie Lava)

kletterten wir im Licht der langsam tiefergehenden Sonne kreuz und quer und konnten uns gar nicht sattsehen. Die Merrils meiner Felsenkletterin bewährten sich mal wieder aufs Beste.

Und obwohl wir – dem Trail folgend – auf sehr viele Fußspuren gestoßen waren, konnten wir den Abend an diesem großartigen Fleckchen Erde vollkommen allein genießen. Es erinnerte mich an den Malboro Point, wo wir auch ein solches Erlebnis hatten.

So langsam ging die Sonne unter und die genossen wir natürlich auf dem höchsten Felsen der Umgebung (Höhenangst, was ist das?)

Da der Rückweg auch wieder ca. 20 Minuten in Anspruch nahm (die Düne RUNTER geht es schneller), machten wir uns zeitig auf den Weg, nachdem die Sonne hinter dem Kamm verschwunden war.

Aber das Nachglühen kann man auch von anderen Stellen beobachten.

Am Auto zurück mal das Navi befragt und oh Wunder, es kannte sogar die 031. Mal wieder ein wahnsinniger Tag und danke Yvonne für den Tip.

 

01.06.2018 – Zion National Park

Um ein Thema von gestern aufzugreifen: Meine Schlaflosigkeit in St. George hatte wirklich am Kaffee gelegen. Dafür wurden wir um 6 Uhr durch das Läuten von Karins Handy geweckt. Unser Sohn hatte eine Videokonferenz mit meinen Eltern hergestellt. Freude auf beiden Seiten. Er konnte die Senioren virtuell auf unsere Reise mitnehmen und die Tatsache, dass er zuhause zur Verfügung steht, ermöglicht uns diese Reise überhaupt erst. Und dafür sind wir ihm unendlich dankbar. Musste mal gesagt werden.

Nach dem (wie üblich) leckeren Frühstück beluden wir den Wagen. Unser Haus lag mit diesem Teil gerade in der Sonne, Zeit, die Hütte von außen vorzustellen.

Vom Parkplatz aus der Blick über die Oleander in das weite Land der roten Felsen.

Für heute hatten wir uns Teile des Zion-Nationalparks vorgenommen. Dieser Park gehört zu den „Big Five“ und mit zu den schönsten Parks, die der Südosten von Utah zu bieten hat. Der Virgin River hat sich tief in die Felsen gegraben und mehrere hundert Meter hoch steigen die Felsen senkrecht in die Höhe.

Der Park hat soviel an Beliebtheit zugelegt, dass man die Stichstraße, die ins Tal führt, nicht mehr mit dem eigenen Auto befahren darf. Statt dessen gibt es Parkplätze und von dort aus fahren Shuttle-Busse in den Park hinein. Einziges zartes Problem: Als wir gegen 10 Uhr ankamen, waren die normalen Parkplätze schon proppevoll. Findige Bewohner des Dorfes Springdale hatten die Gelegenheit genutzt, um private Flächen für 20 USD pro Tag und Auto zu vermieten. Für uns indiskutabel. Wir fuhren an den vollen Parkplätzen vorbei und fanden am Straßenrand ein Plätzchen, wo wir unsern Truck abstellen konnten. Leider ragte das Heck noch ziemlich weit in die Straße rein, was uns böses Gehupe von vorbeifahrenden Bussen einbrachte. Aber den Platz verlassen, der sogar legal war? Kommt nicht in Frage. Also den Wagen umdrehen und das ausladende Heck einfach über die Wiese parken. Problem gelöst.

Danach kurze Wanderung zur Bushaltestelle und kurze Zeit später befanden wir uns am Ausgangspunkt der ersten Wanderung. Ins Auge gefasst hatten wir die Emerald Pools, eine Kette von drei „Teichen“, die sich in unterschiedlichen Höhen an den Felswänden entlang zogen.

Auf dem Weg dahin ging mir der Song von Michael Jackson nicht aus dem Kopf: You are not alone. Völkerscharen (zu denen wir logischerweise auch beitrugen) trabten mehr oder weniger schnell die Wanderwege rauf und runter.

Die „lower“ Pools haben einen schönen Überhang, von wo das Wasser fröhlich den Berg runterfließt.

Eine Langzeitbelichtung muss ich noch ausprobieren. Wozu habe ich sonst die ganze Zeit das Stativ mitgeschleppt?

Weiter geht es zu den „medium“ Pools, höher gelegen und einem schon besseren Ausblick über das Tal.

Noch ein Stück höher dann die „upper“ Pools und hier ist gleichzeitig auch das Ende des Weges. Oberhalb des Pools türmt sich die Felswand steil empor und ist nur mit einem Fisheye-Objektiv komplett zu erfassen.

Auch Zeit für eine kleine Mittagspause mit Zaungästen. Die richtig fetten Squirrels wissen genau, dass für sie etwas abfällt. Füttern ist allerdings bei Strafe verboten. Fotografieren zum Glück nicht.

Weiter geht es auf dem Grotto-Trail nach unten bis zur nächsten Haltestelle. Man sieht, hier sind Familien mit Kindern unterwegs:

Dort füllen wir unsere Wasserflaschen auf und fahren bis zur Haltestelle „Weeping Rocks“. Auch dort tropft Wasser aus den undichten Felsen, aber leider nicht genug, als dass es sich wirklich gelohnt hätte. Aber der Blick über die Balustrade ist schon sehenswert.

Am oberen Rand der Felsen versuchen kleine Blümchen, ihr Dasein zu fristen.

Wieder unten angekommen fahren wir mit dem Bus bis zum Ende der Buslinie, dem „Temple of Sinawawa“. Dort beginnt der ca. 2,5 Meilen lange Weg, an dessen Ende das „Gateway to the narrows“ beginnt.

Auf dem Weg hörten wir die amerikanische Version von „sind wir bald da“. Die Antwort lautete (immer wieder): Pretty soon. Auf dem Weg kamen uns ständig Leute entgegen mit speziellen Wanderstöcken und noch spezielleren Schuhen. Diese sahen so unförmig und hässlich aus, das mussten „special purpose“ Schuhe sein. Ich ließ mich belehren, dass es sich um Treter speziell fürs „Canyoneering“ handelt. Ob das Wasser da besser rausläuft, wenn es einmal drin ist?

Und ob sich dieses Squirrel wirklich für das interessiert, was auf dem Schild steht?

Das „Gateway“ ist im Endeffekt der Virgin River, durch den man soweit laufen kann, wie man möchte. Nasse Füße sind da default. Vor 31 Jahren hatten wir den „Trail“ schonmal gelaufen und jetzt war es Zeit für ein Remake. Allerdings ohne spezielle Stöcke (mit bunter Handschlaufe) und unförmige Treter. Wanderstöcke übernahmen wir von rückkehrenden Wanderern und Schuhe? Die wurden einfach nass. Und kalt. Aber das machte nichts, ich hatte ja wieder das Hemd mit den langen Ärmeln an, die konnte ich runterrollen.

Als das Wasser hoch genug stand, vorsichtig die Kamera aus dem Rucksack holen und die Fotos von früher erneuern. Ich finde, man sieht gar keinen Unterschied. Waldschrat bleibt Waldschrat.

Die beste Flussläuferin von allen sieht logischerweise so gut aus wie immer.

So stapften wir ein paar hundert Meter (gefühlt 2 Meilen) durch die kalte Brühe.

So sollten sich Squirrels ernähren. Gesundes Korn, Müsli etc.

Zurück am Startpunkt wurden die langen Schatten im Canyon ausgenutzt für die eine oder andere Langzeitbelichtung

und dann mit dem Bus zurück zum Auto.

Die Sonne stand relativ schräg am Himmel und manche Felsen wurden vom reflektierten Licht angestrahlt.

Letztes Ziel (vorerst) war der „East entrance overlook“, wo man einen tollen Blick über das Tal hat. Dazu mussten wir den Park in östlicher Richtung durchfahren und standen kurze Zeit später vor dem Tunnel. Wartezeit 8 Minuten wurde uns angekündigt (weil ein Bus den Tunnel passieren wollte).

Zeit genug, um auszusteigen und ein Foto zu schießen.

Vom Parkplatz aus (falls kein Stellplatz frei ist, einfach warten) nochmal ca. 15 Minuten laufen und ein schönes Plätzchen suchen. Auch hier waren wir nicht allein, aber das mindert die Qualität des Sonnenuntergangs nicht.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, noch länger zu warten, um eine extreme Langzeitbelichtung mit den Lichtspuren der auf der Straße fahrenden Autos zu machen. Aber dann hätten wir bei totaler Dunkelheit zurückmarschieren müssen. Suboptimal. Als wir uns dann im Auto auf den Rückweg machten, hatte ich noch die Idee (Ankunftszeit in St. George wäre gegen 11 Uhr gewesen), ein wenig Milchstraßenfotografie zu praktizieren. Es gibt Webseiten, die genau darüber informieren, wo man „Dunkelheit“ am besten sehen kann. Und eine dieser Stellen war auf dem Parkplatz vom White Rock am Snow Canyon. Wir fanden diese Stelle auch, aber dafür nicht die Milchstraße. Auch OK.

Als wir dann zuhause ankamen, war es 23.30 Uhr. Wir warens sowas von kaputt, wir konnten einfach nur noch ins Bett fallen. Und das ist auch der Grund dafür, dass ich den Reisebericht nicht mehr gestern abend geschrieben habe. Ich hoffe, das geht klar.