29.09.2024 – Von Santa Maria nach Marina

Good Morning Santa Maria. Wir haben extrem gut geschlafen. Lag es an den guten Betten? Oder der ruhigen Lage? Oder der Tatsache, dass aufgrund des riesigen Raumes die Luft noch nicht so verbraucht war? Wir finden es jedenfalls schade, dass wir weiterziehen müssen. Und zwar geht es heute nach Marina, 10 Meilen nördlich von Monterey. Dort haben sich die Preise mittlerweile wieder beruhigt und die reine Fahrzeit beträgt 2,5 Stunden. Aber was sollen wir schon um die Mittagszeit schon in unserem Hotel? Die kalifornische Küste hat so viele schöne Ecken zu bieten.

Auf dem Weg nach Norden führt uns der Weg zuerst nach Oceano, genauer zu Oceano Dunes State Vehicular Recreation Area. Eintritt 5 USD. Wir stellen uns lieber oberhalb auf einen Parkplatz und schauen, was dieser besondere Name verheißt: Man darf mit dem Auto auf den Strand fahren. Logisch, dass etwas, was in Oregon nicht unbedingt gang und gäbe, aber auch nicht außergewöhnlich ist, hier als besonderes Highlight vermarktet wird.

Wir gönnen dem autofreien Teil des Strandes einen längeren Blick. Für einen Sonntag Nachmittag ist es hier sehr ruhig und entspannt.

Als nächstes Ziel hatten wir ins Navi die Monarch Butterfly Grove eingegeben. Ein kleines Flecken Erde, eingerahmt mit vielen Eukalyptus-Bäumen, wird zwischen November und Februar von vielen (und damit meine ich wirklich viele) Monarch-Schmetterlingen bevölkert. Sie hängen wie Trauben an den Bäumen und man kann sich der Angriffe nur schwer erwehren. Kleiner Scherz, die tun einem nichts, die wollen nur spielen.

Wir haben nicht November oder später, deshalb passieren wir unbeschadet den kurzen Trail und fahren weiter in Richtung Pismo Beach.

Der Pier und die direkt angrenzenden Straßen sind logischerweise gut gefüllt, an einen Parkplatz ist nicht zu denken.

Aber nett ist es hier doch.

Auch nur eine Seitenstraße weiter kommen wir in ein Wohngebiet, wo eine Straße zwischen den Häusern und der Steilküste entlang führt.

Am Margo Dodd Park strömt durch unsere offenen Autofenster ein vertrauter, wenn auch nicht sonderlich angenehmer Geruch rein. Hier gibt es animalisches Leben.

Wir parken am Straßenrand (problemlos möglich, keine Verbotsschilder etc.) und schauen die Felsen hinab.

Auf unseren Touren haben wir ja schon viele Vogelkolonien gesehen, aber das toppt doch so einiges. Auf den im Wasser liegenden Felsen haben sich hunderte (oder mehr) Kormorane, Möwen und Pelikane niedergelassen.

Und flattern, sitzen und stinken vor sich hin.

Die Pelikane sehen immer so aus, als hätten sie ein Grinsen im Gesicht, was natürlich nicht stimmt. Auf jeden Fall sind es sehr interessante Vögel und ich kann den Finger nicht vom Auslöser lassen. Sieht er nicht ein bisschen schüchtern und verschämt aus?

Sitzend, aber auch besonders im Fluge machen diese Tiere eine gute Figur.

Gegenüber in unserem Rücken kann man sehen, was die Seeluft mit den Häusern anrichtet. Ein Teil des Hauses ist komplett verfault und wurde bis zur Freilegung des Innenlebens nur von Farbe zusammengehalten. Also Obacht beim Hauskauf.

Ein paar hundert Meter weiter, am Eldwayen Ocean Park müssen wir noch einmal für einen Stop aus dem Wagen, zu schön bietet sich die Küste dar.

Jetzt aber schleunigst weiter, sonst kommen wir heute Abend nicht mehr in Marina an.

Bevor die 101 die Küste verlässt, gibt es noch einen letzten Coastal Access: Den Avila Beach. Gleich drei Piere (oder Piers?) erstrecken sich ins Wasser, aber nur einer ist begehbar. Auch auf den verzichten wir, zu groß ist der Zeitdruck, unter dem wir stehen. Urlaub ist einfach nur Stress. Schnell ein Foto machen und dann auf den Highway zurück.

Auf dem Hinweg waren wir schon einem Pumpkin-Verkauf vorbeigekommen. Wobei die Bezeichnung nicht ganz zutreffend ist. Ca. 100 Autos quetschten sich auf den staubigen Hofparkplatz, ein Streichelzoo lockt die kleinsten, ein Heuballenlabyrinth die mutigeren und alle anderen lassen sich gerne vor der organgefarbenen Kugeln fotografieren.

Und da ich ja eine Gartenfachfrau in der Familie habe, weiß ich schon genau, was mir demnächst bevorsteht: Trecker reparieren.

Dann schaffen wir es doch, uns zu lösen und geben das letzte Zwischenziel ein: Den Montana de Oro State Park. Er liegt etwas südlich von Morro Bay. Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal dort wandern gewesen und hatten uns an der tollen Felsenküste erfreut. Diesmal sah es so aus, als könnte dort richtig schön die Sonne scheinen. Aber auf dem Weg dahin leuchtete auch der Felsen von Morro wunderbar im Nachmittagslicht. Die Morro Bay im Sonnenschein? Das können wir uns nicht entgehen lassen. Also werfen wir den Plan über den Haufen und fahren in den mittlerweile deutlich belebteren Hafen ein.

Obwohl es dort richtig hübsch aussieht im Sonnenschein und sich viele Besucher in der Bucht tummeln, finden wir leicht einen Parkplatz.

Da wir noch nichts gegessen haben seit dem Frühstück, fahren wir zur anderen Seite der Bucht an den Fuß des Felsen, parken unsere Black Beauty rückwärts an den Strand und picknicken.

Und dabei können wir wunderbar die Seeottern beobachten, die sich nahe vor uns im Wasser tummeln.

Auch das Dorf mit einem Tele rangeholt wirkt bei Sonne deutlich attraktiver.

Aus dieser Perspektive erinnert es mich an Hilo auf der Insel Hawaii.

Wir müssen weiter. Ein letzter Blick von einer der weiter oben liegenden Straßen und es geht ohne weitere Unterbrechungen auf den Highway 101.

Der Verkehr ist gering und wir fahren gegen die Sonne nach Westen. Vielleicht bekommen wir den Sonnenuntergang noch mit.

Als wir schließlich in Marina auf die Straße zu unserem Hotel einbiegen, fahren wir noch ein paar Meter weiter zum Strand, um den letzten Teil der Sonnenscheibe zu sehen, die gerade hinter den Wolken verschwindet.

Unser Hotelzimmer ist einfach, aber renoviert und liegt soweit möglich vom Highway entfernt. Hier werden wir uns zwei Tage wohlfühlen.

28.09.2024 – Von Morro Rock nach Santa Maria – Gaviota Wind Caves

Wir wollen dem Nebel entfliehen. Und dem Zimmer. Obwohl wir es genossen haben, so zentral zu wohnen in einem gemütlichen Ort, fühlen wir uns etwas bedrängt. Ich gestehe, wir haben uns durch unsere unbezahlten, geschenkten Zimmerupgrades wunderbar an einen höheren Standard gewöhnt. Und das macht sich in diesem Fall besonders bemerkbar. Auch beim Frühstück sind wir schon besser verwöhnt worden.

Aber zum Thema. Wir müssen abreisen. Und da kommt mal wieder eine unserer kurzfristigen Umplanungen zum Tragen. Eigentlich wollen wir ja eine ganze Zeit an der Küste verbringen. Aufgrund des Wochenendes und dem Jazz-Festival in Monterey waren die Preise für Hotels zum Teil auf das dreifache gestiegen. Und für unser Hotel in Morro Bay 300 USD auf den Tisch zu legen, fanden wir echt unverschämt.

Also ging unsere Planung in folgende Richtung: Während der teuren Tage bewegen wir uns weg von der Küste nach Dinuba für zwei Nächte, um an dem Tag dazwischen den Sequoia National Park unsicher zu machen. Nach unseren Erfahrungen mit Kurvenfahrten in den Bergen und auch durch den Spritverbrauch unseres Dicken bedingt ergab eine einfache Rechnung, dass eine Unterkunft nicht weit von der Küste preislich günstiger wäre. Und wir müssen nicht mehrere Stunden erst Richtung Osten und dann wieder Richtung Westen fahren.

In Santa Maria, einer Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern fanden wir ein Hotel, das zwar immer noch sündhaft teuer (fast 200 USD), dafür aber mit sehr guten Kritiken ausgestattet war. Die darauf folgende Nacht (wäre die zweite in Dinuba gewesen) konnten wir zu akzeptablen Konditionen in Marina festmachen, wo wir sowieso einen Tag später wieder gelandet wären.

Bevor es auf die Straße ging, mussten wir noch den Morro Rock selbst besuchen. Alles andere wäre sträflich gewesen. Steht man vor dem großen Steinbrocken, schaut man in nördlicher Richtung auf den Strand, wo sich – es ist Samstag morgen – viele zig Surfer tummeln. Wenn die wüssten, dass es am Willow Beach sehr viel schönere Wellen gibt.

Richtung Süden schauen wir auf den Hafen, die Stadt und auf das unvermeidliche Kraftwerk. Obwohl ich schon vor vielen Jahren in meinem Reisebericht angeregt hatte, dieses zu entfernen, verschandelt es immer noch die Landschaft. Offensichtlich hat die Stadtverwaltung meinen Blog nicht gelesen.

Im Hafen selbst dann das gewohnte und bei Sonnenschein richtig hübsche Bild des Hafens mit dem Rock im Hintergrund.

Unsere Tankuhr zeigt mittlerweile bedenkliche Werte an: Noch ca. 50-60 Meilen, bis wir nur noch auf benzinhaltiger Luft fahren.

Zum Glück ist ein Costco nur 13 Meilen in San Luis Obispo gelegen. Wir spazieren kurz durch und wie durch ein Wunder rettet Karin wieder ein paar Klamotten davor, von anderen Kunden gekauft zu werden. Wir füllen auch unsere Costco Karte auf (brauchen wir zum Tanken) und stellen uns brav an der Tankstelle an. Noch 30 Meilen im Tank. Soweit habe ich ihn noch nie runtergefahren.

Nach endlosen Minuten des Wartens habe ich knapp 27 Gallonen (das sind ungefähr 100 Liter) bei einem Preis von 4,399 USD/Ga eingefüllt. Jetzt geht es uns wieder besser.

Wir setzen uns auf den 101 und fahren nach Santa Maria. Ich bin nicht sicher, ob es diese Stadt war, die Roland Kaiser besungen hat. Und auch nicht, ob er einfach nur „Sand da, Maria“ geträllert hat. Ist aber auch egal. Beim Hotel hatten wir in Morro Rock schon angerufen und um ein Upgrade gebeten. Die freundliche Angestellte meinte, das hätte sie schon aufgrund unseres Wunsches in der Buchung schon berücksichtigt. Also werden die Kommentare doch gelesen.

Jedenfalls betraten wir unseren Palast und waren geflasht. Allein die Toilette, das Schminkzimmer und die Küche waren schätzungsweise so groß wie unsere Behausung in Morro Rock. Und der Esstisch erstmal. Wir sind in einem Eckzimmer und zu beiden Seiten führen Verbindungstüren zu den anliegenden Räumen. Vermutlich wird man hier die Familien zum gemeinsamen Essen zusammenführen. Hier fühlen wir uns wohl. Leider nur für eine Nacht.

Reichlich mit guter Laune versehen machen wir uns wieder auf die Straße nach Gaviota. Dies ist ein Ort mit 94 Einwohnern ca. 40 Meilen südlich von Santa Maria. Es gibt dort einen Statepark und auch mehrere Wanderwege. Einer führt zu den Windcaves. Den wollen wir gehen. Zumindest ich, denn meine Göttergattin sträubt sich zu Anfang noch heftig: Das schaffe ich nicht, das ist zu schwer, ich muss ja auch wieder zurück.

Die Proteste ignorierend – auch die Seals müssen an ihre Grenzen und auch darüber hinaus getrieben werden – machen wir uns auf den Weg.

Unter uns liegt zum Strand hin der Statepark, den wir aber nicht bezahlen müssen, da der Trail außerhalb los geht.

Zuerst führt der Weg ca. einen Kilometer auf einer asphaltierten Straße entlang, das ist gut zu laufen und es gibt auch keine Beschwerden.

Dann geht es nach links ab in die Berge. Ein Schild hat wohl früher davon Kunde getan, jetzt sollte man es einfach abreißen.

Sanft ansteigend auf einem getrockneten Lehmpfad geht es durch die Graslandschaft bis zum Waldrand aufwärts.

Die Büsche und Bäume stehen dichter und man kann sich leicht zerkratzen. Als Ausgleich dafür spenden sie auch Schatten und es geht deutlich steiler bergauf. Hinter mir wird es deutlich lauter, aber noch nicht unerträglich.

Endlich erreichen wir die erste der Höhlen auf einer Höhe von 133 Metern. Diese sind wunderschön, obgleich auch schon Vandalen beschmiert.

Logisch, dass wir jetzt auch noch mehr sehen wollen. Weiter oben sehen wir schon weitere Höhlungen in den Felsen, da müssen wir rauf. Gut, dass meiner Mitturnerin die Luft zum weiteren Lamentieren fehlt.

Schließlich erreichen wir (auch sie, und ich bin stolz auf sie) die zweite Höhle und genießen den Ausblick.

In die Nachbarhöhlen zu klettern war mir dann doch zu gefährlich, wir haben auch so schon viel Schönes gesehen.

Also machen wir uns auf den Rückweg, immer schön vorsichtig wie die Beamten: Einen Fuß vor den anderen, das in abwechselnd umgekehrter Reihenfolge. Eidechsen begleiten uns auf dem Weg.

Der Rückweg auf der asphaltierten Straße ist dann ein Kinderspiel und die Rückfahrt gestaltet sich im Abendlicht sehr angenehm. Unsere Leistung wollen wir aber noch belohnen: Auf dem Weg zum Hotel liegt ein Panda Express. Dass dort schmackhafte Gerichte serviert werden, ist bekannt, aber einen dermaßen großen Ansturm haben wir noch nicht erlebt. Eine Angestellte nimmt per Tablet unsere Bestellung auf und wir dürfen in der Schlange warten, bis mein Vorname aufgerufen wird und wir die Tüte in Empfang nehmen können.

Die vier Meilen zum Hotel überstehen wir auch und können dann am großen Tisch unser Mahlzeit genießen. Nur ein „Reisetag“, aber ein toller.

27.09.2024 – Big Sur Coast – South

Wie üblich war der Nebel allgegenwärtig, aber die Handy-App kündigte an, dass irgendwann im Laufe des Tages die Sonne durchbrechen könnte.

Also begaben wir uns gemütlich zum Frühstücksraum, der insgesamt acht Personen „beherbergen“ darf. Das Frühstück war OK, aber nicht herausragend. Aber das Völlegefühl würde wohl einen großen Teil des Tages vorhalten.

Da noch immer keine Sonne in Sicht war, fuhren wir in paar Blocks weiter, um einen Laundromat aufzusuchen, Wäsche musste gewaschen werden. Innerhalb von 22 Minuten waren zwei Maschinen fertig. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, verteilten wir die fast trockene Wäsche in unserem Hotelzimmer und hofften, dass der Durchzug das erledigen könnte.

Als nächstes brauchten wir noch einen schmackhaften Salat für das Mittagessen. Einen Grocery Outlet gab es im Nachbarort, in Baywood Park. Die benötigten Lebensmittel waren schnell gefunden, aber da dieser Ort auch am Wasser liegt, beschlossen wir ins Blaue, mal runterzufahren an die Bay.

Eine hübsche und ruhige Kleinstadt, noch wesentlich weniger vom Tourismus beleckt als Morro Bay, welches vom Fischfang und dem Felsen lebt.

Aber wir müssen ja nach Norden, wollen die schöne Küste sehen. Soweit etwas davon zu sehen ist. Wir setzen uns auf den Highway 1 und landen natürlich im Nebel. So hatten wir nicht gewettet.

Irgendwann schob sich dieser zur Seite und wir atmeten erleichtert auf. So kennen wir die Küstenstraße, so lieben wir sie.

Die Freude war nur von kurzer Dauer. Wie man sehen kann, legt sich eine Nebelwand immer wieder direkt an der Küste über das Wasser und auch über das Land.

Wir fahren vorbei am Abzweig zum Hearst Castle. Irgendwann schauen wir uns das auch einmal an, aber heute waren mir 35 USD/Person zu teuer. Kurze Zeit später, wir durchfahren immer wieder Nebelbänke und machen an einspurigen Baustellen Halt, ein weiterer Haltepunkt mit Sonnenschein. Das müssen wir dokumentieren.

Nach Süden scheint die Sonne über der Küste.

Und am Willow Creek ebenfalls.

Da es dort zum Meer runtergeht und wir uns daran erinnerten, dass wir dort einmal Jade gefunden hatten, stand der Entschluss fest: Wir machen dort Mittagspause.

Es gab nur noch wenige Parkplätze, aber in einen konnte ich mich mit dem Dicken reinquetschen.

An der Küste stieg unsere Laune sofort um einige hundert Prozent. Am Wasser sitzen und auf die Wellen zu starren, ist ein sehr beruhigendes Hobby.

Und wirkt offensichtlich sofort.

Mich reizte eine der Kugeln, die vom Kelp an Land gespült worden waren. Mittlerweile war der einzige Picnic-Tisch freigeworden, den ich sofort mit Beschlag belegte.

Während wir uns das Mittagessen schmecken ließen, konnten wir die Blicke nicht von der wunderschönen Küste und den Wellen lassen. Da müsst ihr mal wieder durch.

Die Wellen waren (geschätzt) bis zu drei Meter hoch und ein halbes Dutzend Surfer tummelte sich in der Brandung. Klar, dass ich mein Glück auch mit einem von denen versuchen musste:

Aber ansonsten erinnerten mich die Wellen an den Ke’e Beach auf Kauai. Der Überschlag, die Glaswellen und die Schaumkronen, da kann ich nicht widerstehen.

Irgendwann aber stellten wir fest, dass es Zeit wäre, nach Hause aufzubrechen. Schließlich wollen wir noch die Seeelefanten sehen, die wir auf dem Hinweg links hatten liegen lassen.

Aber ein Stückchen dürfen wir noch Richtung Norden fahren. Noch ist das Wetter dort schön.

Es ist schon fast mystisch, wie sich der Nebel über das Land legt. Wenn man an einer höher gelegenen Stelle auf die Bank aus Weiß schaut, kommt man sich fast wie im Flugzeug vor.

Am Sand Dollar Beach kann man dieses sehr gut nachvollziehen.

Jetzt noch schnell ein Foto vom Pampasgras machen und dann sollte es eigentlich schnell nach Süden gehen.

Würde es auch, wenn da nicht immer wieder Aussichtspunkte wären, die schön in der Sonne liegen.

Waren die vorher auch schon da? Kann mich nicht erinnern.

Endlich werden wir erlöst (soviel Sonne vertragen wir nicht an einem Tag) und es geht in der Nebelsuppe zum Elefant Seal Vista Point.

Das Licht ist schon echt bescheiden, aber man hört die lautstarken Diskussionen der Halbstarken und der Boss muss ab und zu dazwischengehen.

Manchmal geben die Tiere einem das Gefühl, man wäre ein richtiger Stalker (was ja auch nicht ganz falsch ist).

Andere beschweren sich direkt lautstark bei der Elefant-Verwaltung, die allerdings andere Dinge zu tun hat, als sich um ein paar knipsende Touristen zu kümmern.

 

Und wieder anderen ist es schlicht und ergreifend egal, wer da oben auf dem Weg steht und neugierig runterschaut.

Dann wird es uns doch zu kalt und wir schwingen uns in unsere Black Beauty, um noch ca. eine Stunde nach Hause zu düsen. Als wir ankommen ist es neblig, trüb und dunkel.

Wir hatten mit vielem gerechnet, aber nicht damit, den Tag am Willow Beach zu verbringen und den puren Erholungsmodus einschalten zu können.

26.09.2024 – Von Monterey nach Morro Bay

Wir ziehen weiter. Unser Hotel war gut, das Zimmer angenehm groß. Nur beim Frühstück ist der Abwechslungsreichtum von Sandwiches mit entweder Schinken- oder Sausage Patties irgendwann ausgereizt. Das sind diese winzigen Hamburgerscheibchen, die noch eine winzige Käsescheibe und eventuell noch ein Ei aufliegen haben und dann von oben und unten mit Scone-Hälften bedeckt sind. Selbst wenn man sie einen halben Tag liegen lässt, werden sie nicht besser.

Heute geht es nach Morro Bay. Die Stadt (oder sollte ich besser sagen: der Ort) liegt ca. 100 Meilen südlich von Monterey und wäre eigentlich auf einer der schönsten Straßen der Welt, auf einem Teil des Panamerican Highway, bequem in 2 Stunden Fahrzeit zu erreichen. Aber wie wir gestern schon festgestellt hatten, ist der Highway 1 auf der Hälfte der Strecke gesperrt. Und wir müssen erst ins Landesinnere fahren, dann auf der 101 Richtung Süden, um anschließend wieder nach Westen zum Meer abzubiegen.

Als landschaftlich besonders schöne Strecke war uns die Carmel Valley Road empfohlen worden. Und da diese in Carmel by the sea anfängt, nutzten wir die Gelegenheit, um uns Carmel selbst auch etwas intensiver anzuschauen.

Die Stadt ist in Deutschland unter anderem dadurch bekannt geworden, dass der Schauspieler Clint Eastwood dort Bürgermeister war. Davon ist jetzt nicht mehr viel zu sehen. Es treffen sich dort die Schönen und Reichen. Das Autofahren wurde gerade etwas nervig, da sowohl Stoppschilder (und derer gibt es zu Hauf) und über Zebrastreifen flanierende Fußgänger ein Vorankommen fast unmöglich machten. Ein gerade stattfindender Farmersmarket mit Straßensperrungen machte das Ganze nicht einfacher.

Aber wir schafften es, relativ nah am Zentrum einen legalen und kostenlosen Parkplatz auf einem Seitenstreifen für 4 Stunden zu bekommen und machten uns dann zu Fuß auf den Weg. Uns interessierten besonders die sogenannten „Fairytale-Häuser“, Häuser, die nicht so ganz dem dort üblichen Baustil entsprechen, sondern so aussehen, als wären sie einem Märchen entsprungen.

Gleich an der ersten Ecke leuchtete uns ein Vertreter entgegen.

Dann googelten wir das Thema und auf einer Seite gab es eine quasi interaktive Karte mit den Locations für alle 21 Häuser. Viele dieser Domizile haben diese abgerundeten Dächer, die sie so besonders machen.

Die meisten stehen auf einem Hügel etwas abseits, sind aber gut zu erreichen.

Als wir an einem Haus vorbeikamen, sprach uns eine Dame an. Ich hatte schon Angst vor einem Anschiss wegen der Fotografiererei. Aber ganz im Gegenteil. Diese Lady wohnte dort in der Ferienunterkunft und machte sich gerade zum Auszug bereit. Ob wir mal reinkommen und die Hütte besichtigen wollten. Natürlich wollten wir. Die „Schlossführung“ war dann eher ernüchternd. Im Erdgeschoss ein relativ kleines Wohnzimmer, eine Küche mit ziemlich alten Geräten und einer Toilette, im Obergeschoss ein Schlafzimmer und ein Bad. Wenn das ganze Haus 50 qm hatte, war das viel. Auf dem Foto ist jetzt ein anderes Haus zu sehen.

Da die Leute gerade in Aufbruchstimmung waren, verzichtete ich auf ein Foto der Einrichtung. Aber es war interessant, mal reinzuschauen. Und als wir am Schaufenster eines Maklers vorbeischauten, bekam meine Geldbörse eine Weinkrampf. 2 bis 2,5 oder sogar 3 Millionen USD werden für diese Domizile aufgerufen.

Was solls, in Carmel wollen wir sowieso nicht unseren Lebensabend verbringen.

Bei unserem Spaziergang zurück zum Auto streiften wir noch den Farmers Market.

Und warfen auch einen Blick in eines der Ausstattungsgeschäfte.

Das muss man a) erstmal brauchen und sich b) leisten wollen.

Am lokalen Visitor Center bekamen wir noch den Supertip, uns den Secret Garden Pathway anzuschauen. OK, es dauerte ein Weilchen, bis wir den Eingang gefunden hatten.

Und feststellten, dass dieser erst um 11.30 Uhr öffnet. Dann muss der Pathway auf uns verzichten.

Ein Haus lichteten wir noch ab und dann begaben uns dann wieder zum Auto, in der Hoffnung, ohne viele Fußgänger umzunieten zum Strand zu kommen. Dort wurde es wesentlich ruhiger und wir konnten uns auf einer Bank (Parkplatz war schnell gefunden) niederlassen und das Panorama genießen.

Auch die beste Handyknipserin von konnte sich dem nicht entziehen.

Die Küste an der Stelle ist aber auch zu schön.

Fährt man weiter auf dieser Straße, werden die Villen teurer und die Parkplätze deutlich rarer, bis schließlich überall Parkverbot herrscht. Wenn man schon soviel Geld für sein Haus ausgegeben hat, möchte man schließlich nicht den Meerblick mit parkenden Autos verschandeln. Verständlich.

Aber am Ende, am Ausfluss des Carmel River, gab es dann noch einen wunderschönen Beach Park.

Die Wellen waren nicht ohne und vielleicht kommen wir wieder hierhin zurück. Wenn wir die entsprechenden Stühle haben.

Jetzt aber geht es auf die „berühmte“ Carmel Valley Road. Zuerst führt sie gemächlich durch Weinanbaugebiete, um dann kurviger und etwas holpriger zu werden.

Dann weitet sich das Tal wieder und gibt den Blick auf die in dieser Gegend so typische Landschaft frei.

Ehrlich gesagt, hatte ich mir von der Straße mehr versprochen. Vergleiche waren mit dem Million-Dollar-Highway gezogen worden, der ein wirkliches Abenteuer in Colorado ist.

Irgendwann ging es dann in Richtung Highway 101 und dort durften wir anstelle von 25 mph wieder 65 Meilen fahren.

Auf der Höhe von Atascadero bogen wir auf die 41 ein und der schöne blaue Himmel wich so langsam dem in der Gegend nicht unüblichen Küstennebel.

Das Hotel fanden wir schnell, wir waren schon einmal dort gewesen. Das Zimmer war in Relation zu gestern winzig, aber wir kommen zurecht. Dafür liegt nebenan direkt eine Terasse, auf der wir es uns (entsprechend dick eingepackt) gemütlich machten und ich konnte erstmalig einen Reisebericht im Freien schreiben (mit dem Morro Rock im Hintergrund),

während die beste Matratzentesterin von allen eine Qualitätsprüfung durchführte.

Test bestanden.

Gleich gehen wir nochmal zum Hafen und besuchen die (hoffentlich anwesenden) Seeottern. Unser Hotel ist so nah am Hafen, dass wir endlich mal zu Fuß runterlaufen können. Sehr angenehm.

Es ist dunkel, aber die Gastronomie ist etwas besucht. Wir haben Donnerstag und der große Run wird morgen anfangen.

Der Fischereihafen liegt ruhig vor uns.

Für die Kinder hat man einen Spielplatz aufgebaut mit eindeutig maritimen Motiven.

Für die Erwachsenen werfe ich einen Blick auf diverse Speisekarten. Burger fangen bei ca. 17 USD an, ein Sirloin Steak ist mit 54 USD bepreist. Für einmal richtig Essen gehen kann man sich also locker fast eine Hotelnacht leisten.

Es geht zurück und ich schreibe diese letzten Zeilen, dann wird der Abend eingeläutet.

25.09.2024 – Big Sur Coast – North

Das schöne Wetter von gestern ist heute wo anders tätig, der Himmel ist grau. Also lassen wir es urlaubsgerecht etwas langsamer angehen.

Als wir uns gegen Mittag auf den Weg machen, ist es immer noch bewölkt, aber wir sind zumindest ausgeschlafen.

Auf unserem Plan steht heute die Big Sur Coast bis zum Lime Creek, dort wo die große Sperrung ist. Erdrutsche (auch in neuerer Zeit) behindern und gefährden die Arbeiten, so dass in den nächsten Monaten nicht an ein Durchkommen zu denken ist. Aber das haben wir eingeplant und unsere Route danach ausgerichtet.

Wer diese Küste kennt, weiß, dass sie bei Sonnenschein besonders schön ist.

Bei bedecktem Himmel ist sie immer noch ein Foto wert.

Kurz nachdem wir diesen Turnout passiert haben (ist der Kasler Point), stehen wir im ersten Stau. An der Rocky Creek Bridge ist eine gesamte Fahrspur ins Nirvana verschwunden und der Verkehr wird einspurig mit einer Ampelanlage über die Brücke geleitet. Hoffentlich hält die zweite Spur sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg.

Auf der rechten Seite sehen wir einen Felsen mit einem Leuchtturm stehen. An der Straße ein Schild: Big Sur Lighthouse. Warum nicht mal hinfahren? Wir sind nicht als einzige auf den Gedanken gekommen, weitere drei Autos stehen auf der „Abbiegespur“, die ich aber nicht als solche direkt erkenne.

Nachdem der Irrtum geklärt ist, fragt uns der freundliche freiwillige Helfer, ob wir an der Tour teilnehmen möchten. Wir bejahen und werden zu einem Parkplatz nahe des Felsens dirigiert. Ich parke unter den kritischen Blicken der anwesenden Zuschauer unseren Dicken rückwärts ein (ohne irgendwo anzuecken) und ein weiter freiwilliger Helfer erklärt uns das weitere Prozedere:

Wir haben jetzt die einmalige (zumindest heute) Möglichkeit, an einer geführten dreistündigen Tour teilzunehmen. Ausser uns sind keine weiteren zwanzig Leutchen da. Diese werden in zwei Gruppen aufgeteilt und wir marschieren mit sechs weiteren Besuchern hinter unserem Führer, Tom, hinterher. Er hat einen flotten Schritt drauf für sein Alter und da ist es gut, dass er immer wieder Pausen macht, um uns etwas zur Geschichte zu erzählen.

Z.B. musste, um den Leuchtturm und die Gebäude zu errichten, erstmal die Bergspitze mittels Sprengung nach weiter unten ins Tal verlegt werden. 1897 fingen die Arbeiten an, zwei Jahre später führte einzig eine Treppe nach oben mit über 300 Stufen, über die alles auf den Berg transportiert werden musste.

So konnte es nicht weitergehen. Es ging mit Lastenaufzügen weiter, die zum Teil von See aus über Schiffe mit Vorräten (auch Treibstoff) bestückt wurden. Erst ein Unfall mit einem Schiff brachte die Betreiber zum Umdenken und es wurden die Mittel für eine Straße genehmigt.

Nach und nach näherten wir uns der Spitze bzw. dem eigentlichen Leuchtfeuer. Dieses stand zwar früher ganz oben, konnte dann aber nicht mehr durch die Nebelbänke gesehen werden und wurde deshalb an den jetzt verwendeten, tiefergelegenen Platz verlegt.

Natürlich konnten wir das Haus auch besichtigen. Innen drin eine alte Beleuchtungseinrichtung. Die Drehvorrichtung dafür musste wie ein altes Uhrwerk alle vier Stunden aufgezogen werden, damit sie sich dann erstmal wieder drehte.

Heute geht das alles bedeutend leichter: Eine LED-Leuchte mit Solarantrieb stellt die Funktion ohne Manpower und mit einem Bruchteil des Platzes sicher.

Ich fragte Tom, was diese wunderschönen Zacken an der Decke innerhalb des Turmes zu bedeuten hätten: Diese hätten das Tageslicht und auch das Leuchtfeuerlicht in den Turm hineingebrochen, um diesen zu erhellen. Hatte ich auch noch nicht so gesehen.

Im Vorhaus des Turms eine Ausstellung mit diversen Gegenständen aus der Historie. Unter anderem ein riesiger Zeppelin, die Macon, ein Luftschiff der US Armee, welcher 1935 ein paar Meilen vor der Küste in 500 Meter tiefes Wasser abstürzte. Von den 83 Besatzungsmitglieder überlebten alle bis auf zwei den Absturz.

Interessant an diesem Luftschiff ist, dass es in der Lage war, kleine Flugzeuge aus der Luft zu starten. Hinter der Passagierkabine seht ihr ein winziges Teil, das Flugzeug, welches von dort aus startete und anschließend wieder „landete“. Also im Endeffekt der erste Flugzeugträger der Welt.

Während unserer Tour kamen wir mit einem etwas älteren Herren ins Gespräch. Er hieß Todd und er erzählte uns, dass er als kleiner Junge hier gelebt hatte. Sein Vater war Leuchtturmwärter. Das ist erlebte Geschichte. Er erinnerte sich an viele dieser Einrichtungen und wusste auch die eine oder andere Geschichte zu erzählen.

Ich durfte ein Foto von ihm machen und wir machten uns auf zu den anderen Gebäuden.

Im Vordergrund die Schreinerei und im Hintergrund eines der Wohnhäuser. Das große Steinhaus soll angeblich verhext sein, es gibt dort auch haunted house tours. Einer erzählte, er würde seit über 130 Jahren hier wohnen und hätte noch nie einen Geist gesehen.

Als wir in die Wohngemächer kamen, wurden bei Todd wieder alte Erinnungen wach.

Die Küche war schätzungsweise eine der ersten Einbauküchen ihrer Zeit, Herd und Waschmaschine in einem Guss, das hat was.

Und auch das Wohnzimmer sieht im Endeffekt aus wie ein etwas in die Jahre gekommenes Motel. Sauber und ordentlich, aber nicht mehr zeitgemäß.

Im oberen Stockwerk zeigte Todd uns die Zimmer, wo er und seine Geschwister und wo seine Eltern gelebt hatten.

Dann war die Tour zu Ende. Wir entrichteten unseren Obulus von 15 USD/Person und marschierten mit unserem Guide wieder den Berg runter. Es waren drei äußerst interessante Stunden, die eine besondere Würze durch einen Zeitzeugen live vor Ort bekamen.

Wir wendeten uns wieder gen Süden und machten nach ein paar Meilen beim Julia Pfeiffer Burns State Park Vista Point ein Päuschen mit Nahrungsaufnahme auf der Ladefläche.

Jetzt ist es nicht mehr weit zum McWay Fall. Dieser Wasserfall gehört zu den berühmtesten der Big Sur Coast. Das Herunterlaufen ist nicht mehr gestattet, man möchte diesen Anblick so erhalten, wie er jetzt ist.

Aber von einem Tournout hat man sowieso den besten Blick. Wiedererkannt?

Nur noch ein paar Meilen und dann stehen wir vor „Roads End“. Leider können wir nicht weiterfahren, um dem Blick auf die Arbeiten und die gewaltigen Bergrutsche zu werfen. Und zum Laufen fehlt uns die Zeit (bzw. wir sind zu faul dazu).

Also machen wir uns auf den Rückweg. Ein Schmankerl schaffen wir doch noch. Bei der bekannten Bixby Bridge fanden wir auf dem Hinweg keinen Parkplatz. Jetzt kann ich mich am Straßenrand auf ein freies Fleckchen stellen.

Check. Und jetzt ab nach Hause, der Magen knurrt.